Selbst ist die Frau: Maja Mast tauscht Büroalltag gegen Yoga-Studio

2005 stand Maja Mast zum ersten Mal auf der Matte. Heute hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Als Yoga-Lehrerin und Therapeutin kehrt sie dem nine-to-five-Alltag im frisch eröffneten Yoga-Studio den Rücken.

Noch vor einigen Jahren drehte sich Majas Leben um die Wünsche und Sorgen ihrer Kunden. Als Beraterin in einer Werbeagentur glich kein Tag dem anderen: Zwischen Fotoshooting und Fashion-Week blieb oft kaum Zeit, innezuhalten. „Das war total schön und spannend, gerade in dem Alter, weil ich viel rumgekommen bin, aber irgendwann konnte und wollte ich das nicht mehr.“ Anfang 30 kam das erste Kind, darauf folgte das zweite. „Dann wurde immer klarer, mit den Kindern und der Familie ist das nicht wirklich zu vereinbaren“, erzählt die 35-Jährige. Also beschloss sie, einen Gang runterzuschalten.

Yoga – Liebe auf den zweiten Blick

Dabei half ihr vor allem eines: Yoga. Auch wenn es eine Liebe auf den zweiten Blick war, wie sie verrät: „Eine Freundin musste mich damals regelrecht in meinen ersten Yoga-Kurs schleppen. Nach dem Kurs hatte ich ein riesengroßes Fragezeichen im Kopf und konnte den Hype um Yoga überhaupt nicht nachvollziehen. In meinem damaligen Job in der Agentur hatte ich allerdings so viel um die Ohren, dass ein Ausgleich hermusste. Und so gab ich dem Yoga eine zweite Chance!“ Seitdem seien ihre Matte und sie unzertrennlich.

Der Wunsch vom eigenen Studio

2013 machte Maja eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. Damals noch ohne Hintergedanken, sondern einfach, um sich selbst etwas Gutes zu tun. „Im Laufe der Zeit habe ich aber Lunte gerochen und gemerkt, dass ich doch mehr daraus machen möchte.“ Und so wuchs ihre Leidenschaft Jahr für Jahr. „Irgendwann habe ich angefangen nebenher Kurse in Yoga-Studios, Agenturen und Unternehmen zu geben“, so Maja.

Die Idee, sich mit einem eigenen Yoga-Studio selbstständig zu machen verfestigt sich, als die 35-Jährige vor zwei Jahren die Ausbildung zur Yoga-Therapeutin beginnt. „Das ist eine sehr umfangreiche Ausbildung, die meiner Meinung nach nur Sinn macht, wenn man das Wissen auch wirklich anwendet. Das heißt, für mich war klar, irgendwann will ich ein eigenes Studio, in dem ich das dann auch wirklich praktizieren kann.“

Beim therapeutischen Yoga können konkrete Beschwerden durch den Einsatz von Yoga-Techniken gelindert werden. Dabei werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Das Prinzip der Yoga-Therapie sei dabei ähnlich wie das einer Ergo- oder Osteopathiesitzung. „Je nachdem mit welchen Beschwerden die Leute zu mir kommen, kann ich spezifisch darauf eingehen“, erklärt Maja.

Kleines Studio, große Leidenschaft

Mithilfe eines Instagram-Aufrufs machte Maja sich Ende letzten Jahres auf die Suche nach einem Raum. Und wird in Dürrlewang fündig: Seit 1. Januar ist Baustelle angesagt. „Mein Mann hat gerade Elternzeit und unterstützt mich, wo er kann.“ Und auch der Rest der Family hänge sich voll rein: „Die Omas passen auf die Kids auf, mein Mann und mein Papa sind auf der Baustelle und ich renne so zwischendurch herum und mache von allem ein bisschen.“ Der Raum – ursprünglich eine Boutique – sei nicht perfekt, habe aber seinen ganz eigenen Charme, so Maja. „Das Haus selbst ist ein 70er Jahre Bau, mit einer alten, etwas in die Jahre gekommenen Ladenzeile und großen Schaufensterfronten mit Blick auf einen kleinen Park – das fand‘ ich irgendwie total süß“, schwärmt Maja.

Dürrle- what? Dürrlewang!

Bewusst habe sich Maja für einen Raum etwas außerhalb entschieden. „Ich hab‘ mir gedacht, anstatt in Stuttgart das 748. Yoga-Studio aufzumachen, sollte man sich einfach mal trauen, den Leuten auch in den Randbezirken die Möglichkeit zu bieten, Yoga zu praktizieren.“ Außerdem versuche sie bewusst nicht nur die hardcore Yogis mit Mitte 20 anzusprechen, sondern biete von „Mama-Baby-Kursen“ bis hin zu „Oldie but Goldie-Kursen“ alles an. „Das ist jetzt mal der Plan, ob der aufgeht, wird sich zeigen“, sagt Maja und lacht.

Yoga – mehr als Turnen

Zu ihren regulären Kursen, organisiert Maja außerdem Workshops zu unterschiedlichen Themen wie etwa Ernährung, Ayurveda, Mentaltraining oder Achtsamkeit. „Ich habe schon ein paar Workshops geplant, mit Spezialisten, die dann auch in meinem Studio stattfinden werden. Ich erhoffe mir davon, dass die Leute einen tieferen Einblick in die Thematik erhalten und sich vielleicht auch für andere Themen öffnen, mit denen sie bisher vielleicht noch keine Berührungspunkte hatten.“ Denn Yoga sei für sie nicht einfach nur turnen, betont Maja. Angst, mit ihrem Vorhaben zu scheitern, habe sie nicht: „Es kann natürlich sein, dass ich mit 180 gegen die Wand fahre und mein Plan nicht aufgeht, aber ich glaube total daran und muss es probieren, um es zu wissen.“