Upcycling-Label iamartig rettet vergessene Stoffe

Melissa Nemeth rettet vergessene Stoffe und Materialien: Mit ihrem Upcycling-Label iamartig verwandelt die 29-Jährige ungetragene, aber lieb gewonnene Kleidungsstücke mit Hilfe von bestehenden Materialien in neue Unikate.

Stuttgart – Melissa hat ein Faible für Materialien. Besonders angetan haben es ihr die Kleidungsstücke, an denen Erinnerungen hängen, die man behalten möchte, aber leider nicht mehr passen. Durch die Kombination alter Lieblingsteile mit Industriebeständen nachhaltiger Meterware entstehen Unikate, die den persönlichen Wert weiterleben lassen.

Iamartig: Der Wert von Stoffen, Menschen und Geschichten

Artig, das ist Melissa. Der Labelname fordert auf: Gehe artig mit deinen Klamotten um, sei kreativ, erhalte das Kind in dir und fühl dich frei. Seit acht Jahren lebt die 29-Jährige in Stuttgart: „Ich liebe diese Stadt und will auch nie wieder weg.“ Hier besuchte sie die Modeschule und entwickelte währenddessen ein ganz anderes Bewusstsein für Stoffe. Auch wenn Melissa als waschechte Vintage-Liebhaberin schon vor Marie Kondo minimalistisch lebte und alte Stücke nicht weggeworfen hat, sondern aufwertete, musste sie im Job erst den für sie richtigen Weg finden.

Statt auf Masse als Fahrzeug-Innenausstatterin bei einem großen Automobilhersteller, setzt sie nun auf nachhaltige Einzelstücke für Menschen. Im Job geht es Melissa um mehr, als nur darum, Mode zu kreieren: „Ich möchte auch die Gesichter und Geschichten dahinter kennenlernen.“

„Jede Frau soll die Stücke tragen können“

Alles begann damit, dass Bekannte mit alten Kleidern zu ihr kamen: „Viele wussten ja, dass ich schneidere und kamen mit konkreten Vorstellungen zu mir. So habe ich gemerkt, dass die Nachfrage existiert.“ Seitdem widmet sie sich den individuellen Modelösungen für gebrauchte Stücke. Egal ob Bettwäsche, Leder oder die Jogginghose: Jedes Material eignet sich. Sie selbst sieht sich deshalb als Retterin von Stoffen, die vergessen worden sind.

Auch in ihrer neusten Kollektion „Aktual“ spiegelt sich das wieder. Der „Aktualisierungscharakter“ spielt bei den Oversize-Stücken aus Leder, Denim und Co. eine große Rolle. Der Fokus liegt auf Frauen und der H-Silhouette: „Jede Frau soll die Stücke tragen können, unabhängig von der Konfektionsgröße“, so Melissa.

„Wünsche finde ich super!“

Aktuell gibt es die iamartig-Kollektion im Haute Cueture Store an der Schmale Straße 9 – 13 oder auf Anfrage via Facebook- oder Instagramkontakt – denn am liebsten passt Melissa Mode an die jeweilige Person an: „Ich liebe Wünsche. Wünsche machen Kleidung erst besonders.“ Egal, ob es das zu klein gewordene Lieblingsteil ist oder ein Erbstück: Melissa setzt die Vorstellungen ihrer Kunden gerne um.

Natürlich hat auch die 29-Jährige Wünsche: Ein Atelier oder Co-Working-Space mit anderen Kreativen sowie Design-Kooperationen stehen auf dem Zettel – sind aber noch Zukunftsmusik. Jetzt sollen erst einmal die Stuttgarter auf ihr Label aufmerksam werden.

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