Duschbrocken aus Stuttgart: Ein festes Shampoo, das die Umwelt schont

Zwei junge Gründer haben auf einer Weltreise den Duschbrocken erfunden – und damit ein festes Shampoo, das die Umwelt schont, trotzdem schäumt und gut riecht.

Stuttgart – Eine Auszeit nehmen. Mal kurz durchatmen, bevor es nach dem Studium ins Arbeitsleben geht. Das war der Plan von Johannes Lutz und Christoph Lung. Unabhängig voneinander haben sich die beiden auf Weltreise begeben, in Myanmar kreuzten sich zum ersten Mal ihre Wege. „Wir haben uns von der ersten Minute an super verstanden und ein paar Tage gemeinsam in Bagan und Mandalay verbracht“, so die beiden.

In Kolumbien ist die Idee zum Duschbrocken geboren

Im Anschluss haben sich ihre Wege wieder getrennt – für Johannes und seine Freundin Lisa ging die Reise weiter in Richtung Südamerika, Christoph und seine Freundin Nira machten sich auf nach Neuseeland. Um die Geschichte kurz zu machen: In Mexiko haben sich die beiden Pärchen mehr oder weniger zufällig wieder getroffen, sind gemeinsam weiter nach Kolumbien gereist und haben dort irgendwo im Amazonasgebiet eine Idee entwickelt, die später in Stuttgart schnell ihre Formen angenommen hatte.

Die Idee hieß: Duschbrocken und ist die Kombination aus Duschgel und Haarshampoo in fester Seifenform. Klingt erst mal gar nicht so außergewöhnlich. Körper- und Haarseifen gibt es schon lange. Der Kampf gegen Plastik ist allgegenwärtig und vor allem junge, umweltbewusste Menschen versuchen in ihrem Alltag ihren Beitrag zur Müllvermeidug zu leisten. Seifen mit natürlichen Inhaltsstoffen für die Körperpflege zu verwenden statt Duschgel mit Mikroplastik und Plastikverpackung drumherum, ist einer dieser vielbeschrittenen Wege.

Wir haben auf Reisen immer das Duscherlebnis vermisst.

Vor allem bei Globetrottern sind Seifen beliebt, da sie mit ins Handgepäck dürfen und keine Gefahr besteht, dass sie auslaufen. Das ist Christoph mit einer herkömmlichen Tube in Vietnam passiert. „Mein Rucksack schäumt heute noch, wenn er nass wird“, sagt er.

Was aber unterscheidet den Duschbrocken von anderen Seifen? „Wir haben auf Reisen immer das Duscherlebnis vermisst. Die Seifen, die wir kannten, schäumten nicht richtig und rochen nicht gut, irgendwie nur nach Waldboden – es war einfach keine richtige Alternative zu normalen Duschgels und Haarshampoos“, sagt Johannes. Noch von der Weltreise aus habe er seinen Vater angerufen mit der Bitte in Outdoor-Läden nach vergleichbaren Seifen zu schauen. „Wenn es so etwas geben würde, würde ich es schon lange selbst verwenden“, sagte einer der Verkäufer und in Kolumbien war kurz darauf klar: Die beiden Jungs gehen die Sache an.

Nach einer Stunde war das Spendenziel erreicht

Wie groß dieser Bedarf war, machte die Crowdfunding-Kampagne 2018 deutlich. „Ich höre die Kirchturmglocken heute noch“, sagt Christoph und lacht. Die Kirchturmglocke, die geschlagen hat, als sie nach einer Stunde Laufzeit schon ihr Spendenziel von 5.000 Euro erreicht hatten. Am Ende kamen 50.000 Euro zusammen. Mit ihrem Duschbrocken haben sie ganz offensichtlich ein Problem erkannt – und eine Lösung gefunden. Seitdem heißt es: Bestellungen abarbeiten und Seifen verschicken.

Die Geschichte der beiden klingt traumhaft, im Moment läuft alles noch viel besser als geplant. „Ich hätte nie gedacht, dass mein Jahr Auszeit das bisher produktivste meines Lebens wird“, sagt Johannes lachend. Einige Monate waren nötig, um die perfekte Rezeptur des Duschbrockens zu finden. Johannes hat internationales Management in Reutlingen studiert, Christoph Wirtschaftswissenschaften – von Chemie und Lebensmitteltechnik waren die beiden noch vor wenigen Monaten weit entfernt.

Wie weit mussten die freiwilligen Tester bestehend aus Freunden und Familienmitgliedern des neuen Produktes erfahren. „Nach einem Test mit einem Prototyp standen die Haare meiner Mutter in alle Richtungen ab und waren praktisch unkämmbar“, erinnert sich Christoph. Eine andere Testerin fand sich nach dem Abtrocknen in einem rotverschmierten Bad wieder. „Ein Massaker wie im Horrorfilm“, lacht Johannes. Nach und nach aber war es geschafft, dank der Hilfe von Freunden und deren Kompetenzen und dank tage- und nächtelangem Recherchierens und Ausprobierens. Gut fünfzig Rezepte haben die beiden Chemie-Neulinge getestet und wieder verworfen, neu zusammengemischt und optimiert.

Der Duschbrocken auf Weltreise

Der Durchbruch kam mit dem Entdecken von Kokosöl und der darin enthaltenen Kokosöl-Fettsäuren. „Das war für uns der Jackpot“, sagt Johannes. Das Bio-Kokosöl ist jetzt der Hauptbestandteil der Duschbrocken. Außerdem darin enthalten sind unter anderem pflanzliches Glycerin, Parfümöl und Lebensmittelfarbe für den Pepp. Keine Chemie, plastikfrei, ohne Palmöl und ohne Tierversuche ist das Credo der jungen Gründer. Drei Seifen haben die beiden zum Start im Angebot: Maxi Minz, Carlos Cocos und Frida Früchtchen. Die jeweiligen Inhaltsstoffe werden auf der Homepage genau aufgelistet. Das Unternehmen der beiden wächst seitdem ungebremst, es läuft – das beweisen nicht nur die 13.000 Follower auf Instagram. Was kann da noch kommen? So einiges, zum Beispiel ein TV-Auftritt. Unser Tipp: An diesem Dienstagabend VOX einschalten, denn Johannes und Christoph werden ihren Duschbrocken in der Sendung „Höhle der Löwen“ präsentieren – und wir drücken die Daumen!

So lange an etwas zu arbeiten, das die Leute interessiert – das macht so Bock.

Alle Infos zum Duschbrocken gibt’s hier >>>

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