Serien-Tipps im Herbst

Im Herbst trifft Blues gern mal auf Katerstimmung. Für anstehende cozy days zu Hause haben wir ein paar Serien-Tipps für euch.

Stuttgart – Über Serien kann man sich wirklich mit jedem stundenlang unterhalten. Ob auf einer langen Autofahrt oder wie wir in unserer Mittagspause. „Kennst du Brooklyn Nine-Nine – so lustig!?“, „Was The OA kennst du nicht, die ist besser als Stranger Things!“, „4 Blocks hat mich immer so aggressiv gemacht, danach musste ich noch etwa Lustiges schauen wie New Girl.“ – so in etwa spielte sich der Lunch-Talk ab. Da dachten wir, es kann nicht schaden, euch unsere Lieblingsserien zu verraten – vor allem, wenn man das Bett mal wieder nicht verlassen will und das Wetter tatsächlich langsam herbstlich daherkommt.

Des Rätsels Lösung

Babylon Berlin (Tanne):

Spannend, spannender, Babylon Berlin – mehr fällt einem erstmal nicht zu der Serie von Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten ein. Ich war so froh, dass man die Folgen der ersten Staffel direkt in der ARD-Mediathek durchsuchten konnte, sonst hätte ich es wahrscheinlich vor Spannung nicht ausgehalten. Um was geht es? Die Serie „Babylon Berlin“ basiert auf den Gereon-Rath-Romanen von Volker Kutscher. Der Großstadtkrimi um Ermittler Gereon Rath (Volker Bruch) spielt sich im Berlin der 1920er Jahre ab. Die erste Staffel behandelt den ersten Band „Der nasse Fisch“. Kommissar Gereon Rath wird von Köln nach Berlin versetzt, wo er in der so genannten „Roten Burg“, dem Polizeipräsidium der Stadt, seinen Dienst in der Sitte antritt. Dort trifft er auf Charlotte Ritter, die als Stenotypistin bei der Polizei arbeitet – einer der wenigen Berufe, der Frauen bei der Kriminalpolizei offensteht. Dabei würde sie gerne selbst als Ermittlerin tätig sein. Gereons erster Fall ist simpel genug: das Ausheben eines Produzenten illegaler Pornofilme. Bald schon wird er jedoch in einen Fall ganz anderer Dimensionen verwickelt.

Diesen Donnerstag, 18. Oktober, beginnt die zweite Staffel und ist ab dann immer donnerstags im Ersten um 20.15 Uhr zu sehen.

The Sinner (Alessandra):

Eine Serie zum Durchsuchten gefällig? Könnt ihr haben: The Sinner eignet sich vorzüglich, um ein inhaltsleeres Wochenende mit Spannung und Rätselraten zu füllen. Cora Tennetti (Jessica Biel) verbringt einen Tag am See zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn. Plötzlich steht sie auf, läuft zu einer Gruppe in ihrer Nähe und tötet einen der Männer mit ihrem Obstmesser. Was sie zu dieser Tat bewegte?

The Sinner ist auf Netflix verfügbar.

Drama, Baby!

Shameless (Amelie):

Frank Gallagher ist Alkoholiker, ein Betrüger und Egoist – und Vater von sechs Kindern. Die müssen sich, nachdem ihre an einer bipolaren Störung erkrankte Mutter die Familie verlassen hat, und der Vater nur nach Hause kommt, um seinen Rausch auszuschlafen, alleine versorgen.

Nun liegt es an der ältesten Tochter Fiona, sich um ihre fünf jüngeren Geschwister zu kümmern und das Geld für Essen, Wasser und Strom zu beschaffen.

Was nach einer dramatischen Sozialreportage klingt, entpuppt sich als eine herrlich unterhaltsame Serie, die den Alltag der Großfamilie Gallagher erzählt. Dabei schafft es Shameless einen Mix zwischen skurrilen und lustigen Momenten sowie Drama, Spannung und Herzschmerz zu kreieren. Wie der Name verrät, nimmt Shameless (engl. schamlos) kein Blatt vor den Mund.

Wer auf versöhnlichen Familienkitsch steht, ist falsch, denn die Serie zeigt das Leben einer Familie aus der amerikanischen Unterschicht und verweist auf die großen Probleme und die soziale Ungerechtigkeit, die in den USA herrscht: Fehlende Krankenversicherung, miserable Schulen und Kriminalität. Oder wie es Lip Gallagher, der älteste Sohn der Familie, formuliert: „Wenn du arm bist, kommst du nur an Geld, indem du stiehlst oder betrügst.“ Trotz alledem geht jeder der sechs Gallagher-Kinder seinen Weg und das ist die entscheidende Message: Zu versuchen, das Beste aus allem zu machen.

Shameless ist auf Amazon Prime verfügbar.

Für gute Lacher

Brooklyn Nine-Nine (Amelie):

Wer etwas zum Lachen braucht, für den ist Brooklyn Nine-Nine das Richtige. Die amerikanische Sitcom erzählt von einer Gruppe Polizisten, die auf einem New Yorker Revier arbeiten. Dort hat der neue Captain Raymond Holt (Andre Braugher) seinen Dienst angetreten und versucht mit härterem Durchgreifen seine Mitarbeiter, vor allem den rebellischen Detektiv Jake Peralta (Andy Samberg), unter Kontrolle zu bringen. Weitere Mitglieder im Team sind die streberhafte Amy Santiago (Melissa Fumero), der tollpatschige Charles Boyle (Joe Lo Truglio), der Muskelprotz Terry Jeffords (Terry Crews), die leicht aggressive Rosa Diaz (Stephanie Beatriz) und die schräge Sekretärin Gina Linetti (Chelsea Peretti)

In den Gags und Dialogen entfaltet sich von Beginn an der scharf-pointierte wie warmherzige Humor. Geistreiche Wortwitze, herrlich schräge Charaktere und ein talentiertes Schauspielerensemble sorgen für Suchtfaktor. Dabei krazt die Serie nicht an der Oberfläche, sondern gibt wichtigen Themen wie Rassismus und Homophobie Raum.

Brooklyn Nine-Nine ist auf Netflix verfügbar.

Nichts für schwache Nerven

Fargo (3. Staffel) (Peter):

Wer die dritte Staffel Fargo aus dem Vorjahr noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen. Ihr habt die ersten zwei Staffeln nicht gesehen? Auch kein Problem, bei Fargo ändern sich in jeder Staffel Schauplätze und Darsteller. Ewan McGregor spielt in Staffel 3 in einer Doppelrolle die Brüder Ray und Emmit Stussy, für die er übrigens auch einen Golden Globe gewonnen hat.

Fargo ist auf Netflix verfügbar.

The Knick (Peter):

Im New Yorker Knickerbocker-Krankenhaus kommt im Jahr 1900 alles zusammen: Bahnbrechende medizinische Fortschritte, sozialer Wandel, Rassismus und Drogensucht. Starke Besetzung mit Clive Owen als Chefarzt, Top-Unterhaltung inklusive allgemeinmedizinischer Fortbildung. Nichts für Leute, die kein Blut sehen können.

The Knick ist auf ZDF Neo zu sehen.

The Handmaid’s Tail (Tanne):

Diese Serie ist so spannend – aber auch brutal und schockierend. Man fühlt so mit, ist oft völlig überwältigt. Die Handlung ist komplex und spielt im Amerika der Zukunft. Atomare Katastrophen, Umweltzerstörung und Geschlechtskrankheiten haben zu weitestgehender Unfruchtbarkeit geführt. Offred (Elisabeth Moss), eine der wenigen fruchtbaren Frauen, die in der Republik Gilead als Handmaids bekannt sind, ringt um ihr Überleben als Reproduktionsmaschine für einen mächtigen Kommandeur (Joseph Fiennes) und dessen hasserfüllte Ehefrau. Überall lauern Spione und Strafen, man leidet so richtig mit – spannender geht’s nicht.

Die erste Staffel ist auf Amazon Prime verfügbar.

Herzerwärmend

Queer Eye (Laura):

Die Netflix-Produktion von Queer Eye ist eine Neuauflage des Reality-Formats Queer Eye for the Straight Guy von vor 15 Jahren. Die „Fab Five“, wie sie sich selbst nennen, das sind die Experten: Jonathan (Grooving), Bobby (Design), Karamo (Culture), Tan (Fashion) und Antoni aus Kanada (Food). Auch wenn die Sendung teilweise an  oberflächlichen Wertevermittlungen kratzt – etwa mit dem Umstyling von kommerziellen Looks – zeigt man hier gelebte Toleranz und das ganz selbstverständlich. Ging es damals noch einzig um das Makeover von Heteromännern durch fünf schwule Männer, besuchen die Fab Five 2018 unter anderem auch einen Transgender-Mann sowie einer Mutter, die ihren schwulen Sohn mit ihrer kirchlichen Gemeinde versöhnt.

Damit greift die Serie wichtige Themen wie Rassismus, Kirche und Glauben oder etwa neue Geschlechterrollen auf und setzt damit ein wichtiges Zeichen. Denn statt diese zu hinterfragen, wird hier auf Selbstverständlichkeit gesetzt. Dabei treffen die Fünf mitten ins Herz. Die Message ist ganz klar: Jeder Mensch ist verdammt nochmal etwas Besonders und das überträgt sich nicht nur in rührender Art und Weise auf die Protagonisten, sondern auch auf den Zuschauer vor dem Bildschirm. Da bleibt kein Auge trocken!

Ganz schön mysteriös

The OA (Laura):

The OA ist eine Netflix-Mysteryserie von dem Indie-Filmemacher-Duo Brit Marling und Zal Batmanglij. Ohne Werbung oder jegliche Vorankündigung gedropped, ist diese Serie eher ein Underdog unter den Netflix-Produktion. Genau wie es das Genre erwarten lässt, ist hier Rätsel raten angesagt und das von Folge 1 an bis zum Ende. Die Serie handelt von einem blinden Mädchen, das sieben Jahre lang verschwunden ist. Als junge Frau kehrt sie plötzlich zurück und kann wieder sehen. Nicht nur ihrer Familie und den Ärzten im Film gibt sie Rätsel auf, auch dem Zuschauer. Wahrheit oder doch gelogen? Hm. Man weiß es nicht! Auf ihrem Weg zurück nach Hause begleiten sie Teeanger, die aus verschiedenen Gründen irgendwie lost sind und nicht wissen, wer oder was sie sind. Wie das alles zusammenhängt? Findet es heraus. Definitiv ein echter Knaller, Staffel 2 wird sehnlichst erwartet. Dieses Ende? COME ON!

The OA ist auf Netflix verfügbar.

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