Sommer-Closing mit Feuersee- und Brunnenfest

Zwei gehen noch! Mit dem Feuerseefest und dem Brunnenfest rund um den Hans-im-Glück-Brunnen lebt die Festsaison im Kessel noch einmal auf – mit Musik, Essen und einer Vernissage.

Stuttgart – Rund um den Hans-im-Glück-Brunnen wird an den drei Abenden von Donnerstag bis Samstag die mittlerweile dritte Auflage des Brunnenfestes gefeiert. Es gibt natürlich wieder viel Musik – aber auch Bilder und Informationen zu ganz aktuellen Themen.

Brunnenfest: Bilder aus Südafrika und Syrien

Im Stadtlebenbüro von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten wird am Donnerstag, um 18 Uhr eine Fotoausstellung eröffnet, in der zum einen Fotos von Kindern aus Flüchtlingslagern im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Libanon zu sehen sind, zum anderen Bilder aus den Hilfsprojekten für Kinder unter anderem in Südafrika der Stuttgarter Sängerin Mary Summer und ihres eigens dafür gegründeten Vereins Music for Life e.V.

Engagement für Kinder in Not

Mary Summer ist aber nicht nur Künstlerin, sondern auch Sozialpädagogin, Psychologin und engagiert sich mit ihrem Verein Music for Life schon lange für Kinder in Notlagen. Sie hat unter anderem Musikprojekte für benachteiligte Kinder bei Kapstadt in Südafrika realisiert. Eindrückliche Fotografien unter anderem auch aus diesem Projekt sind von Donnerstag an in den Fenstern des Stadtleben-Büros, Geißstraße 4, zu sehen.

Unterstützung brauchen auch die Kinder, die Zakarya Alsadi im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Libanon in Lagern und entlang der Fluchtwege fotografiert hat. Alsadi stammt aus der syrischen Hauptstadt Damaskus, und hat zunächst als IT-Experte unter anderem in Unternehmen in Dubai und China gearbeitet, später war er als Regisseur, Fotograf und Kameramann unter anderem für Flüchtlingsorganisationen im Libanon tätig. Als ihn der Krieg in seiner Heimat einholte, musste er fliehen und kam nach Stuttgart. Hier hat er unter anderem ein Praktikum beim SWR absolviert. Er hat Tausende von Fotografien aus Lagern und von den Fluchtrouten mitgebracht.

Eine kleine Auswahl von Bildern von Kindern auf der Flucht ist ebenfalls im Stadtlebenbüro zu sehen. Die Ausstellung wird am Donnerstag ab 18 Uhr eröffnet, Zakarya Alsadi und Mary Summer werden selbst dabei sein.

Kurz vor 19 Uhr wird Mary Summer, die am Freitag um 20 Uhr im Schloss Rosenstein ein Benefizkonzert gibt, auf der Bühne am Hans-im-Glück-Brunnen mit einem kurzen Live-Auftritt das Brunnenfest eröffnen. Anschließend geht es mit Musik von Zeitverschiebung weiter.

Am Freitag gibt es ab etwa 18 Uhr eine kleine Modenschau der Boutique Magasin, anschließend legt die Betreiberin Magali Steidle im Duo Soho Disco ab 19 Uhr selbst auf der Bühne auf. Am Samstag wird ebenfalls ab 19 Uhr gefeiert.

Sowohl am Freitag als auch am Samstag informiert die Stiftung Geißstraße als Partner des Brunnenfestes jeweils von 17 bis 20 Uhr an einem Infostand gemeinsam mit Amnesty International über das ganz aktuelle Thema Menschenrechte, zu dem die Stiftung wie berichtet im November zahlreiche Veranstaltungen mit Einrichtungen in der Stadt plant. Mehr Infos gibt es hier >>> (Text: Jürgen Brand)

Feuerseefest: Aus dem Westen für den Westen

In Sachen Instagram-Tauglichkeit liegt die Johanneskirche am Feuersee gefühlt nur ganz knapp hinter der Golden Gate Bridge oder dem Eiffelturm. Und seit die Schildkröten im See von der neuen Promenade noch besser beobachtet werden können, hat sich der Feuersee endgültig zum Magnet für die Westler entwickelt.

Kein besserer Ort und Zeitpunkt also, um das letzte große Fest des Sommers zu feiern: Das Feuerseefest, das in diesem Jahr von Donnerstag bis Sonntag gefeiert wird, ist ja bekanntlich ein Fest aus dem Westen für den Westen.

Einmal im Jahr direkt nach den Sommerferien treffen sich die Bewohner des Stuttgarter Westens am Feuersee. Das ist uns wichtig.

Ausgerichtet wird es seit mittlerweile acht Jahren als Gemeinschaftsanstrengung vom Kulturzentrum Merlin und der Rosenau, beides ja Instanzen im Westen, die auch den Stadtteil kennen. „Einmal im Jahr direkt nach den Sommerferien treffen sich die Bewohner des Stuttgarter Westens am Feuersee. Das ist uns wichtig“, so beschreibt es Michael Drauz, der künstlerische Leiter der Rosenau. Das sei gleichzeitig auch das Besondere am Feuerseefest: „Es ist ein ‚kleines‘ Fest. Überschaubar und gemütlich.“

Deswegen spielt der lokale und regionale Bezug bei der Programmgestaltung und bei der Auswahl der Stände durchaus immer eine große Rolle. Drauz: „Es stehen Stuttgarter Künstler und Bands auf der Bühne, Stuttgarter Vereine und Initiativen können sich präsentieren und auch die Speisen- und Getränkestände werden an Gastronomen aus dem Stuttgarter Westen vergeben.“

Multikulti ist selbstverständlich

Wenn es nach Annette Loers, der Geschäftsführerin vom Merlin, geht, sei hier besonders das Wohlfühlfrühstück von Fräulein Schmid auf der Seeseite bei der Roten Kapelle zu empfehlen. Gutes Bier gibt es bei Kraftpaule, exzellente Drinks bei der Bar von Ralf Groher. Yafa hat ihre tollen Falafeln dabei, es gibt türkische Süßigkeiten und hausgemachte Maultaschen. Multikulti ist im Westen kein Wort, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Auch musikalisch hat das Feuerseefest in den letzten Jahren einen enormen Weg zurückgelegt. Ausgesuchte, besondere Künstler aus der florierenden Stuttgarter Musikszene stehen auf der Bühne: Das Stadtteilfest hat durchaus Showcase-Qualitäten. Schon am Donnerstagabend gibt es neben The Dirty Waters, die der goldenen Ära der Rockmusik huldigen, mit der Akademischen Betriebskapelle eine der derzeit spannendsten und sicherlich auch ungewöhnlichsten Stuttgarter Pop-Bands zu hören. Und zu sehen, versteht sich, denn die ABK, wie sie sich nennt, legt Wert auf audiovisuelle Reizüberflutung.

Am Freitag wird die Abenddämmerung mit saftigen Bläsern von den Bigtown Bandits begleitet, gefolgt vom Ralf Groher Quartett, eine Art musikgewordene Trinkkultur vom Chef der Bar-Instanz des Westens schlechthin. Und nach dem wunderbar wärmenden Blues/Soul-Mix der Stuttgarter Pale Heart am Samstagabend gibt es mit Funkaholic eine Vollbedienung in Sachen Funk, Soul und Groove. Mehr Infos gibt es hier >>> (Text: Björn Springorum)

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