„This is me“: Miricalls über Selbstliebe

Freitag, der 13., kann trotz vieler Hiobsbotschaften und der aktuell prekären Ausnahmesituation auch ein guter Tag sein – davon kann insbesondere die Stuttgarter Sängerin Miricalls ein Lied singen. Warum? Na, weil heute ihre Single „This is me“ erschienen ist. Worum es in dem Song geht und warum Selbstliebe in Zeiten wie diesen essentiell ist, hat sie uns bei einem Ingwer-Tee verraten.

Stuttgart – Miricalls genannt Miri ist ein lebensfroher Mensch, eine junge Frau Mitte Zwanzig mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Die Sängerin freut sich des Lebens, weil sie lebt und liebt, was sie tut. Und weil sie jeden Tag das Wunder der Natur erkennt und sich daran erfreut. „Wenn ich das Haus verlasse, alles blüht und die Vögel zwitschern, dann bin ich immer wieder tief beeindruckt und staune, weil wir Menschen selbst auch ein Teil dieser Schönheit namens Mutter Natur sind.“ Was Miri hingegen traurig macht, ist, dass viele Leute da draußen die scheinbar kleinen Dinge des Lebens kaum noch wahrnehmen und auch zu schätzen wissen. Sie haben den Sinn dafür verloren, sind gefangen in dem Trott namens Alltag. Die große Masse, die eigentlich gegen Rechts, gegen Hass, gegen Rassismus ist, geht den gewohnten Gang, bleibt schlecht gelaunt und wütend, aber stumm. Dabei ist es doch gerade jetzt an der Zeit, laut und politisch zu werden, davon ist auch Miricalls überzeugt.

Was Selbstliebe für Miricalls bedeutet

Denn Miri hat eine Message. Sie möchte das Thema Selbstliebe sichtbarer machen, in den Mittelpunkt rücken und spricht sich damit auch für mehr Authentizität aus. Und das wiederum wissen wir spätestens seit ihrer ersten EP „Dare to be you“. Der Titel ihres Albums bedeutet nämlich übersetzt: Wage es, du selbst zu sein. „Authentisch zu sein, ist mir sehr wichtig“, betont Miri. Es gehe der Frohnatur dabei vor allem auch um die Haltung jedes Einzelnen. Außerdem wirft sie damit die Frage in den Raum: „Was ist, in Zeiten von Instagram und Co., überhaupt noch authentisch?“

Deshalb möchte ich allen als Botschaft mit auf den Weg geben: Traut euch mehr, ihr selbst zu sein und für etwas einzustehen.

Diese Message, Botschaft, wie auch immer setzt sich nun in der neuen Single „This is me“ fort. Es brauche Vorbilder, die ihre Reichweite nutzen und wichtige Themen ansprechen und erklären. Miricalls Sprachrohr ist die Musik, der Gesang. „Ich will so viele Leute wie möglich damit erreichen.“ Songwriting sei für die Sängerin dabei wie Tagebuchschreiben. „Deshalb entstehen auch so persönliche Lieder. Ich könnte nie über Dinge schreiben, die mich nicht bewegen.“

Don’t need to be perfect

Dabei zieht sich das Thema „Selbstliebe“ schon lange durch Miris Leben und Lieder. Gerade der Song „Don’t need to be perfect“ sei bei einer Songwriting-Session im Studio entstanden. „Ich war völlig überfordert, weil ich alles perfekt machen wollte und habe mich dabei selbst so unter Druck gesetzt.“ Das lasse sich auf ganze viele Bereiche des Lebens übertragen. Die Message: Zu hohe Ansprüche an dich selbst bringen dich nicht weiter.

„This is me“ zeigt nun, dass jeder Mensch ein Wunder der Natur ist. „Staunt nicht nur über schöne Sonnenuntergänge usw. da draußen, seht euch selbst als Teil davon“, so Miricalls. „Das haben wir irgendwie alle verlernt.“ Wichtig sei auch, dass man sich für sich selbst auch nicht schämen dürfe. Die „Bodypositivity“-Bewegung, auch von den Stuttgarter Bauchfrauen mit gepusht und diskutiert, hat ein wichtiges Thema ins Rollen gebracht – genauso wie Sandra Wursters Teilnahme am Format „No Body is perfect“. Viele Menschen da draußen haben Minderwertigkeitskomplexe. Miricalls neuer Song wirft deshalb auch die Frage auf: „Was mögt ihr an euch?“ Und das Lied samt Botschaft seien auch nicht nur an Frauen gerichtet, sondern generell an alle, die damit zu kämpfen haben.

Fotos: Daniel Walt

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