WoM: Empowerment von Frauen aus der Musikindustrie

Hajnalka Péter und Lisa Tuyala haben eine Mission, sie wollen Frauen aus der Musikindustrie mit einem Netzwerk stärken und gründeten Women of Music (WoM). Im Herbst ging ihre Diskussions- und Netzwerkreihe WoM Talk(s) an den Start, diesen Freitag findet die dritte Gesprächsrunde im Second Hand Records statt.

Stuttgart – „Hey, wir sind Women of Music und wer bist du?“ – mit diesem Satz laden Hajnalka und Lisa beziehungsweise WoM dazu ein, Teil des Netzwerks und offenen Frauenkollektivs zu werden. „Wir bringen Frauen aus der Musikwelt zusammen, machen sie sichtbar – und das genreübergreifend“, erklären die beiden Künstlerinnen aus Stuttgart-West locker, lässig und gut gelaunt. Und das beste: Es gibt Antworten auf Fragen und vor allem jede Menge Motivation mit auf den Weg: „Lasst uns Ressourcen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam die Strukturen verändern!“ Bääämmm.

WoM – Mehr als Zukunftsmusik

Und wie ist die Idee zu WoM entstanden? Natürlich beim gemeinsamen Musikmachen, wie auch sonst?! Man beziehungsweise die beiden Frauen machten sich Gedanken über Kapazitäten, Strukturen und Wissen von unterschiedlichen Themen. Die Essenz des Ganzen: „Wir müssen die Möglichkeiten selbst schaffen, unter anderem mit den WoM Talk(s), zu denen Frauen eingeladen werden, die ihr extremes Wissen mit uns teilen.“ Und wie sieht dieses Wissen dann konkret aus?  Beispielweise werden Förderungsoptionen zum Thema gemacht. Das alles und noch viel mehr findet sich schließlich auf der Website des Künstlerinnenkollektivs wieder.

Außerdem geht es um ein schnelles an Wissen gelangen. „Das funktioniert eben am besten über Netzwerke wie WoM, weil man sich sofort austauschen kann“, betont Lisa und Hajnalka ergänzt: „Das Wissen zu teilen und auch zugänglich zu machen, kostenlos – darum geht es uns.“ Und das sei auch das, was die beiden Powerfrauen vermisst hatten. Also haben sie einfach gemacht. Das von allen Frauen zu erwarten, sei aber zu viel verlangt, finden die zwei. Es komme auch auf die Ausgangssituation, die Möglichkeiten jeder Einzelnen an.

Sich richtig kennenlernen und auffangen

Die Talkreihe WoM Talk(s) ist im Herbst angelaufen und habe sich gut und gesund entwickelt – gesund im Sinne von einem kleinen, intimen Rahmen mit konkretem, grenzübergreifendem Austausch von Wissen plus Fun, Sichtbarkeit und Professionalität. „Wir wollten kein riesen Event, sondern etwas schaffen, wo wir uns richtig kennenlernen können.“

Und wie haben die beiden sich kennengelernt? „Boah, keine Ahnung“, erklingt es unisono. Lisa habe bei der ersten Begegnung eine knallbunte Leggins angehabt, die Worte „Geile Braut“ fallen, die Frauen lachen. Unterschiedliche (Musik-)Welten seien mit den beiden aufeinandergeprallt. Während sich Lisa Tuyala als Sängerin, Performerin, Aktivistin und Kulturmanagerin (Kulturkabinett e.V.) in ihrer künstlerischen Tätigkeit den Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache und des Gesangs im Bereich der improvisierten Musik widmet, ist die ungarisch bulgarische Sängerin Hajnalka dem musikethnologischen Weg ihrer Eltern gefolgt. Mit ihrer Formation Lakvar erzeugt sie Klänge, die weit über das hinausgehen, was gemeinhin als „Weltmusik“ vermarktet wird. Für den ZDF-Film der ungarischen Filmregisseurin Kincses Réka „Heimat, Sex und andere Unzulänglichkeiten“ machte sie die Filmmusik.

Und wer jetzt denkt, mehr geht nicht, der liegt aber mal sowas von daneben. Denn als nächstes ist das WoM-Labor geplant. Soviel sei verraten: Es geht ums Machen und wird im Kulturzentrum Merlin stattfinden. „Schauen wir mal was passiert, ein Labor ist schließlich zum Experimentieren da.“

Apropos machen, Künstlerinnen aufgepasst! Ihr könnt eure Platten gerade im Second Hand Records präsentieren. Schaut einfach rein, gebt sie ab und werdet sichtbar.

WoM-Talk(s) im Second Hand Records

Die WoM-Talk(s) gehen diesen Freitag in die dritte Runde. „Uns ist es ein Anliegen, die lokale Vernetzung von WoM um eine für die Musikbranche wichtige, internationale Ebene zu erweitern. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir für die dritte Ausgabe die französische Kuratorin Marina Pommier gewinnen konnten“, heißt es in der Vorankündigung.

Los geht’s um 20 Uhr, im Second Hand Records (Leuschnerstraße 3)

Mehr Infos zur Veranstaltung gibt’s hier >>>

Der Eintritt ist frei!

Alle Infos zu Women of Music (WoM) gibt’s hier >>>

Hier kannst du Teil des Netzwerks, also WOMen werden >>>

Titelbild: Janine Kuehn

WoM Talk(s) im Second Hand Records

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