Zwischen glutenfreiem Kuchen und Wasen-Fieber

Temperatursturz, neu entdeckte Cafés, die Sache mit DEM Wasen und etwas Nervigeres als Baustellenlärm. Es war einiges los im Kessel – der Stuttgarter Blogger Mojo from the Blog blickt für uns wieder auf die Woche in Stuttgart zurück!

Stuttgart – Es ist passiert! Es ist tatsächlich passiert! Breaking News! Extrablatt, Extrablatt! Und nein, man hat keine Lösung für die Staus auf Stuttgarts Straßen gefunden. Und selbstverständlich wurde auch die Kehrwoche nicht endgültig abgeschafft! Soweit kommt’s noch! Nein, der Sommer ist vorbei! Endgültig! 

Winter is coming… und der Wasen auch!

Man mag es kaum glauben, aber nach knapp sechs Monaten California Feeling im Kessel folgte diese Woche dann der Temperatursturz. Merkt man spätestens, wenn man aus Gewohnheit nachts das Fenster offen lässt. So gesehen und geschehen bei mir – jetzt weiß ich zumindest, wie sich Leonardo DiCaprio am Ende von „Titanic“ fühlen musste. Und auch das Laub auf den Straßen deutet auf das endgültige Sommerende hin, die nächste Kehrwoche wird hart. Soviel ist sicher!

Aber kein Grund zur Panik, dann werden die Maultaschen halt jetzt wieder in der Brühe gekocht, das hilft aus eigener Erfahrung sehr gut gegen die Kälte! Winter is coming… und der Wasen übrigens auch. Beides wird von vielen im Kessel bekanntlich gleichermaßen gefürchtet!

DER Wasen – eine Hassliebe

Die letzten Wochen hat man in Cannstatt schon fleißig Festzelte, Fahrgeschäfte und Fressbuden aufgebaut! Wasen is where Fruchtsäule is! Am heutigen Freitag ist es nun soweit, das Cannstatter Volksfest aka der Wasen geht los. Tatsächlich gibt es da auch im Jahr 2018 immer noch Leute, die „DIE Wasen“ sagen. So falsch, so falsch… 

Ja, das mit dem Wasen ist so eine Sache hier in Stuttgart. Die einen freuen sich schon seit Wochen, der Wasen ist für sie das absolute Highlight und sie können es kaum erwarten in ihrer – mehr oder weniger traditionell württembergischen – Tracht aufzulaufen. 

Für die anderen ist der Wasen im wahrsten Sinne ein No-Go. So sehr sich die einen darauf freuen, so sehr würden die anderen das ganze Fest am liebsten sofort wieder Abbauen, den Platz besenrein übergeben! Der Wasen spaltet die Stadt – eine Hassliebe made in Stuttgart. 

Atemlos in der Bahn

Und wenn man in den nächsten Tagen mit der S-Bahn oder U-Bahn unterwegs ist, dann kann man diesen Groll gegen den Wasen sogar ein bisschen verstehen. Dass eine Oberleitung durch Einhornluftballons zerstört wird und den ganzen Nahverkehr zum Erliegen bringt, das kann ja jedem Mal passieren. Doch spätestens wenn man in der Bahn von einem lauten „Atemlos durch die Nacht“ der Wasenbesucher begleitet wird, muss man wirklich starke Nerven haben. Aber was willsch machen? Wasen ist schließlich „nur“ zweimal im Jahr! Olé, Olé…

Historisches Volksfest auf dem Schlossplatz 

Und da der Wasen dieses Jahr auch noch sein 200. Jubiläum feiert, gibt es nicht nur in Cannstatt die große Party, nein, auch auf dem Schlossplatz findet seit Mittwoch acht Tage lang ein „historisches Volksfest“ statt. Mit Fahrgeschäften wie früher, einem ebenso historischem Festzelt und Party like it’s… irgendwas vor Helene Fischer!

Ich muss sagen, es sieht ja schon ganz nett aus! Und vor dem Riesenrad am Königsbau stehen jetzt schon die Influencer Schlange, um ein Festival-Foto für ihren Instagram-Feed zu schießen. Zustände wie auf dem Coachella!

Wasenfreie Zonen, neu entdeckte Cafés & bahnbrechende Erkenntnisse 

Wenn dieses Jahr auch unter erschwerten Bedingungen – wer will, kann dem ganzen Wasen-Wahnsinn dann aber doch noch ganz gut entkommen. Im Westen zum Beispiel, weit weg von Cannstatt und in sicherer Distanz zum Schlossplatz. Dort war ich letzte Woche dann auch endlich mal im Café Gustav – Stadtkind berichtete – und habe Location, Kaffee und Kuchen als sehr gut befunden.

Und auch der Marienplatz ist eine fast wasenfreie Zone. In Dirndl oder Lederhosen wird man da halt auch einfach nur krumm angeschaut! Genau wie in vielen Bars und Clubs abseits der Theo, in denen ein absolutes Trachtenverbot herrscht!

Öffis Deluxe, ein Rich-Kids-Express – only in Degerloch!

Und in Degerloch bekommt man von all dem sicher eh nichts mit, oder? Zum Thema Degerloch fand ich diese Woche übrigens noch Bahnbrechendes heraus! Oder wusstet ihr, dass nach Betriebsschluss der Zacke ein so genanntes „Linientaxi“ regelmäßig Fahrgäste vom Marienplatz nach Degerloch hoch chauffiert. Öffis Deluxe, ein Rich-Kids-Express – only in Degerloch! Angeblich gibt’s das ja schon soooo lange, für mich war’s eine absolute Neuigkeit!

Neuigkeiten gibt es derweil auch von der Calwer Straße! Nein, der Holzapfel ist immer noch zu, ihr könnt eure Laptops gleich wieder wegpacken! Auf der Baustelle geht es aber voran, soviel ist sicher! Auf Instagram gibt Team Handsome immer wieder Einblicke, lange wird es nicht mehr dauern!

Aber ganz still und glutenfrei hat inzwischen „Isabella“ eröffnet, Stuttgarts allererste „Glutenfreie Patisserie“. Ich wusste ja lange nicht, was dieses Gluten überhaupt sein soll. Bis ich mal in New York City war und „glutenfree“ in aller Munde war. Ob Hype oder nicht, ob gesünder oder nicht – der Kuchen bei „Isabella“ ist tatsächlich sehr lecker, beim Kaffee ist noch etwas Luft nach oben.

Wie ich anfing eine Baustelle zu vermissen… 

Luft nach oben gibt es auch weiterhin bei der so oft gescholtenen Baustellensituation in der Stadt. Wird es jemals wieder aufhören? Man weiß es nicht! Aber hey, zumindest vor meinem Haus ist die Baustelle passé. Der Baulärm ist Geschichte, wenn auch nur im Umkreis von 50 Metern. Ja, dieser penetrant nervige Ton eines Presslufthammers ist tatsächlich aus meinem unmittelbaren Stadtbild verschwunden.

Ich war schon dabei diese neu gewonnene Ruhe zu feiern, da entschied sich die Nachbarin in der Wohnung über mir in Dauerschleife James Blunt zu hören. Tag für Tag! Dauerbeschallung in einer Lautstärke, die nicht zu ignorieren ist! Danke für nichts! Ach, ich vermisse die Baustelle von nebenan.

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