Vanessa Ast auf Mission Mindfulness

Vanessa Ast ist Journalistin, Soulsängerin, Speakerin, Podcasterin und Coach für Mindfulness-Transformation und Empowerment. Im vergangenem Jahr startete sie ihre Mission Mindfulness. Uns hat sie mitgenommen und verraten, warum Achtsamkeit eine Art Superpower ist, die wir alle in uns tragen.

Stuttgart – „Ich bin jetzt nicht die Frau, die Räucherstäbchen abfackelt und gegen die Klangschale scheppert. Ich bin eine Frau mit Herz, mit Schnaps und Liebe, mit Rauch in der Stimme.“ Nahbar zu sein – für Vanessa eine Grundvoraussetzung, um ihre Mission Mindfulness in der Welt zu spreaden. „Mein Antreiber ist es, durch meine Tätigkeit und mit dem Thema, für welches ich stehe, Menschen in ihre Mitte zu bringen.“

Die Mission Mindfulness begann schon vorher

Vanessas Weg zum Mindfulness Coach startet schon früh – wenn auch nicht unter diesem Namen. Der Kreativkopf kommt aus dem klassischen Journalismus, volontierte an der renommierten Axel Springer Akademie und arbeitete später als Reporterin für TV-Sender und große Verlagshäuser. Mit 30 Jahren steigt Vanessa aus, lässt die Sicherheit hinter sich und probiert etwas Neues aus: Sie gründete ihre eigene Kommunikations-Agentur. Schon damals coachte sie Unternehmen – eben mit anderem Schwerpunkt.

„Für mich waren die Persönlichkeitsentwicklung und Geistesschulung schon immer wichtig. Im Alltag und in der Funktion als Selbstständige lebt man von der Kreativität. Schon früh musste ich einen Weg finden, wie ich meinen Geist fokussieren kann, um diese Rolle entsprechend zu füllen.“ Auch die Reporterkarriere habe sie geprägt: „Man ist natürlich mit vielen Menschen und Lebensbereichen in Kontakt gekommen, auch in extreme Situationen – positive sowie negative – geraten, die einem einen anderen Blick auf das Leben geben.“

Harte Schicksalsschläge und große Erkenntnisse

Ein Schicksalsschlag sollte Vanessas Weckruf werden: „Wirklich tief eingestiegen in das Thema Meditation und Mindfulness bin ich vor fünf Jahren, als mein Sohn einen schweren Unfall hatte. Die Welt blieb stehen – plötzlich war nichts mehr so, wie es einmal war. Wir hatten keinen Alltag mehr, unser Leben spielte sich in Kliniken ab. Nichtsdestotrotz war ich selbstständige Unternehmerin und musste kämpfen, dass unsere Existenz erhalten blieb“, so die 43-Jährige.

In dieser Zeit verstärkte sich Vanessas Verbindung mit den Themen Mindfulness und Meditation. „Mir wurde klar, dass ich ganz und gar für diese Sache stehen will.“ Heute ist sie ausgebildeter und zertifizierter Coach. „Im Endeffekt war das die Antwort auf die Frage: Für was stehe ich im Leben? Was möchte ich tun, oder was kann ich tun, um meine Persönlichkeit zu entfalten.“

„Ich trage eine große Heimat in mir“

Inspiration, Ideen, Input – all das sammelt Vanessa an den verschiedensten Orten dieser Welt. „Bin ich auf Kreativ-Klausuren sitze ich am Meer wie Hemingway“, sagt sie lachend. „Grundsätzlich bin ich eine Reisende. Die Mindfulness hat man ja immer dabei. Ich trage eine große Heimat in mir.“

Eine Heimat, die auch von Stuttgart, dem Ort ihrer Geburt, genährt wird. „Ich bin hier aufgewachsen, hier hat viel angefangen, hier ist viel zu Ende gegangen. Und auch wenn ich in verschiedenen Städten wie Köln, Hamburg, Berlin oder London gelebt habe, bin ich 2016 bewusst zurückgekehrt.“

Der Hölderlinplatz ist ihre Hood: „Ich liebe es, schätze die Menschen und unsere Verbundenheit. Es ist ein schönes Miteinander. Man unterstützt sich und trägt auch mal eine Suppe irgendwohin, wenn jemand krank ist.“

Auch ihre Mission Mindfulness wird in der Nachbarschaft supportet: „Immerhin haben sie es ja hautnah mitbekommen, wenn ich mal wieder im Café saß mit Laptop und tausend Blättern um mich herum.“ Vanessa freut das: „Hey, das ist so toll. Alle fragen von sich aus nach Karten und Plakaten. Dieser Rückhalt macht mich echt glücklich.“

Vanessa Ast in ihrer Hood am Hölderlinplatz
Vanessa Ast in ihrer Hood am Hölderlinplatz
Foto: Laura Müller-Sixer

Mehr Mut & Menschlichkeit – eine Herzensangelegenheit

Neben ihrer Arbeit als Coach und Speakerin hat Vanessa einen Podcast ins Leben gerufen –  für „Mehr Mut & Menschlichkeit“.

„Das ist eine Herzensangelegenheit, weil ich überzeugt davon bin, dass es das ist, was wir da brauchen.“ Sie ergänzt: „Ich bin auch der Meinung, dass jeder eine Story hat und wir alle unsere eigenen Helden sind. Ich will den Fokus darauf legen, was uns verbindet.“

Hier und da sei es auch die Scheu, sich anderen zu zeigen. „Und genau das ist die Intention meines Podcasts.“

Jeder Monat widmet sich einem anderen Oberthema. Im Dezember war das die Menschlichkeit, im Januar dreht sich alles um Mut. In den vier Folgen, die jeweils mittwochs erscheinen, sind Geschichten von Interviewgästen – unter anderem aus Stuttgart – zu hören, teilt Vanessa persönliche Erfahrungen, geben Experten Tipps und Tricks und zum Abschluss eines jeden Monats folgt ein Achtsamkeitsimpuls mit Meditation.

Mindfulness als Superpower

Dass Mindfulness oft als „Esoquatsch“ abgestempelt wird, habe vor allem etwas mit Unwissenheit zu tun. „Deshalb bin ich auf Mission Mindfulness – um Achtsamkeit erfahrbarer zu machen. Dafür bin ich sozusagen in verschiedenen Funktionen als ‚Türöffner‘ aktiv.“

Mindfulness ist eine Geisteslehre, die durch internationale Studien gestützt ist. „Mir ist es wichtig, dass die Menschen verstehen, dass man nicht aus einem bestimmten Bereich kommen muss, um Mindfulness zu verstehen. Das ist nicht nur etwas für Yogis – es ist eine Superpower, die in jedem von uns steckt.“

Und die Wissenschaft bestätigt: Durch Achtsamkeitsmeditation wachsen die grauen Zellen, man hat mehr Geisteskapazität, wird fokussierter, das Immunsystem wird stärker und schlussendlich wird man glücklicher.

„Man lächelt mehr, das Gehirn merkt das und schickt Endorphine durch den Körper. Das schafft eine riesen Lebensqualität – und zwar in kürzester Zeit.“

Das Problem sei jedoch, dass der Mensch anders programmiert ist: „Wir haben pro Tag zwischen 60.000 und 70.000 Gedanken, davon sind gerade einmal 3000 neu, der Rest beschäftigt sich immer mit bereits Vergangenem oder dem, was morgen sein könnte. Drei Prozent all dieser Gedanken sind positiv.“

Mindfulness kann jeder

Vanessa nennt das „Monkey Mind“, welches einem ständig Dinge ins Ohr flüstert, die nur selten positiv sind. Ziel ist es, den Raum zwischen Reiz und der darauffolgenden Reaktion, wo meistens der Autopilot übernimmt, zu vergrößern.

Die Mindfulness-Expertin ist sich sicher: Mindfulness kann jeder. „Der Anfang ist eine gesunde Neugierde.“

Achtsamkeit im Alltag

Das deutsche Wort für Mindfulness, „Achtsamkeit“, mag Vanessa weniger: „Für mich bedeutet es nicht das Gleiche wie die Mindfulness – also die Fülle des Geistes. Es ist sehr schwammig, jeder versteht etwas anderes darunter.“

Und doch hat sie einige praktische Tipps parat, wie man achtsamer in den Tag starten kann.

„Routinen helfen. Zum Beispiel morgens. In dem Moment, in dem ich bewusst wach werde, gehe ich sofort in die Dankbarkeit und überlege mir, wofür ich in meinem Leben dankbar bin. Dadurch startet man schon einmal anders in den Tag. Als nächstes brauche ich aber erstmal einen Kaffee, um überhaupt einen Kreislauf zu bekommen“, scherzt die 43-Jährige.

Auch atmen kann – und muss – bewusster werden: „Am besten in eine aufrechte, entspannte Haltung setzen und bewusst atmen. Meistens kommen einem da die Gedanken schnell in die Quere – genau dann kann man sich auf bestimmte Wörter konzentrieren, die damit verbunden sind: Also ‚eins‘ für das Einatmen und ‚zwei‘ für das Ausatmen – das geht natürlich auch mit ‚heben‘ und ’senken‘. Mehr braucht man nicht, den Atem hat man ja immer dabei.“

Podcast „Mehr Mut & Menschlichkeit“ >>>

Bleibt up to date mit unserem Newsletter:

Mehr aus dem Web