Studentin Paulina Larson: Von der Filmaka aufs Trickfilmfestival

Heute startet das Internationale Trickfilmfestival in Stuttgart. Das Event ist eines der größten der Welt und lockt wieder zehntausende Fans und Filmemacher in die Säle, zum Open-Air-Kino und den Wettbewerben. Darunter ist auch Paulina Larson, die an der Filmakademie Ludwigsburg studiert – und im offiziellen Programm einen ihrer Filme zeigt.

Stuttgart – Paulina Mae Larson trägt einen ungewöhnlichen Namen. Der liegt an ihren ungewöhnlichen Wurzeln, die in Schweden und China liegen. Zuhause ist die 24-Jährige allerdings weder in Stockholm, noch in Peking. Sondern in Ludwigsburg. Dort studiert sie seit September 2017 an der international hoch angesehenen Filmakademie im Bereich Produktion. Ein Großereignis wie das Internationale Trickfilmfestival (ITFS) ist für sie und ihre Kommilitonen natürlich Pflichtprogramm, Ort der Vernetzung und Sprungbrett gleichermaßen.

Studenten auf der großen Leinwand

„Es ist schön, dass aufgrund des ITFS alle an einen Ort kommen, an dem wir studieren“, erzählt sie im Gespräch mit dem Stadtkind. „Wir als Studenten haben ja gar nicht die Möglichkeit, diese ganzen Menschen zu besuchen und kennenzulernen. Daher ist es ein echter Glücksfall.“ Als Studentin ist sie aber nicht nur privat oder als emsige Netzwerkerin auf dem Festival unterwegs. Wie jedes Jahr, widmet das ITFS auch 2019 der Filmakademie eine eigene Veranstaltung: Am Sonntag, den 5. Mai, zeigen Studierende von 14 bis 16 Uhr im Gloria 2 ihre Projekte auf der großen Leinwand.

Entscheidend ist die Poesie

Paulina auch. Sie zeigt den Kurzfilm „Gänseblümchen“, den sie gemeinsam mit Hanno Dall realisiert hat. „Der Film basiert aus meinen alten Liebesbriefen aus der Kindheit“, erklärt sie. „Als ich in meiner alten Erinnerungskiste diese Briefe fand, dachte ich mir, dass die Art der Kommunikation und der Liebe heute gar nicht so weit von damals entfernt ist.“ Ob Kurzfilm oder Langfilm: Für Paulina ist an einem Animationsfilm nur eines entscheidend: „Die Poesie“, sagt sie mit einem Lächeln. Die hat aus der begeisterten Film-Guckerin irgendwann eine angehende Filmemacherin gemacht, deren Leidenschaft für den Animationsfilm durch ein Praktikum beim Studio Soi in Ludwigsburg entfesselt wurde und sie schließlich an die Filmaka führte.

Die Filmakademie ist eine große Spielwiese

Eine Alternative dazu? Brauchte sie nicht. „Ich fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben“, sagt sie, „weil die praktische Erfahrung und das Filme machen eine tragende Rolle spielen. Man fühlt sich wie auf einer großen Spielwiese.“ Von allzu hohem Druck oder schier unerfüllbaren Erwartungshaltungen will sie nichts wissen. „Ich glaube nicht, dass diese Branche härter oder anspruchsvoller ist als andere Branchen. Jede hat ihre Herausforderungen.“ Zudem, betont sie, sei Baden-Württemberg für den Bereich Animationsfilm ein wunderbarer Standort. „Wir haben hier viele Künstler und Fördermöglichkeiten.“

„Game of Thrones“ im Kessel

Stimmt schon. Ob Mackevision, Pixomondo oder das erwähnte Studio Soi: Im Umfeld der Stadt entstehen Visual Effects für „Game of Thrones“, „Westworld“ oder dicke Hollywood-Blockbuster. Paulinas Traum: „Irgendwann mal ein eigenes kleines Animationsstudio.“ Warum nicht, die Nachfrage ist hoch, die Filmakademie gilt als eine der besten Ausbildungsstätten der Welt. Zudem ist ihr Studiengang in diesem Jahr der einzige, der 50/50 zwischen Weiblein und Männlein aufgeteilt ist. Denn eines steht ganz allgemein fest: Die Filmbranche braucht mehr Frauen! Von den 1.000 erfolgreichsten Filmen der letzten zehn Jahre wurde nur vier Prozent von Frauen gedreht. Vier! Hoffen wir also auf die Zukunft. Hoffen wir auf angehende Filmemacherinnen wie Paulina Mae Larson.

Mehr zum Festival: www.itfs.de

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