Weniger Kippen auf Stuttgarts Straßen

Der Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart startet in Kooperation mit Kärcher das Pilotprojekt „Tippen mit Kippen“ zur Entsorgung von Zigaretten-Kippen. Die gelben Boxen mit witzigen Fragen werden an Clubs und Bars in der Stadt angebracht.

Stuttgart – Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür aber mit einem Augenzwinkern geht das Projekt „Tippen mit Kippen“ an den Start. Die ersten gelben Boxen, sogenannte Ballot Bins, wurden bereits an der Bar Waranga und dem Shop Abseits angebracht. Auch dies sei ein Versuch, Stuttgarts Straßen sauber zu halten – auf humorvolle Art und Weise.

Tippen statt Kippen

Sauberkeit ist in Stuttgart langsam aber sich ein Problem. Gerade am Wochenende, vor allem an öffentlichen Plätzen, sitzen die Leute in ihrem Müll, lassen ihn liegen, kümmern sich einen Dreck darum. Nun soll dem zumindest im Kleinen Abhilfe verschafft werden. Die gelben Bins werden nach und nach an Clubs, Bars und anderen Locations der Stadt angebracht. „Wir sind dankbar, dass so viele Lokale Interesse an der Aktion zeigen“, freut sich Klaus Thomas, Vorstand vom Förderverein.

AWS-Chef Thomas Heß spricht von einer Veränderung in den Köpfen der Bewohner. „Littering“ sei das Stichwort. „Man wirft alles weg, wo man geht und steht und benutzt keinen Mülleimer mehr. Warum das so ist, wissen wir nicht, aber wir appellieren immer an den Bürger: Nimm’s zumindest mit. Es kann nicht sein, dass die Großstädte immer mehr vermüllen, nur, weil die Bewohner eine falsche Einstellung haben.“ Umso wichtiger seien die kleinen, gelben Boxen. „Sie sind ein schöner Versuch, der Umwelt etwas Gutes zu tun.“

Auch Citymanagerin Bettina Fuchs ist begeistert. „Die Bins sind ein witziges Tool, das Spaß macht. Ohne erzieherischen, sondern mit spielerischem Charakter, kann gevotet werden. Dies sei auch der richtige Weg. „Denn immer nur zu sagen: Ihr dürft das nicht, sonst gibt’s ein Bußgeld, funktioniert nicht.“ Es sei doch viel schöner, wenn so ein Gedanke mit einer sympathischen Idee beginnt. „Unser Ziel ist es, dass das Projekt noch viele Nachahmer findet.“

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Stuttgarter Clubs und Bars ziehen mit

Senol Maier vom Mata Hari freut sich, dabei zu sein. Es sei eine spannende neue Sache. „Wir sind ein Nichtraucher-Laden und gerade im Sommer ist draußen natürlich viel los. Da haben wir Sorge zu tragen, dass es bei uns vor der Tür sauber ist.“ Es sei auch eine Kostenfrage, betont er. „Drei Stunden am Tag verbringe ich bestimmt mit Fegen.“ Einwegmüll würde immer mehr werden, man sehe das unter anderem am Marienplatz. Doch Senol fragt auch kritisch nach: „Warum Kippen? Nur die, die rauchen, können mitmachen. Und unsere Jugend soll ja nicht dazu animiert werden, mit dem Rauchen anzufangen.“ Trotzdem gilt jetzt erstmal: Der Anfang ist gemacht. „Ich hoffe es entlastet uns, ich hoffe wir tragen dazu bei, dass es bald weniger Müll gibt, indem wir es vorleben. Mal schauen, wo es hinführt.“

Auch der Kings Club ist dabei. Laura Halding-Hoppenheit findet, dass die Boxen eine lustige Idee sind. „Ich habe meinem Personal schon gesagt, sie sollen sich eine witzige Frage überlegen.“ Auch für ihre Gäste, die draußen rauchen, sei es eine unterhaltsame Abwechslung.

Und warum macht das Kowalski mit? „Weil’s witzig ist“, so Sasa Mijailovic. Und auch wenn vor dem Club gefegt würde und man Aschenbecher habe, findet der Gastronom es nicht schlecht, die Leute darauf aufmerksam zu machen. „Ich möchte ja auch in einer netten, sauberen Stadt leben.“ Und welche Frage soll auf der Box am Kowalski zum Voten animieren? „Wir überlegen uns da was Schönes.“ Es müsse ja auch zur Location passen, man wolle schließlich dahinter stehen können.

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Waranga macht den Anfang

„Wir haben hier auf dem kleinen Schlossplatz mit relativ viel Müll am Wochenende zu kämpfen“, sagt Mel Allgaier vom Waranga. Vieles würde auf das Lokal zurückfallen, was aber eindeutig nicht alles von den Waranga-Gästen stamme. „Deshalb finden wir jede Idee toll, dem entgegenzuwirken und vor allem auf diese spielerische Art und Weise. Denn, was einfach nicht funktioniert, ist der erhobene Zeigefinger.“ Mel verweist auf das Schild „Skatboardfahren verboten“ und daneben auf die skatenden Jungs. „Klar, das ist dem Platz, der Lage geschuldet, das ist urban und das wollen wir ja auch. Aber dem Müll Herr zu werden, ist schon eine Mammutaufgabe.“ Trotzdem oder gerade deshalb freue man sich besonders, als erstes Lokal, die Box angebracht zu haben und sei gespannt, wie es angenommen werde.

TODAY ☀️ Release: Waranga, 17 Uhr!!!

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