Von Bier und Blackouts: das DJ-Kollektiv Weview

Das Stuttgarter DJ-Kollektiv Weview versorgt den Kessel schon seit Jahren mit feinster elektronischer Musik. Am Freitag feiern die Jungs ihr zweijähriges Bestehen als Residents in der Romantica. Für uns haben sie ein paar Gute-Nacht-Geschichten ausgepackt.

Stuttgart – Weview – das sind die fünf Gründungsmitglieder Yannik Hansen, Florian Blessing, Niclas Champaert, Dominik Krammer und Luca Riemer. Begonnen hat alles Anfang 2016, heute sind sie nicht nur ein DJ-Kollektiv sondern auch ein Label. „Wir kannten uns von der Uni oder über ein paar Ecken und hatten Bock hier in Stuttgart etwas zusammen zu starten“, erzählen uns Yannik und Dominik, als wir sie zum Interview treffen. Die ersten Gigs fanden schließlich an der HFT und im Max-Kade-Wohnheim statt. „Bei den Kade-Partys haben wir für fette Deko und Lichtinstallationen gesorgt und waren sozusagen zum ersten Mal richtig professionell unterwegs“, berichten die beiden. Die Geburtsstunde von Weview.

Über den Kessel hinaus erfolgreich

Der erste „richtige“ Gig im ehemaligen Cue am Rotebühlplatz ließ dann nicht lange auf sich warten. Nach und nach hat sich das Kollektiv dann noch um ein paar weitere DJs vergrößert – inzwischen gehören auch Bajan K., Leo Beltramo, Varysoo und Denis Skok zur Weview-Family. Heute legen die Jungs über den Kessel hinaus auf, zuletzt auf dem Seenachtsfest in Konstanz und beim „Wasser mit Geschmack“-Festival in Heubach. Wenn sie nicht gerade zusammen hinterm DJ-Pult stehen, sind die Jungs auch solo oder als Duo in den Stuttgarter Clubs unterwegs. Yannik „Hänsn“ hat zum Beispiel am 1.10. einen Gig im Stuttgarter Planetarium und Flo und Niclas findet man häufig als „Blak & Créer“ hinter den Decks.

Residents in der Romantica

Das Stuttgarter Nachtleben bezeichnen Yannik und Dominik als solide. Natürlich gibt es Potential, aber man kann im Kessel definitiv was reißen. Vor allem in den kleinen Läden der Stadt seien die Partys immer gut. Man sei hier sehr stark mit der Crowd connected, die Stimmung ist immer super – „Es hat oft ein bisschen was von einer Hausparty“, sagt Yannik. Neben vereinzelten Gigs in verschiedenen Stuttgarter Clubs, sind die Jungs von Weview seit 2017 Residents in der Romantica. Jeden vierten Freitag im Monat findet dort ihre „Modern Days“-Veranstaltung statt, die am kommenden Freitag ihr zweijähriges Jubiläum feiert. Anlässlich dieses Events packen Yannik und Dominik für uns ein paar Gute-Nacht-Geschichten aus, die sie im Kessel erlebt haben.

DJ-Kollektiv Weview aus Stuttgart
Die Gründer von Weview: Flo, Dominik, Yannik, Luca & Niclas (v.l.)

Von Bier und Blackouts

Bei einem unserer Gigs stand das DJ-Pult direkt neben einem Kühlschrank voller Bier. Klingt erstmal ganz praktisch, war für uns an dem Abend aber fatal. Denn da das Auflegen bekanntlich sehr durstig macht, war unsere Bierfluss in der Nacht entsprechend hoch. Einer von uns ist beim Auflegen dann direkt auch mehrfach umgefallen und hat sich irgendwann gut am DJ-Pult festhalten müssen, um den Gig zu überstehen. Ganz ehrlich, ab einem gewissen Punkt sind die Erinnerungen an diesen Abend nur noch lückenhaft – und möglicherweise hatte dieser Bierkühlschrank etwas damit zu tun. Und auch wenn wir unsere Playtime wohl gnadenlos überzogen haben, war es ein extrem cooler Abend. Munkelt man.

Abriss im 1. Stock

Legendär waren auch unsere früheren Partys im 1. Stock. Wir haben dort immer durchroutiert und an einem Abend war es so richtig krass. Wir hatten die Leute wie an einer Leine – aber genau das wollten sie auch. Der Laden und die Crowd war einfach on fire. Irgendwann standen wir irgendwie auf dem Tresen und haben die Leute eingeheizt. Du stehst da oben und denkst einfach: „Okay, was ist jetzt passiert?!“ – aber die Eigendynamik, die sich an dem Abend entwickelt hat, war einfach überragend.

„Irgendwann wurde es zu wild!“

Natürlich kennen wir als DJs auch diese Art von Gästen, die „etwas“ anstrengend sind. Der Klassiker sind Songwünsche, für die man einfach das Smartphone mit der geöffneten Spotify-Playlist unter die Nase gehalten bekommt. Manchmal sind echt ein paar coole Vorschläge dabei, oft passt es vom Genre oder Tempo aber einfach gar nicht ins Set. Und dann gibt’s natürlich noch die Leute, die sich im Club ein bisschen daneben benehmen. Einmal haben wir einen Typen rauswerfen lassen müssen – der ist draußen vor der Tür dann in Tränen ausgebrochen. Das traf uns dann auch etwas unvorbereitet. Unvergessen ist auch „die Nackte“ – die sehr leicht bekleidet die Leute im Club so dermaßen belästigt hat, dass einige Besucher fluchtartig den Club verlassen haben. Irgendwann wurde es dann halt echt zu wild und sie musste gehen. Wir haben uns draußen bestimmt noch eine Viertelstunde mit ihr unterhalten und erklärt, warum sie jetzt nicht mehr in den Club kann. Auch sie war den Tränen nahe, hat es dann aber eingesehen.

Weview an den Decks 

27.09. 2 Jahre „Modern Days by Weview“ in der Romantica

01.10. Tunesday mit Hänsn im Planetarium

12.10. Weview Showcase im Baalsaal Hamburg

18.10. Concept Party in der Dresden Bar mit Dominik Krammer und Hänsn

Mehr Dates hier >>>

Fotos: Weview

Mehr aus dem Web