Zukunftsmusik: Das Popbüro fördert Frauen auf und hinter der Bühne!

Heißt Zukunftsmusik, sollte eigentlich längst gelebte Realität sein: Das erste Mentoring-Programm für Stuttgarterinnen aus der Musikbranche geht an den Start. Das Beste: Bewerbungen sind noch bis diesen Freitag möglich!

Stuttgart – Es ist ein Pilotprojekt, das es eigentlich gar nicht brauchen dürfte. Aber dennoch leider notwendig scheint: Mit Zukunftsmusik hat sich das Popbüro Region Stuttgart, das auch hinter United We Stream steckt, das erste Mentoring-Programm für Stuttgarterinnen aus der Musikbranche ausgedacht. Der Deal: Mit der Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart bringt das Popbüro die Damen mit erfahrenen Menschen zusammen. Mit Menschen, die langjährige Berufserfahrung in der Musikwirtschaft, ein hohes Maß an Branchenexpertise und ein stabiles Netzwerk aufweisen können.

Immer noch Zukunftsmusik

Denn klar ist weiterhin: Kaum eine Branche ist so schwer zu knacken wie die Musikbranche. Und so undurchschaubar. Sicher gilt das auch für die männlichen Kollegen. Doch nur ein kurzer Blick auf die Line-Ups der (abgesagten) Sommerfestivals zeigt: Da sind immer noch wenig Frauen auf und hinter den Bühnen aktiv. Das will das Popbüro ändern. „Wir fragten uns, warum in Jugendhäusern, mit denen wir stark zusammenarbeiten, Mädchen oft den Jungs beim Rappen oder Zocken zuschauen statt selbst aktiv zu werden“, umreißt Sarah Stapp die Initialzündung des Projekts.

„Dabei hat sich herausgestellt, dass Mädchen, aber auch junge Frauen eine andere Art der Ansprache brauchen. Deswegen haben wir das Pilotprojekt ‚Zukunftsmusik Stuttgart‘ konzeptioniert – um gezielt Frauen anzusprechen.“

Wurzeln schlagen erwünscht

Wer also in der Musikbranche „nicht nur Fuß fassen, sondern Wurzeln schlagen“ will, kann sich für das Mentoring-Programm bewerben. Und zwar noch bis kommenden Freitag, den 15. Mai 2020. „Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein Erstwohnsitz in Stuttgart und eine Idee, wohin die Karriere gehen soll“, spezifiziert Sarah. „Es geht um ganz konkrete Fragen und Anliegen, die die Teilnehmerinnen haben. Wünscht sich eine Künstlerin beispielsweise eine bessere Vermarktung, suchen wir dafür eine entsprechende Mentorin aus.“ Die begleitet die Künstlerin dann sechs Monate lang, feilt intensiv mit ihr an dieser Sache und gibt Tipps. „Also kein Allround-Paket zum Musikgeschäft“, so Sarah, „sondern eine individuelle Beratung wie sie konkret weitermachen sollte.“

Für mehr Sichtbarkeit

Ein Freifahrtschein zum Durchbruch ist das natürlich nicht. Aber eine wertvolle Stütze und ein Fahrplan durch dieses verwirrende Netzwerk namens Musikwirtschaft. „Wir haben die Hoffnung, dass die erwählten Künstlerinnen dadurch wichtige Kontakte knüpfen können, ihr Netzwerk und ihre Kenntnisse erweitern und sich außerdem Ziele in ihrer Karriere setzen, die sie erreichen wollen.“ Vor allem soll es auch der Sichtbarkeit dienen.

Schluss mit der Beobachtung!

Ob auf der Bühne, unter Konzertveranstaltern, Managern oder in der Crew: Männer bilden nach wie vor die überwältigende Mehrheit. Vorurteile inklusive. „Wenn ich als Frau im technischen Bereich unterwegs bin, werde ich oft nicht ernst genommen“, berichtet Sarah. „Ebenso häufig höre ich das von Frauen auf der Bühne.“ Für sie ist auch die gesonderte Erwartungshaltung an Frauen und die „genaue Beobachtung, wie sie sich anstellen, einfach nur anstrengend.“

Zukunftsmusik ist nicht das einzige derzeit laufende Projekt des Popbüros, das sich verstärkt um Frauen in der Musikwirtschaft kümmert. Ein Ansatz, der unter dem neuen Chef Walter Ercolino weiter in den Vordergrund rückte. „Als der Druck von außen, durch die Medien und durch Gespräche bei Netzwerktreffen, immer stärker wurde, haben wir uns entschlossen, dass wir einfach anfangen wollen.“ Wir sagen: Gut so!

So bewerbt ihr euch!

Die Bewerbungsfrist endet diesen Freitag, den 15. Mai 2020.

Was ihr braucht: Ein Motivationsschreiben, in dem ihr euch und eure Arbeit, aber vor allem das Thema, welches ihr mit eurer Mentorin strategisch angehen wollt, genau beschreibt. Wenn ihr Arbeitsproben habt, könnt ihr davon auch eine Auswahl durchschicken. Alles zusammen sendet ihr dann bitte an sarah.stapp@region-stuttgart.de. Anmeldeschluss ist der 15. Mai 2020. Eine Entscheidung über die finalen drei Mentee wird zeitnah nach Ablauf der Frist getroffen.

Alle Infos dazu gibt es hier: www.popbuero.de/bildung-service/zukunftsmusik

Foto: Unsplash / Nick Karvounis

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