Stiege 4: Kreativer Bio-Sirup made in Stuttgart

Das Stuttgarter Start-up Stiege 4 produziert selbstgemachten Bio-Sirup mit Zutaten aus der Region. Dabei legen die jungen Gründer großen Wert auf Nachhaltigkeit und soziales Engagement.

Stuttgart – Von der Idee über die Produktion bis zur mobilen Holzbar ist bei den Jungs von Stiege 4 alles selbstgemacht. Aus regionalen Zutaten in Bio-Qualität werden die Sirups in Kooperation mit der Inklusionsküche des Rudolph-Sophien-Stift in Stuttgart gekocht und abgefüllt – ein spannendes Unternehmenskonzept.

Vom Glasverbot zur Unternehmensgründung 

Angefangen hat alles vor drei Jahren bei einem Straßenfest in Wien, wohin die zwei Stuttgarter Hendrik Thomas und Marvin Ringhofer zum Studieren gezogen sind. „In Wien werden häufig Straßenfeste veranstaltet und wir hatten die Idee auf einem Fest selbstgemachte Limo zu verkaufen. Also haben wir einfach in einem Stadtpark Holunderblüten gepflückt und daraus Sirup gekocht“, erklärt der 28-jährige Hendrik.

Dann aber das Problem: die beiden mussten feststellen, dass auf dem Straßenfest, für das sie jede Menge Gläser eingekauft hatten, Glasverbot bestand. „Unsere Aufgabe nach dem Fest war es also das Geld, das wir für die Gläser ausgegeben hatten, wieder reinzuholen.“ Sie bewarben sich für das nächste Fest – und waren dann das erste mal beim Feuerseefest 2016 in Stuttgart dabei.

Für das Fest im Westen haben die beiden direkt expandiert und ihr Sirup-Repertoire erweitert. Den kreativen Part übernimmt hierbei Marvin, er testet und entwickelt die Rezepturen des Start-ups. Und schließlich gab es auch eine personelle Erweiterung im Team. Zum einen wäre da Tommi Fadini. Der gelernte Schreiner und Architekturstudent ist für den Standbau verantwortlich, baut und entwirft die Holzbars. Zum anderen ist Luis Ringhofer mit im Boot, der als Kreativer den visuellen Part übernimmt.

Soziale Verantwortung als Teil der Unternehmensphilosophie

Irgendwann stiegen die Produktionsmengen derart an, dass die Jungs mit dem Kochen kaum noch hinterher gekommen sind. „Als wir merkten, dass wir es bei solchen Mengen nicht mehr alleine hinkriegen, haben wir uns auf die Suche nach einer Produktionsstätte für unsere Sirups gemacht. Ein sozialer Aspekt im Produkt war uns sehr wichtig und so wurden wir über Bekannte auf die Inklusionsküche des Rudolph-Sophien-Stifts aufmerksam gemacht, in der Bewohner und Mitarbeiter des Stifts tätig sind und entschieden uns dort zu produzieren. Einen Wandel in unserer Gesellschaft können wir nämlich nur erreichen, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärt Hendrik.

Dass die Produkte für die Sirupherstellung aus der Region kommen, war für die jungen Gründer ein Muss. „Um regionale Produkte verwenden zu können, produzieren wir auch immer saisonal“, so Hendrik. Nächstes Jahr möchten die Jungs von Stiege 4 sogar ein eigenes Kräuterfeld bewirtschaften.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Wer heute ein neues Produkt auf den Markt bringen möchte, muss sich von anderen Produkten und Angeboten abgrenzen können. „Unsere Firma ist ein Teil der Gesellschaft. Mit unseren Ständen stehen wir auf der Straße bei den Menschen und so fühlen wir uns auch sozial verantwortlich. Dass wir die Thematik der Nachhaltigkeit und Regionalität in unser Unternehmenskonzept einbauen, war uns sehr wichtig“, sagt Hendrik.

Das Thema Nachhaltigkeit versteckt sich bei den vier in sämtlichen Details – die Sirups werden in Glasflaschen abgefüllt, die Drinks in Mehrweggläsern serviert und als Trinkhalme dienen Makkaroni. „Bei der Auswahl der Trinkhalme haben wir so ziemlich alles ausprobiert, bevor wir auf die Lösung mit den Makkaroni kamen – viele nachhaltige Trinkhalme weisen im Gebrauch einige Nachteile auf, aber mit der aktuellen Lösung sind wir zufrieden. Unser Ziel für die nahe Zukunft ist es den Plastikmüll bei den Festen und bei der Produktion so weit es geht zu reduzieren.“

Stuttgart finden die jungen Unternehmer übrigens ideal als Ausgangspunkt für ihr Start-up. „Die Straßenfestkultur ist in Stuttgart sehr etabliert – so ist es nicht in allen Städten. Die Liebe zur Stadt motiviert uns außerdem immer weiterzumachen, wir möchten mit unserer Arbeit unseren Beitrag dazu leisten, die Stadt voranzubringen“, so Hendrik.

Die Sirups kann man mittlerweile online oder im 0711 Store kaufen. Wer die Drinks vorher mal probieren will, findet Stiege 4 beim Feuerseefest im September.

Bilder: Alla Lukashova

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