Soulkitchen mit Anna Karle: Veganer Carrot Cake

Seit über einem Jahr betreibt Anna Karle das Café Isla an der Büchsenstraße in Stuttgart-Mitte. Seitdem gehört Backen zu ihrem daily Business. Dabei legt Anna vor allem großen Wert darauf, dass die Kuchen mit regionalen und saisonalen Zutaten zubereitet werden und – in den meisten Fällen – vegan sind. Für unsere Soulkitchen hat sie uns ihr Rezept für ihren berühmten Carrot Cake verraten.

Stuttgart – Für Anna Karle aus Bad Cannstatt ist Backen Hobby und Beruf zugleich. Anfang 2019 hat sich die 30-Jährige nämlich ihren Traum vom eigenen Café erfüllt und im Stuttgarter Hospitalviertel ihr Café Isla eröffnet. Vom australischen Pie über den Cupcake bis hin zum klassischen oder auch mal ausgefallenen Kuchen – Anna backt in ihrem Café alles selbst. Dadurch kam sie auch auf die Idee, sämtliche Kuchen nach und nach einfach komplett vegan anzubieten.

Vegan backen mit regionalen Zutaten

„Das mit dem veganen Backen kam eigentlich aus einer Not heraus zustande. Ich wollte für meine Gäste einen Kuchen backen, hatte aber nicht mehr genug Eier und Butter in meiner Backstube. Also musste ich ein bisschen improvisieren. Und siehe da – die Leute waren vom Ergebnis begeistert“, berichtet Anna.

Die postive Resonanz auf die ersten veganen Backversuche haben dazu geführt, dass inzwischen die meisten ihrer Kuchen, die sie in ihrem Café Isla anbietet, komplett vegan sind. Von der veganen Sahnetorte bis hin zur Donauwelle – geht nicht, gibt’s bei Anna nicht. Besonders wichtig ist ihr außerdem, dass sie fürs Backen ausschließlich regionale und saisonale Zutaten verwendet. „Ich achte zum Beispiel bei allen Kuchen darauf, dass Früchte aus der Region verwendet werden und diese auch wirklich Saison haben. Auch wenn das heißt, dass es bei mir im Winter keine Kuchen mit irgendwelchen Beeren aus Übersee gibt.“ Bei den Gästen kommt dieser Gedanke gut an. Und der Dauerbrenner im Café ist sowieso Annas Karottenkuchen. Und Karotten gibt’s zum Glück ja immer.

Kucheninspirationen & Bake Nights

Inspirationen für ihre Kuchen bekommt Anna meist auf Reisen oder ganz klassisch aus dem Netz. „Und manchmal habe ich auch einfach ein paar Zutaten im Kopf, bei denen ich denke, dass sie zusammen interessant sein könnten“, erzählt sie. Und so kann es durchaus vorkommen, dass sie für ihre Freunde dann auch einfach mal einen Maultaschenkuchen backt. Richtige Schwäbin halt. Ihre Kuchen-Expertise gibt Anna inzwischen auch regelmäßig bei „Bake Nights“ weiter, die sie in ihrem Café hostet. Dabei bringt Anna den Teilnehmern die Kunst des Backens bei, gibt Tipps und will vor allem auch zeigen, dass (veganes) Backen ganz easy ist. „Der nächste Termin im März ist leider schon ausgebucht. Aber keine Angst, ich plane auch für die Zukunft weitere Bake Nights im meinem Café“, verspricht sie.

Annas Rezept für veganen Carrot Cake

Dieser Kuchen ist ein Klassiker und kommt immer gut an. Mein Tipp: Den Carrot Cake einen Tag vor dem Servieren zubereiten, weil er dann über Nacht gut durchziehen kann und noch besser schmeckt als frisch gebacken.

Und so geht der Teig:

200g Cashewkerne
mit kochendem Wasser übergießen und einweichen lassen, diese brauchen wir später für das Frosting

125g Öl
175g Zucker
8g Vanillezucker
verrühren, bis sich der Zucker anfängt aufzulösen

300g Hafermilch
dazugeben und gut verrühren

420g Mehl
6g Backpulver
5g Natron
5g Zimt
3g Muskatnuss
2g gemahlener Ingwer
0,5 TL Salz
in einer separaten Schüssel sieben, vermischen und dann dem Öl-Zucker-Gemisch unterheben (Nicht zu stark rühren! Nur so viel wie nötig, Klümpchen sind okay!)

300g geraspelte Karotten (wenn sie frisch sind, kann man die Schale auch dran lassen) unter den Teig heben. Achtung: Auch hier nicht zu viel rühren, sonst wird der Teig gummiartig!

Alles bei 180 Grad Ober-/Unterhitze für ca. 25 Minuten backen. Wenn der Kuchen im Kern 95 Grad erreicht hat oder ein Holzstäbchen nach dem Einpieksen sauber herauskommt, ist der Kuchen fertig. Nach 5 Minuten Auskühlen den Rand der Springform entfernen.

Währenddessen das Frosting zubereiten:

200g eingeweichte und abgetropfte Cashewkerne von vorher
18g Zitronensaft
100g Hafermilch
6g Salz
2g weißer Essig
mit einem Blender oder Pürierstab cremig pürieren

56g Margarine
180g gesiebter Puderzucker
zu dem Cashew-„Frischkäse“ geben und in der Küchenmaschine auf höchster Stufe schön glatt rühren (ca. 5 Minuten). Je nach Geschmack kann auch noch mehr Puderzucker dazugegeben werden.

ca. 50g Walnüsse für die Deko bereitstellen

Das Frosting ist jetzt sehr flüssig und kann auf den Kuchen gegossen werden, wenn man einen Tortenring oder den Rand der Springform anbringt und dann den ganzen Kuchen in den Kühlschrank stellt. Oder man stellt das Frosting für 2-3 Stunden in den Kühlschrank und streicht es anschließend mit einem Messer auf den Kuchen. Zum Schluss den Kuchen mit Walnüssen bestreuen.

Wer sich noch beherrschen kann, der lässt den Kuchen noch einen Tag im Kühlschrank durchziehen und isst ihn erst dann. Wer nicht, greift gleich zur Gabel und genießt…

Fotos: Joachim Baier

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