Tavma: Weil Kino eben doch besser ist als Netflix!

Klar, Filme streamen ist bequem. Es geht aber nichts über die Magie eines Kinobesuchs. Die Veranstaltungsreihe Tavma Show unterstreicht das – und macht Off-Locations oder gleich dein eigenes Wohnzimmer zum Kinosaal!

Stuttgart – Ich sage ja nicht, dass früher alles besser war. Anders ja, vielleicht auch langweiliger, aber keinesfalls besser. Eines aber schon. Wer damals, und damit meine ich prähistorische Zeiten vor Netflix und YouTube, ins Kino ging, der ließ sich vollkommen verzaubern. Der genoss das Ritual des murmelnden Saals, der plötzlich verstummt, wenn das Licht ausgeht. Heute schauen wir zwischen Zähneputzen und Katze füttern noch schnell eine Folge „How To Sell Drugs Online (Fast)“. Und haben sie aber schon wieder vergessen, wenn wir in der Bahn sitzen und Instagram checken.

Das Wunder namens Tavma

Die Veranstaltungsreihe Tavma Show will das ändern. Tavma ist griechisch und bedeutet übersetzt so viel wie „Wunder“. Und genau das will Tavma Show zurückbringen: Das Wunder des Films, die berauschende Einzigartigkeit des Bewegtbilds. „Ich glaube, dass Filme die Menschen immer noch emotional Menschen berühren können“, sagt Veranstalter Willy Rollé. „Wenn Filme Menschen berühren können, können sie sie auch verändern. Und wer Menschen verändert, der kann auch die Welt verändern.“ Das sei für ihn das Wunder, das der Veranstaltungsreihe ihren Namen gibt.

Die Welt zu Gast im Wohnzimmer

Bei den monatlichen Tavma Shows wird das Medium Film gefeiert. Sie finden überall statt – außer im Kino. Filme können in deinem Wohnzimmer, im Büro (neudeutsch: Co-Working-Space) oder an einem thematisch passenden Ort vorgeführt werden. Dabei sein kann jeder, Tavma ist ein bewusst kosmopolitisches Ding. Dazu gehört eben auch, dass man nach dem Film nicht gleich aufsteht und nach Hause geht. Gemeinsam einen Film erleben und danach darüber reden – darum geht‘s. „Wir wollen Filme aus aller Welt zeigen, die gar nicht oder kaum in den Kinos oder auf den Streaming-Diensten laufen“, erklärt Willy. Viele dieser Streifen sind zwar auf Festivals prämiert, versinken auf dem deutschen Markt aber dennoch in der Versenkung. Die Tavma Show will das ändern. Als Begegnung zwischen den oftmals anwesenden Filmemachern und dem Publikum.

Utopie um die Ecke

Die Macher selbst bezeichnen die Tavma Show als „Utopie in deiner Nähe“. Und erklären das so: „Unser weltoffenes Publikum hat Hunger nach etwas anderem, das es vielleicht nirgendwo sonst finden kann. Wir helfen unseren Gästen, besondere Filme zu finden. Vielleicht ein bisschen wie ein Koch, der ein Gericht speziell für seine Gäste zubereitet.“ Wer seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen will, der kann sich auf der Homepage www.tavma.net bewerben. Beamer, Beschallung und Bestuhlung sollten vorhanden sein. Dann ist sogar ein wenig Kohle für das Hosting drin.

Achtung, Zungenbrecher: Pop-Up-Cinema-On-Demand-Plattform

Der nächste Abend der „Pop-Up-Cinema-On-Demand-Plattform“ steigt schon diesen Freitag, am 28. Juni, im Weltcafé Stuttgart. Dann steht ein karibischer Abend mit drei Kurzfilmen auf dem Programm. „Denken wir an Europa, dann meist an dessen kontinentalen Grenzen“, so Willy. „Durch die Kolonialisierung leben Menschen des alten Kontinents aber auch in der Karibik. Das Verhältnis der europäischen Überseegebiete zu Europa ist komplex und beeinflusst auch die junge Filmszene dort.“ Die melden sich mit Filmen zwischen märchenhafter Poesie und Politik zu Wort. Vorsicht: Der Besuch der Tavma Show könnte tatsächlich horizonterweiternd wirken.

www.facebook.com/events/1229743753842442

Bilder: Tavma

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