Warum das Studium die beste Zeit zum Gründen ist

Vom Hörsaal zum eigenen Start-up: In der Gründermotor Meisterklasse bekommen Studierende Hilfe, ihre Ideen in die Tat umzusetzen.

Stuttgart – Im Start-up-Hub Steyg wird bald ein ganz besonderer Workshop angeboten: die Gründermotor Meisterklasse. Bewerben kann sich dafür jeder, der an einer Hochschule eingeschrieben ist und Lust hat, ein Start-up zu gründen. „Die Idee muss noch gar nicht feststehen“, sagt Adrian Thoma. „Die wird sich sowieso weiterentwickeln und ändern.“

Steyg – Raum für Gründer

Thoma hat das Konzept der Meisterklasse gemeinsam mit Amelie Hübner erarbeitet. Mit Pioniergeist bieten sie im Steyg Raum für Gründer aller Art – ein Eldorado für Stuttgarter mit frischen Ideen. An der Lautenschlagerstraße, mitten im Kessel, können Gründer und alle, die es werden wollen, Büros auf der 1.000 Quadratmeter großen Fläche anmieten und dort an ihren Ideen arbeiten. Mindestens genauso wichtig aber, ist der dahinter steckende Netzwerk-Gedanke.

In Gemeinschaftsräumen, bei Workshops und anderen Veranstaltungen können sich die Gründer untereinander austauschen, bekommen Feedback für ihre Ideen, arbeiten gemeinsam an Lösungen und können sich Tipps von erfahrenen Entrepreneuren holen – so haben sich auch schon neue Teams zusammengesetzt. Das erklärte Ziel: „Im Steyg soll sich die Stuttgarter Gründerszene tummeln“, sagt Hübner.

Bald wird sich die Fläche sogar noch verdoppeln, wenn die untere Etage des Gebäudes hinzukommt, wird auf 2.000 Quadratmetern gearbeitet und getüftelt.

Jetzt also das neue Projekt: Gründermotor Meisterklasse. Gründermotor ist eine Initiative, hervorgegangen aus der Zusammenarbeit von Pioniergeist und der Firma Vector Informatik.

Mit der Meisterklasse haben die beiden die Vision „das Gründerökosystem in Stuttgart zu stärken“, wie es Hübner nennt. Und das beginne am besten schon während des Studiums. „Wir haben uns gefragt, wie man es schafft, Studierende dazu zu bringen, unternehmerisch zu denken. Und das nicht nur innerhalb eines Unikurses“, sagt Thoma. Der Bedarf jedenfalls sei da. „Viele Studierende können sich vorstellen, sich selbstständig zu machen – wissen aber oft nicht wie“, sagt Hübner.

Wir wollen bewirken, dass die Region nicht ausblutet, wir möchten die Gründungsdynamik hier behalten.

Dass man nach Berlin muss, um in der Gründerszene netzwerken zu können, ist ein Trugschluss, sind sich die beiden sicher. „Wir wollen bewirken, dass die Region nicht ausblutet, wir möchten die Gründungsdynamik hier behalten“, sagt Thoma. Natürlich stehen Initiativen wie Gründermotor im Raum Stuttgart in direkter Konkurrenz zu Daimler, Bosch und Co. Sichere Arbeitsplätze und gutes Geld locken junge Hochschulabsolventen.

Aber es gibt auch genügend junge Berufseinsteiger, die sich erstmal ausprobieren wollen. Die sich die Frage stellen: Was will ich mit meinem Leben machen? Will ich ein kleines Rädchen im großen Getriebe sein, oder ein großes im kleinen? Dazu braucht es Mut, Thoma sagt aber auch: „Nach dem Studium hast du wirklich nichts zu verlieren.“

Auch Thoma selbst hat nach dem Studium das Abenteuer Selbstständigkeit gewagt und mit zwei weiteren ein Start-up gegründet – mit Erfolg. „Die beste Zeit zu gründen, ist nach dem Studium“, sagt er deshalb überzeugt.

Mentoring durch Hochschulen und Gründer

Bei der Meisterklasse steht das Mentoring im Fokus. Mit dabei ist unter anderem Jens Schmelzle von Simpleshow, Ann-Sophie Claus von The Female Company und Feliks Eyser von Regiohelden. Auch von den Hochschulen sind Mentoren vertreten, etwa Michael Flad von der Hochschule Esslingen, Leif Brändle von der Universität Hohenheim und Irina Kohlrautz von der Hochschule für Technik.

Das Ziel der Meisterklasse ist es, Prototypen herzustellen und im Juni vor Investoren pitchen zu können. „Wir möchten Investment- und skalierfähige Start-ups schaffen“, sagt Thoma. Um all das zu erreichen, seien alle drei Voraussetzungen geschaffen: An den Hochschulen dürfen die Labore verwendet werden, top Gründer aus der Region Stuttgart helfen den Nachwuchsgründern und der Kontakt zu möglichen Investoren und Business Angels besteht auch schon.

Anmelden kann man sich unter folgendem Link >>>> Im Februar geht die Meisterklasse los. Jedes Gründerteam bekommt ein Startkapital von 2.000 Euro.

Die Mischung macht’s

Der Wunsch der beiden Initiatoren ist es, eine bunte Mischung an Studierenden anzusprechen, aus verschiedenen Disziplinen und mit verschiedenem Knowhow. „Wir möchten unternehmerisch denkende Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenbringen“, sagt Thoma. Kreative, Wissenschaftler, Techniker – gerade die Mischung bringe die besten Ideen hervor.

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