Tante M in Sillenbuch: Unverpackt-Laden meets Café

Stylisch, durchdacht, eco-friendly: Mit Tante M in Sillenbuch bekommt Stuttgart einen zweiten Unverpackt-Laden plus Café. Und alle so: Yeah. Wir haben mit Maarit Schneider-Penna und Corinna Giesen über die Idee dahinter, den Zero-Waste-Hype und den Mut, etwas einfach mal zu machen, geplaudert.

Stuttgart – Ja, wir wissen es selbst: Sillenbuch klingt jetzt erstmal nach weit weit weg und Tante M ist deshalb eher Ausflugsziel als Laden um die Ecke. Aber: 1. Allemal einen Ausflug wert und 2. kann man auf dem Weg dorthin einges entdecken und erleben. Die U7 fährt zum Beispiel vom Hauptbahnhof am Charlottenplatz vorbei (Stichwort: Stadtpalais), dann ist man schnell am Bopser und kann mal zum Teehaus spazieren und auch der Fernsehturm liegt auf dem Weg. Außerdem liegt der süße, kleine Unverpackt-Shop von Maarit direkt an der Haltestelle Sillenbuch, ist also super easy zu erreichen. Und wer in die Eduard-Steinle-Straße einbiegt und den Laden entdeckt und später betritt, merkt sofort: Hier wird Nachhaltigkeit groß geschrieben, hier bestimmen good Vibes only das Geschehen. Mit Hilfe ihrer selbsternannten Sparring-Partnerin Corinna lässt die 46-Jährige ihren Zero-Waste-Traum wahr werden. Am 27. Juni soll Stuttgarts zweiter Unverpackt-Laden eröffnen – bis dahin ist aber noch ein bisschen was zu tun.

Der eigene Unverpackt-Laden – ein Traum

Denn bei Tante M ist vieles selbstgemacht und das braucht eben Zeit. Was schon fertig ist, wird voller Stolz präsentiert. „Die Bank, die draußen vor dem Laden steht, hat mein Sohn gemacht – bei einem Schulprojekt im Haus des Waldes“, freut sich Maarit. Holz spielt generell eine große Rolle in dem kleinen Tante-Emma-Laden. Apropos Tante Emma, so ist auch der Name Tante M entstanden. Das M steht für Maarit. Zurück zum Holz. „Die Birke ist mein Lieblingsbaum“, verrät die 46-Jährige weiter. Auch kleinere Birkenstämme werden im Shopinterior verarbeitet. Alles wirkt hell und freundlich und strahlt mit der Laden-Chefin um die Wette. Kein Wunder, hier wird schließlich ein Zero-Waste-Traum wahr.

Sofort fasziniert vom Unverpackt-Format

Entstanden ist die Idee dazu übrigens im Jahr 2016. Maarit hatte sich eine Auszeit genommen und in einer Zeitschrift von dem ersten Unverpackt-Laden gelesen, der in Kiel eröffnet hatte. „Ich war sofort fasziniert.“ Die heute 46-Jährige dachte plötzlich auch über ihr eigenes Konsum- und Einkaufsverhalten nach. „Zu Schulzeiten habe ich meine Mutter noch gebeten, mit Tupperware einkaufen zu gehen und die Milch von Bauernhöfen zu holen. Damals war ich sehr kämpferisch unterwegs und dann hat sich das plötzlich zerschlagen und ich bin sehr unachtsam geworden.“

Nach einem Workshop in Kiel kam Maarit der eigene Unverpackt-Laden in den Sinn und ließ sie nicht mehr los. „Ich dachte mir sofort: Das willst du auch.“ Aber wie so oft, ist gesagt nicht gleich getan. Doch die Sillenbucherin schaute sich in ihrem Ort immer wieder nach Ladenflächen um und entdeckte schließlich die in der Eduard-Steinle-Straße. Kurz vor Weihnachten kam die Zusage und das war dann wohl Maarits größtes Geschenk.

Zwei Frauen und ein Brief

Ähnlich schicksalshaft war für Maarit die Begegnung mit Corinna, die ihr seitdem eine große Stütze ist. Durch einen Artikel sei sie auf Tante M aufmerksam geworden – „und weil ich gerade ein Sabbath-Jahr mache, somit Zeit habe und kreativ bin, wollte ich helfen“, berichtet die 35-jährige Lehrerin. Die beiden Frauen seien sich auf Anhieb sympathisch gewesen und würden sich super ergänzen – beste Vorraussetzungen also für eine gelungene Zusammenarbeit. In Kontakt gekommen sind die Ladies übrigens über einen Brief, den Corinna an Maarit geschrieben hatte. Das habe bleibenden Eindruck hinterlassen. „Das fand ich so cool“, freut sich die Shop-Chefin.

Corinna hatte damals in Berlin das Crowdfunding eines Unverpackt-Ladens unterstützt. „Mir war das Konzept sofort sehr schlüssig.“ Dort habe sie dann auch das erste Mal unverpackt eingekauft. Und wie war’s? Schließlich muss man ja an Taschen und Tupperware denken. „Die gibt es aber auch bei uns im Laden zu kaufen – das ist alles Gewohnheitssache.“ Man müsse einfach ein bisschen mehr planen, aber auch das sei Gewohnheit.

Eine Café-Ecke und viele Ideen

Und was wird es bei Tante M so geben? „Alles“, betonen die Ladies lachend. Von Getreide und Gewürzen über Getränke bis hin zu Kosmetik und Kleidung ist alles dabei – und ja, auch Süßkram. Und was außerdem nicht unerwähnt bleiben darf, ist die geplante Café-Ecke. „Die Leute können gern auch zum Kaffeetrinken und/oder Brunchen vorbeikommen.“ Es wird Frühstücksbowls geben, die sich jeder – Achtung – selbst abfüllen kann. „Vielleicht gibt es auch mal einen veganen Brunch im Angebot. So viele Ideen warten in der Pipeline“, freuen sich die Frauen.

Schnupper-Eröffnung: Am 23. Juni darf man bei Tante M in der Eduard-Steinle Straße 6 schon mal reinschnuppern, am 27. Juni geht’s dann richtig los.

Öffnungszeiten:

Montag & Dienstag 9 – 13 Uhr und 14 – 18Uhr
Mittwoch 9 – 13 Uhr
Donnerstag & Freitag 9 – 13 Uhr und 14 – 18 Uhr
Samstag 9 – 13 Uhr
Sonntag Geschlossen

Kontakt: 

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