Warm-up statt kalte Füße beim Opernbesuch mit Sara Dahme

Gibt es einen Dresscode? Wie finde ich meinen Platz? Und singen die wirklich ohne Mikro? Diese und andere Fragen beantwortet Sara Dahme beim Warm-up in der Staatsoper Stuttgart. Das neue Format will die Oper zugänglicher machen, ganz im Sinne der Kunst- und Kulturvermittlerin, die findet: „Ein Opernbesuch kann auch Spaß machen.“

Stuttgart – Die Idee dahinter: Den Leuten (wieder) Lust auf den Opernbesuch zu machen und die zu erreichen, die kein Abo haben oder vielleicht denken: die Oper – zu alt, öde, langweilig. „Deshalb war unser Gedanke: Lass uns doch mal etwas anderes probieren“, erklärt Sara. Man habe sich nach mehreren Überlegungen im ersten Schritt für eine leicht verdauliche Herangehensweise entschieden – keine schlechte Idee, scheint die Oper für viele doch eher schwere Kost zu sein. Der Startschuss für die erste Runde ist bereits gefallen, das Warm-up mit Sara soll nun also dabei helfen, mit der Oper warm zu werden: „Keine Angst, wir machen kein Yoga“, so die 35-Jährige lachend. „Es geht vielmehr darum, ganz locker an die Hand genommen zu werden und Gossip, Tipps und Tricks über beziehungsweise für den Opernbesuch zu erfahren. Wir sprechen auch über die No-Gos, ich verrate euch, wo die besten Sitzplätze sind und wie viele Sekunden euch noch bleiben, wenn der dritte Gong ertönt.“ Damit sei auch eine Testphase angelaufen, mit der man ausprobieren wolle: „Was wird angenommen, was interessiert, wie können wir Leute erreichen, die eher opernfern sind?“

Mit der Oper warm werden

Die Oper ist ein sehr komplexes System, das weiß auch Sara. „Und wenn man dort beziehungsweise damit nicht groß geworden ist, kann man sich sehr schnell verlaufen, ja fast schon verrennen und sich total verloren fühlen.“ Deshalb führt die Kunst- und Kulturvermittlerin Neulinge und Interessierte durchs Haus, liefert Hintergrundinfos zur Staatsoper, aber auch den Produktionen, Besetzungen und dem Orchester.

„Ich bin auch in der Pause als Ansprechpartnerin da und es gibt ein Nachgespräch.“ So bleiben am Ende ganz bestimmt keine Fragen mehr offen. „Es geht aber vor allem auch darum, die Leute nicht allein zu lassen. Gerade wenn man das erste Mal in der Oper ist und sich irritiert, unsicher, verloren fühlt.“

Die Hochkultur-Hürde

Und gerade was die jungen Leute angeht, stellt allein das Wort Hochkultur ja schon eine Hürde dar. Man hat Respekt, traut sich nicht in die Oper, aus Angst, sich fehl am Platz zu fühlen. Das liege aber auch daran, dass der Opernbesuch den Kids fremd sei, findet Sara. „Es gehört heute nicht mehr so zum guten Ton, in die Oper zu gehen.“ Auf den ersten Blick sei es für viele einfach eine veraltete Institution.

Und ich versuche, auf humorvolle Art zu zeigen: Hey, man kann in der Oper auch Spaß haben.

Bühnenbilder sind mit Streetart versehen, die jungen Darsteller wohnen in Ensemble-WGs zusammen und auch an das Thema Dresscode geht man in der Oper recht entspannt heran – Sneaker und kurze Hosen, kein Problem. „Die Ticketpreise liegen zwischen 9 und etwa 140 Euro, das allein zeigt ja schon: Jeder soll den Zugang zur Oper bekommen. Die Türen stehen für alle offen und wir zeigen euch: Es ist gar nicht so öde, kommt ruhig rein.“

Warm-up-Termine

Das nächste Warm-up findet am Freitag, 21. Juni, statt. „Wir treffen uns eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, gehen gemeinsam durchs Haus, es gibt Hintergrundinfos zur Staatsoper Stuttgart und dann sehen wir uns Ariadne auf Naxos an“, fasst Sara den Ablauf zusammen. „Und wenn ihr euch jetzt fragt, um was es bei Ariadne auf Naxos geht, dann ist das doch schon ein Grund mehr, um euch die Oper anzuschauen.“

Weitere Infos zum Warm-up und wie ihr an Tickets kommt, erfahrt ihr hier >>>

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