Tipps für einen Feierabend-Spaziergang in Stuttgart-Ost

Klar, dass uns gerade das Kaiserwetter, diverse Coffees to go und der Wunsch, endlich mal wieder den Kopf frei zu kriegen, desöfteren nach draußen locken. Ein Spaziergang jagt den nächsten. Da noch neue Ecken zu entdecken, fällt schwer. Und so fanden wir uns kürzlich eher zufällig auf einem Feierabend-Spaziergang at it’s finest wieder – und zwar in Stuttgart-Ost.

Stuttgart – Wenn der November goldener denn je daherkommt, dann macht das Lust auf: draußen sein, Stuttgarts Hügel rauf und runter spazieren und den Coffee to go auf einer Parkbank in der Sonne genießen – mit Abstand, versteht sich. Für einen kurzen Moment ist genau in diesem Augenblick Corona, der Lockdown light und die miese Laune vergessen und verflogen. Einfach mal wieder richtig durchatmen, sich gut fühlen und den Ausblick auf die herbstliche Natur genießen. Hach, das tut gut und geht – wie wir bereits mehrfach, mit nicht nur einem Ausflugstipp, unter Beweis gestellt haben – im und rund um den Kessel noch besser.

Feierabend-Spaziergang at it’s finest

Wir haben euch mitgenommen durch die bunten Weinberge, entlang der Grabkapelle auf dem Rößleweg, den Ausblick genießend – ob von der Karlshöhe oder Zacke aus – auf dem Blaustrümpflerweg und nehmen euch diesmal mit auf einen „Walk in the Park“.

Der Untere Schlossgarten – ein Traum

Ihr habt jetzt bestimmt auch alle dieses eine ganz bestimmte Lied im Kopf. Ja, der Schlossgarten, eine 600 Jahre alte Parkanlage und die grüne Lunge Stuttgarts, beginnt im Stadtzentrum, folgt dem früheren Lauf des heute verrohrten Nesenbachs bis zum Neckar und hat einiges zu bieten.

Eingeteilt in den Oberen, Mittleren und Unteren Schlossgarten (dem wir uns in diesem Text widmen wollen) lädt der Park auch mal zu einem Feierabend-Spaziergang ein. Jogger, Radfahrer und vor allem auch wir Flaneure kommen hier mit Sicherheit auf unsere Kosten. Es gibt einiges zu sehen. Vor allem wenn sich, an so einem herrlichen Herbsttag wie neulich, die Sonne langsam verabschiedet und die Bäume noch ein letztes Mal erstrahlen lässt. Traumhaft!

Ja, ich schwärme – mal wieder! Aber es war einfach so schön. Wären da nicht die Kamikaze-Radfahrer, die es mehr als eilig hatten von A nach B zu kommen, und die ganze Vogelkacke auf den Wegen gewesen. Naja, irgendwas ist ja bekanntlich immer – und eigentlich wollen wir ja nicht nörgeln, denn dazu ist gerade einfach nicht die Zeit, oder doch?!

Ein Highlight in der Herbstsonne

Ach ja, spontane Ideen sind doch immer noch die besten. Da dachten wir uns: Hey, wir waren schon lange nicht mehr außerhalb des Stuttgarter Westens unterwegs. Wie wär’s mal wieder mit einem Spaziergang durch den Schlossgarten. Im Nu ist man mit der U2 bis zur Haltestelle „Mineralbäder“ gefahren, wirft einen Blick auf das grundsanierte Bad Berg – bevor man in den von der Sonne goldgefärbten Park eintaucht.

Einen kurzen Spaziergang später, vorbei an zwitschernden Vögeln, die ihr Nachquartier suchen, turnenden Pärchen auf der Wiese, Ping-Pong spielenden Freunden, die versuchen Abstand zu halten, rasenden Radlern und herrlichen Platanen gelangt man an eine Brücke (über der B14), die uns direkt und ohne Umwege noch tiefer in den Stuttgarter Osten befördert.

Warum wir dort hinwollen? Na, das hat mehrere Gründe, schließlich geht hier nicht erst seit dem KiOst, so einiges. Uns zieht dieser eine – manch einer würde sagen – der beste Karottenkuchen der Stadt quasi magisch an. Die Rede ist vom Café Taraba und einer echten, zuckersüßen Gaumenfreude. Dazu haben wir uns einen Hafermilch-Cappucino gegönnt – besser kann ein Tag nicht enden!

Wenn der Herbst Frühling spielt

Wir ließen es uns nicht nehmen, mit der U2 bis zum Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt zu fahren, einen Blick auf Neckar, Gaskessel und Wasen zu riskieren und, den Abendhimmel bestaunend, wieder gen Westen zu gondeln. Schön war’s – und sehr empfehlenswert, nicht nur, aber vor allem auch, wenn der Herbst mal wieder Frühling spielt.

Fotos: Tanja Simoncev

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