Tischtennis wie zu Kolchose-Zeiten: Die Spring Games!

Für manche ist Tischtennis nur ein Hobby. Für andere ist es ein magischer Ort der Harmonie, ein Freundeskreis mit kleinen weißen Bällen. Bei den Spring Games am StadtPalais kommt am Wochenende zusammen, was zusammengehört: Ping-Pong-Action, Interkulturalität und Kolchose-Gefühl.

Stuttgart – Tischtennis ist so viel mehr als nur ein Hobby. Tischtennis ist so viel mehr als nur ein Sport. Für mich zumindest. Aber wahrscheinlich auch für einige andere. Ich meine jetzt nicht unbedingt die Styler, die in zwanghafter Selbstironie die weißen Socken hochziehen und das Björn-Borg-Gedächtnisstirnband auspacken, um Insta-Likes zu kassieren. Ich meine die, die an der Platte, mit der Platte, für die Platte leben. So wie ich eben.

Tischtennis am Meer

Am Wochenende habe ich daher so eine Art Heimspiel. Der dufte Typ Wasi, den man natürlich noch aus Kolchose-Zeiten kennt, bringt die Spring Games aus Heidelberg nach Stuttgart. Extra für mich, so denke ich zumindest gern: Ein Tischtennis-Treffen der liebevollen Art, eingebettet in den redlichen Stadtpalais-Versuch für mehr Sommerfeeling im Kessel: Stuttgart am Meer.

Spring Games ist mein Nachname

Ehrensache, dass ich da mitmache. Mit einem guten Freund. Ich meine, mein Nachname ist Springorum, das sind die Spring Games. Klingelt’s? Ich bin alles andere als ein Profi, aber das hat mich noch nie von irgendwas abgehalten. Meine Vorhand ist ganz okay, meine Rückhand allerhöchstens ausreichend, meine Beinarbeit ganz gut und meine Taktik manchmal leicht zu durchschauen. Aber darum geht es mir gar nicht. Ich will nicht gewinnen. Ich will ein gutes Spiel machen. Wasi versteht mich. „Beim Tischtennis geht es um den Vibe“, sagt er und ich nicke zustimmend. „Es ist nicht nur das Zocken.“

Die Veranstaltung lebt von den Leuten

Das gilt auch für seine Spring Games, die Samstag und Sonntag stattfinden und noch offen für Teams sind. „Die Veranstaltung lebt von den Leuten, die mitmachen“, fährt er fort. „Den DJs, den Leuten an der Bar, denen in den Hängematten. Für uns ist es kein Sport im herkömmlichen Sinne.“

Wer Bock hat, zuzuschauen, kann das also sehr gerne tun. Und wer ein paar Bälle schlagen will, der schnappt sich Mitspieler und registriert sich. Denn die Krux ist ja: Obwohl seit Casper und Marteria alle Tischtennis angeblich so cool finden, schafft sich doch kaum einer Schläger an. Kann Wasi nicht verstehen: „Die Spring Games gibt es seit 2013. Man könnte sagen, wir waren in Deutschland die ersten, die das mit einem Beat-Event als Festival aufgebaut haben. Und uns interessiert ehrlich gesagt nicht, ob das nun ein Trend ist oder nicht.“

Kolchose mit Tischtennisbällen

Tischtennis als Gemeinschaftsprojekt, als Ort des gemeinsamen Abhängens, beschallt von DJs. Gar nicht so weit entfernt vom Kolchose-Gedanken also. Nur mit Tischtennisbällen. „Wir möchten, dass Leute zusammenkommen und sich beim Spielen kennenlernen“, nickt Wasi, der die ganze Sache mit einigen Kumpels in Heidelberg startete. „Ursprünglich wollten wir das als Grillparty mit Live-Acts aufziehen. In den nächsten Jahren wurde es immer größer. 2015 hatten wir dann über 1500 Besucher und mehr als 40 Teams.“ Das wuchs ihnen fast über den Kopf. Man entschloss sich dazu, das ganze Ding wieder gesundzuschrumpfen. Der Spirit sollte schließlich nicht verloren gehen.“

Tischtennis gegen Ausgrenzung

Den trägt Wasi jetzt auch nach Stuttgart. Für mehr Wir-Gefühl. Und für Harmonie an der und um die Platte. Für das befriedigende, meditative Mantra „Pock-Pock-Pock“. Gewinnen wird da absolut zur Nebensache. Wasi hat das Schlusswort: „Lass uns das Thema, wer wir sein wollen, alle gemeinsam angehen – ohne jemanden auszugrenzen.“

Spring Games Stuttgart – das Programm:

Samstag & Sonntag ab 11:30 Uhr (Warm-Up-Phase)

Anpfiff um 12:30 Uhr

Infos und Anmeldung hier!

Bilder: Spring Games

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