Semester-Start: Eigene Mehrwegbecher auf dem Campus

Das Studierendenwerk Stuttgart sagt Verpackungsmüll den Kampf an: Auf dem Campus können Heißgetränke jetzt aus eigenen Mehrwegbechern getrunken werden.

Stuttgart – Am Mittwoch hat das EU-Parlament für das Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik gestimmt. Trinkhalme, Besteck, Teller, Luftballonstäbe, Rührstäbchen für Kaffee, dünne Plastiktüten, Wattestäbchen und andere Produkte sollen der Vergangenheit angehören. Im Müll produzieren ist Deutschland ziemlich gut – aber es gibt auch eine Gegenbewegung. Unverpackt-Läden eröffnen in Großstädten, Mehrwegartikel ersetzen Einwegverpackungen.

Mehr Nachhaltigkeit auf dem Campus

Ein großer Müllverursacher sind Coffee-to-go-Becher. Einst Statussymbol und festes Accessoire des busy Großstädters, ist er inzwischen – zumindest bei umweltbewussten jungen Menschen – verpönt. Aber immer noch ein Problem: Laut Deutscher Umwelthilfe greifen 70 Prozent der Verbraucher in Deutschland häufig oder gelegentlich zu Coffee-to-go-Bechern. Jede Stunde werden 320.000 To-go-Becher genutzt, jährlich sind es fast drei Milliarden Stück. Auch auf dem Stuttgarter Campus soll dieser Tatsache nun entgegengewirkt werden. Seit dem Wintersemester können Studierende in den Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks eigene Becher für Heißgetränke nutzen. Wer selbst noch nicht im Besitz eines Mehrweg-Bechers ist, hat die Möglichkeit, diesen in den Cafeterien zu kaufen. „Das Thema Nachhaltigkeit ist uns ein Anliegen. Wir wollen dazu beitragen, dass Müll vermieden wird“, sagt Tobias M. Burchard, Geschäftsführer des Studierendenwerks Stuttgart. Trotz regelmäßiger Abholung, seien die Müllcontainer in den Wohnanlagen häufig überfüllt. Auffällig seien dabei die vielen Einwegverpackungen – von der Salatschale bis zum Pappbecher.

Und damit alle Studis dazu angeregt werden, auf diesen oder andere Becher oder Tassen umzusteigen, kosten Getränke im Einweg-Pappbecher nun 25 Cent mehr.

Auch in den studentischen Wohnanlagen will das Studierendenwerk verstärkt gegen das Müllproblem vorgehen und investiert daher in eine besondere Maßnahme: Die mehr als 7.200 Mieterinnen und Mieter erhalten einen Kim-Mehrweg-Becher gratis. „Damit wollen wir erreichen, dass die Studierenden den Mehrweg-Becher anstelle von Einweg-Bechern nutzen. Wir rücken die Müllproblematik in den Wohnanlagen stärker in den Fokus, um die Studierenden zu nachhaltigem Handeln zu animieren“, sagt Jasmin Mauser, Bereichsleiterin Wohnen im Studierendenwerk.

(Fotos: Studierendenwerk Stuttgart)

Kim – kommt immer mit

Der Becher hat übrigens auch einen Namen: Er heißt Kim („kommt immer mit“), wird in zwei verschiedenen Designs angeboten und zu 100 Prozent in Deutschland produziert.

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