Sofortiges Ausschank-
verbot im Kraftpaule!

Erst sah es ganz gut aus für den Kraftpaule am Stöckach, jetzt kommt die Hiobsbotschaft: Mit sofortiger Wirkung muss der Barbetrieb eingestellt werden! Betreiber Thorsten Schwämmle erzählt exklusiv bei Stadtkind, wie es jetzt weitergeht!

Stuttgart – „Das ist wirklich der Supergau!“, sagt Thorsten Schwämmle geknirscht und zwingt sich zu einem schwachen Lächeln. Ein Gerichtsurteil hat erwirkt, dass sein Craft-Beer-Refugium Kraftpaule am Stöckach mit sofortiger Wirkung seinen Barbetrieb einzustellen hat. Soll heißen: Die Zapfhähne sind in der Neckarstraße endgültig versiegt. No beer today – ein rabenschwarzer Tag.

Verändern statt rummotzen

Das ist nicht nur für die vielen Stammgäste tragisch, die den Laden mittlerweile fest in ihr Repertoire aufgenommen haben; vor allem ist es ein herber Rückschlag für Thorsten und seine Crew, die in den letzten beiden Jahren vorbildliche Aufbauarbeit in Sachen Bier geleistet haben. „Wir sind vor zwei Jahren angetreten, um Stuttgart zu verändern“, so Thorsten geknickt. „Wir wollten eben mal nicht rummotzen wie alle anderen, sondern wirklich was verändern.“ Jetzt, wo der Laden angekommen ist und erstmals auch schwarze Zahlen schreibt, soll Schluss sein? Ziemlicher Mist, um ehrlich zu sein.

Es geht immer nur um Kohle

Dem Urteil vorausgegangen waren Streitigkeiten mit einem Eigentümer der ansonsten sehr wohlgesonnenen Eigentümergemeinschaft des Hauses, der fürchtete, durch Kraftpaule würde seine Immobilie an Wert verlieren – und sich zudem massiv von den unfassbar sympathischen, besonnenen und tierlieben Betreibern gestört fühlte. Mit Verlaub, lieber Unbekannter: Es gab in den letzten Jahren wenig Läden, die den Osten derart aufgewertet haben wie der Kraftpaule.

Für Thorsten kommt das nicht überraschend: „Am Ende zählt doch immer nur die Kohle in Stuttgart. Sobald du was eigenes auf die Beine stellen willst, scheiterst du entweder am Preiskampf hier oder an irgendwelchen Klagen.“ Kraftpaule war da nicht der erste Laden. Und es wird auch leider nicht der letzte sein. „Ein Marktplatz, an dem ein Nespresso-Laden statt einem inhabergeführten Café steht, sagt doch eigentlich schon alles über eine Stadt“, so Thorsten mit zynischem Lächeln.

Dennoch: Aufgeben kommt für Stuttgarts Bierbotschafter nicht in Frage! „Wir akzeptieren das Urteil, sind aber nicht bereit, den Kopf in den Sand zu stecken“, so der Betreiber. Soll heißen: Der Kraftpaule wird die nächsten Monate zum Shop umstrukturiert, in dem aber auch weiterhin Tastings stattfinden werden. Zudem sucht man weiterhin fieberhaft nach einer neuen Location, um Kraftpaule noch besser, noch schöner und noch bieriger zu machen. „Und dann sind da noch die 10.000 Liter Bier, die wir noch bei uns rumstehen haben“, lacht Schwämmle.

Getrunken wird trotzdem!

Gut, dass gerade Sommer ist: Derzeit planen die Kraftpaule-Biertrinker zahlreiche Specials, Pop-Up-Events und mobile Ausschankgeschichten, dass einem verhopften Sommer nichts im Wege steht. Alle, die Kraftpaule und deren Idee einer vielfältigen Bierstadt feiern, sollten also zusehen, dass sie da auftauchen. Und wer weiß: Vielleicht können wir hier schon bald Neuigkeiten zum neuen Laden vermelden!

Mehr aus dem Web

Hinterlasse eine Antwort