Stadtkinder über ihre Stadt: Fotograf Daniel Stauch

Stuttgart, für immer erste Liebe? In unserer Reihe erzählen Stadtkinder, was sie an ihrer City so lieben – und was sie gerne ändern würden. Wir haben den Stuttgarter Fotografen Daniel Stauch getroffen und ihm Fragen zu seiner Heimatstadt und neuen Galerie gestellt.

Stuttgart – Ganz leger in einem weißen Hemd und Shorts kommt Daniel Stauch zu unserem Interviewtermin im Cafe Galao. Dass der 39-jährige Fotograf gerade seine eigene Galerie eröffnet hat und einen Tag zuvor erst von einem Shooting aus New York kam, sieht man dem lässigen Stuttgarter nicht an: Daniel ist die Ruhe in Person und trinkt gemütlich seinen Ingwertee. Die Interview-Location ist übrigens seine Wahl – im Galao verbringt der Fotograf gerne die Freizeit.

Mit internationalen Fotoprojekten machte sich der gebürtige Stuttgarter einen Namen in der Welt der Fotografie, lebte und arbeitete mehrere Jahre in New York und trotzdem zog es ihn immer in die Heimat zurück. An Stuttgart und Deutschland als Standort liebt Daniel die Lage: „Ich komme als Fotograf in der Welt sehr viel rum. Das Gute an Deutschland ist die zentrale Lage – von hier aus ist man überall schnell. Früher als ich in New York lebte, hatte ich zwar den Big Apple um mich, aber alles andere war viele Flugstunden entfernt.“

Als Architekturfotograf liebe ich die Symmetrie.

Früher fotografierte Daniel viele Fashionprojekte bis dann vermehrt Anfragen aus dem Bereich der Architektur kamen: „Irgendwann musste ich mich einfach auf einen Bereich spezialisieren. Ich liebe in der Architektur die Ruhe und das Technische.“

Die Arbeit mit Licht stellt bei der Architekturfotografie die künstlerische Komponente dar: „Zur blauen Stunde kann man auf Bildern besonders viel Stimmung erzielen – es verleiht den Arbeiten ein schönes warmes Gefühl. Ich fotografiere aber am liebsten morgens beim Sonnenaufgang – dann ist der Himmel noch klarer als abends.“

Am 16. Juni eröffnete Daniel mit einer Fotoausstellung des in New York lebenden Fotografen Udo Spreitzenbarth “Between Light and Dark“ eine eigene Galerie in der alten Badeantsalt in der Knollstr. 1. In der Ausstellung sind Fotografien von Stars wie Tyra Banks, Meg Ryan, den Beach Boys oder auch Daniel Brühl und Jeffrey Wright zu sehen.

Und wir haben hier noch ein paar Fragen, die uns Daniel beantwortet hat.

Wo wohnst du heute? Im Heusteigviertel.

Was gefällt dir an dieser Ecke besonders? Die Innenstadtnähe – ich kann einfach zu Fuß in die Stadt laufen und schöne Cafés wie das Herbert’z oder die Smoothiebar The Green Steam bringen Gemütlichkeit in diese Gegend.

Wann und wo hast du dich in Stuttgart verliebt? Ich bin hier aufgewachsen und die Liebe zu meiner Heimatstadt besteht schon immer. Über den Verkehr in der Stadt nörgle ich zwar gerne ab und zu, aber ansonsten liebe ich Stuttgart.

Wo ist deine Hood? Am Palast oder im Waranga – zwei sehr gegensätzliche Locations. Ich feiere aber einfach beide.

Wo ist Stuttgart am schönsten? Im Rosensteinpark, am Bärensee und an der Grabkapelle.

Und wo am hässlichsten? In Bad Cannstatt, außer das Stadion, denn ich bin ein VfB-Fan durch und durch. Die Müllverbrennungsanlage in Münster trägt auch nicht sehr positiv zum Stadtbild bei.

Dein Geheimtipp in Stuttgart? Die Bars im Bohnenviertel – dort sind viele junge Leute unterwegs und man findet sehr schöne Locations. In der Weinstube Fröhlich kann man super Essen gehen und anschließend im Paul & George etwas trinken. Aber auch die alte Seilbahn ist ein Geheimtipp von mir. Sogar viele Stuttgarter kennen sie nicht.

Ein perfekter Ort fürs erste Date? Die Birkenwaldstraße mit der schönen Aussicht über ganz Stuttgart. Es gibt dort eine schöne Ecke, wo man einen ruhigen Abend verbringen und den Ausblick genießen kann.

Wie reagierst du, wenn jemand sagt, dass Stuttgart hässlich ist? Die Aussage kann ich durchaus nachvollziehen, denke mir dann aber immer, dass die Leute wohl nicht die richtigen Ecken gesehen haben. Die vielen Baustellen zerstören zurzeit das Stadtbild. Hoffentlich sieht es bald wieder besser aus!

Dein Lieblingsrestaurant? Das Restaurant Meister Lampe in Weilimdorf. Dort stimmt einfach alles: das Essen, das Ambiente und das Personal!

Deine Lieblingskneipe? Das Lennart. Das liegt sehr zentral und hier treffe ich mich gerne mit Freunden.

Beste Konzerte gibt es…? Ich war mal auf Ibiza auf einem super Festival mit solchen Stars wie Elton John, Sting und Lenny Kravitz. Da könnte sich Stuttgart gerne mal was abschauen. Ich mag aber auch die kleineren Festivals, die auf dem Schlossplatz stattfinden.

Wie bist du am liebsten unterwegs? Mit meinem alten Feuerwehrauto. Ich habe mir vor zwei Jahren ganz spontan nachts um eins nach einem Bierle ein altes Feuerwehrauto aus dem Jahr 1981 gekauft und mache jetzt damit Roadtrips – sogar bis nach Barcelona. Mein Traum wäre es damit eine Weltreise zu machen. Leider verbrennt die Kiste 25 Liter…

Ein typischer Tag in Stuttgart? Den gibt es eigentlich gar nicht. Als freier Fotograf ist man immer unterwegs und hat nie eine Routine im Leben. Aber wenn ich mal einen ganzen Tag frei habe, dann treffe ich mich mit meinen Freunden und plane meine Projekte.

Was wolltest du schon immer in Stuttgart machen, hast es aber noch nicht geschafft? Einen Rundflug über die Stadt.

Beste Spots zum Shooten? Der Schlossplatz, Daimler-Stadion und die Grabkapelle. Es ist auch immer interessant die Sehenswürdigkeiten in einer Stadt mitzunehmen und diese so abzulichten, dass man sie nicht sofort erkennt.

Den schönsten Sonnenuntergang in Stuttgart gibt’s…? Im Süden oder vom Fernsehturm aus.

Dein Lieblingsgebäude in Stuttgart? Es ist definitiv nicht die Bibliothek von außen – diesen grauen Klotz finde ich einfach nicht schön. Die Grabkapelle mit dem Stadion im Hintergrund macht eine schöne Kulisse. Zur Wasenzeit hat man von dort oben aus einen noch schöneren Ausblick.

Die aktuelle Fotoausstellung des New Yorker Fotografen Udo Spreitzenbarth “Between Light and Dark” ist bis 1. September in der Gallery Stauch zu sehen.

Gallery Stauch 
Mo, Mi, und Fr von 14-18 Uhr 
Knollstrasse 1
70191 Stuttgart

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