„Wir sind mit der Zeit zusammengewachsen“

Florian und Simon Roser sind Brüder, wohnen zusammen und haben sich als Roserbrothers mit ihrem ersten gemeinsamen Business selbstständig gemacht. Für unsere neue Geschwister-Reihe haben sie uns verraten, wie sie ihre Work-Life-Balance meistern.

Stuttgart – Bei den Rosers treffen zwei Charaktere aufeinander: Flo (26), der Head of To-do-Liste, ist eher der Ruhige, nicht so laute Typ und joggt gerne mal durch den Park. Simon (23) hingegen hasst joggen – fast so sehr wie Obst, fährt viel lieber Ski und zählt eher zu der Sorte „kreativer Chaot“. Während der eine die warme Südsee bevorzugt, steht der andere auf Landschaften und den Bergsee. Doch bei einer Sache sind sich beide einig: „Wir balancieren uns gegenseitig aus.“

Ob sich die Brüder mit gemeinsamer Social-Content-Produktionsfirma schon immer so gut verstanden haben? „Naja. Mal so, mal so.“, lacht Simon. „Aber das ist mit drei Jahren Altersabstand vielleicht auch normal“, ergänzt Flo. „Wir sind mit der Zeit zusammengewachsen.“

Während er mit 20 Jahren von der Heimatstadt Freiburg nach Stuttgart an die Hochschule der Medien kam, um Medienwirtschaft zu studieren, startete Simon seine erste Ausbildung. Für Flo folgten die ersten Jobs im E-Commerce, das verlängerte Praktikum in New York und später eine Festanstellung bei dem Stuttgarter Travelblog Uberding. 2015 zog auch Simon, der sich bereits mit 18 Jahren selbstständig machte und sein Abi nachholte, um Video- und Bewegtbild zu studieren, für ein Praktikum nach Stuttgart zu seinem Bruder in die Wohnung.

Der Schritt ins eigene Business

Heute teilen sich Flo und Simon nicht nur viele ihrer Interessen und die Wohnung im Stuttgarter Osten, sondern seit November 2016 auch das gemeinsame Business. Flo erzählt: „Wir waren einfach an einem Punkt, an dem wir uns beide beruflich die Frage stellen mussten: Machen wir gerade eigentlich das, was wir für immer machen wollen?“ Auch Simon erinnert sich: „Wir hatten echt zittrige Beine, weil es von heute auf morgen ernst wurde. Umso glücklicher sind beide nun, dass ihr Plan schon nach kurzer Zeit erfolgreich aufgeht.

Doch wie managen die Jungs das Zusammenleben und den Job? Und was macht den „roserschen“ Zusammenhalt aus? Wir haben nachgefragt und am Ende sogar erfahren, was die Brüder „wirklich“ voneinander halten.

Berufs- und Privatleben trennen

Flo: „Seit Juni haben wir ein eigenes Büro, auch im Stuttgarter Osten. Das ist echt super, weil man so Privates und Berufliches besser trennen kann. Ich war auch immer so ein Spezi, der schon morgens mit Laptop im Bett saß. Jetzt machen wir das alles im Office und wenn wir zu Hause sind, haben wir Freizeit.“

Closed-Door-Policy

Simon: „Wir haben sozusagen eine unausgesprochene Closed-Door-Policy. Wir verbringen ja schon den gesamten Tag miteinander und die meiste Zeit sind wir sowieso gemeinsam unterwegs. Da ist es vollkommen okay, sich abends mal zurückzuziehen. Oft kochen wir zwar noch zusammen, aber zum Essen zieht sich dann jeder in sein eigenes Zimmer zurück.“

Flo (lacht): „Wir schreiben uns dann eher über WhatsApp, statt miteinander zu reden.“

Simon: „Ja das stimmt. Aber wenn die Tür zu ist, platzen wir auch nicht ungefragt bei dem anderen rein. Ich glaube, dass es wichtig ist, sich gegenseitigen Freiraum zu gönnen.“

Flo: „Wir haben ja teilweise auch unterschiedliche Freundeskreise. Simon geht dann abends gerne nochmal was trinken, ich bin da schon eher gemütlicher unterwegs.“

Simon: „Das liegt wahrscheinlich auch am Alter.“

Klare Rollenverteilung

Flo: „Unsere Zuständigkeiten variieren je nach Projekt. Simon ist eher der Ausführende und für die Videos verantwortlich. Ich übernehme Texte, Fotos und die Buchhaltung.“

Und was haben die Eltern gesagt?

Simon: „Unsere Eltern waren natürlich erstmal skeptisch. Aber wir haben ihnen gezeigt, dass wir es ernst meinen und unsere Sache gut machen.“

Flo: „Jetzt sind sie natürlich super stolz und wissen immer genau Bescheid, was wir so produziert haben, obwohl sie nicht mal auf Social Media angemeldet sind. Keine Ahnung, wie sie das immer machen.“

Werte von den Roser-Eltern übernommen

Simon: „Gerade was die Arbeit betrifft, da haben wir von unseren Eltern echt viel mitgenommen. Wir haben schon früh gelernt wie es ist, wenn man für Etwas arbeiten muss.“

Florian: „Auf jeden Fall. Daher kommt auch unsere Grundbodenständigkeit. Wir sind halt irgendwie zwei nette Kerle, die ihre Sache mit Leidenschaft machen. So übertriebenes Rumgepose ist nicht unbedingt unser Ding. Wir sind da eher durchdacht und selbstreflektierend. Man muss sich am Ende des Tages auch mal Fehler und Schwächen eingestehen. Das gehört dazu.“

Simon: „Und wir jammern echt nie. Ich glaube, wir haben beide noch nie so viel gearbeitet wie im letzten Jahr. Aber auch wenn wir viel zu tun haben, fühlt man sich nicht ausgelaugt. Klar geht es einem vielleicht mal nicht so gut, aber warum sollten wir uns beschweren? Wir haben ein gutes Leben und können das machen, worauf wir Bock haben.“

Flo über Simon

Flo: „Simon ist auf jeden Fall der Lebhaftere von uns beiden. Ein klassisch verplanter Kreativer, der mal etwas vergisst oder es aus den Augen verliert, wenn es nicht konkret ist. Aber sobald es um feste Projekte geht, liefert er ab. Ich bin halt auch der Ältere und fühle mich verantwortlich. Im Gegenzug kocht er aber immer für mich – oft Mie-Nudelpfanne mit Hühnchen – ist aber selbst total speziell, wenn es um Essen geht. Obst geht gar nicht und generell isst er nichts, von dem er nicht weiß, was da genau drin ist. Mittlerweile sehe ich ihn aber am Set auch Dinge probieren, bei denen ich weiß, dass er sie gerade nicht so feiert.“

Simon über Flo

Simon: „Flo ist eher ruhig und strukturiert, einer, der immer alles im Blick behält und bedachter ist im Umgang mit anderen. Also den Schriftverkehr überlasse ich gerne ihm, weil er sich viel besser ausdrücken kann. Er ist absolut kein Morgenmensch und braucht morgens erstmal einen Kaffee, vorher würde ich ihn niemals kritisieren oder irgendetwas Wichtiges mit ihm besprechen. Er ist definitiv eher fashionaddcited, auch wenn wir beide viele Klamotten haben. Und er ist unser Kontaktmensch, weil er ziemlich gut vernetzt ist.

Flo: „Aber sobald sie Simon kennenlernen, lieben sie ihn alle.“

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