„Seit ich allein bin, ist die Stille so laut“ – ein Audiowalk durch Stuttgart-West

Der Audiowalk „Seit ich allein bin, ist die Stille so laut“ setzt sich mit den Fragen auseinander: Was macht die plötzliche Stille inmitten des Corona-Lockdowns mit Stuttgart und wie passen die unweigerlich folgenden Krawalle hinein?

Stuttgart – Seit spätestens März dieses Jahres ist sie nicht wegzudenken, die Corona-Pandemie. Besonders hart hat uns alle der Lockdown getroffen, denn auf einmal wurden unsere Leben lahmgelegt und alles wurde plötzlich ein bisschen stiller um uns herum. Inspiriert von dieser außergewöhnlichen Zeit, ist das Projekt „Seit ich allein bin, ist die Stille so laut“ des Vereins ausdrucksreicher entstanden. Bei dem Audiowalk durch Stuttgart West, einem Spaziergang mit der Mischung aus Hör-Inszenierung und Performance, kann man als Zuschauer dieses Wochenende die Stadt mit anderen Ohren und Augen empfinden.

Entstehung des Projekts

Entstanden ist das Projekt unter der Leitung des Stuttgarter Autors und Spoken Word Künstlers Nikita Gorbunov und der Regisseurin Malin Lamparter inmitten des Lockdowns. Als auf einen Schlag die persönlichen Interaktionen ausfielen, wurde schnell nach neuen Konzepten gesucht. Künftig fanden nun die Schreibworkshops des Vereins mit Jugendlichen online statt. Man habe sich dann gefragt: „Was könnte man denn stattfinden lassen, wie kann mit der Situation umgehen?“, so Nikita Gorbunov.

Durch die Erfahrungen mit den jungen Menschen kam immer wieder die Frage auf, was es mit einem macht, wenn die Beteiligungsmöglichkeiten fehlen und es auf einmal ganz still ist. Im Laufe der Zeit hat sich dann aber auch abgezeichnet: „Nur um Stille geht es nicht, es geht auch um das, was danach kommt.“ Denn auf die lange Phase des Leerlaufs und der Lautlosigkeit folgten Ende Juni dann die Krawalle, die sich Mitten in Stuttgart abspielten.

Foto: Benny Ulmer | Malin Lamparter und Nikita Gorbunov bei der Aufnahme

Gemeinsam entwickelten und produzierten Malin Lamparter und Nikita Gorbunov das Projekt. Der Stuttgarter Autor Nikita Gorbunov schrieb die Dialoge und Szenen. Auch die inszenierten Klänge und Dialoge setzte der ausgebildete Tontechniker abschließend zu einem Ganzen zusammen. Regisseurin Malin Lamparter erarbeitete mit Schauspiel-Studierenden der HfMDK Frankfurt die Szenen. Dabei orientierte sich die gebürtige Freiburgerin, die inzwischen in Stuttgart und Frankfurt lebt und arbeitet, dramaturgisch am Verlauf der Corona-Krise. In diesem Wechselspiel zwischen Leise und Laut findet sich der auditive Spaziergang, welcher im Rahmen des baden-württembergischen Programms “Kultur Sommer 2020” ermöglicht wird.

Am 8. und 9. August am Audiowalk teilnehmen

Alles, was ihr braucht, um jetzt am Samstag oder Sonntag, den 8. und 9. August, zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr dem auditiven Gang durch Stuttgarts Westen zu folgen, sind ein Handy und ein paar Kopfhörer. Das Audiofile könnt ihr über alle möglichen Wege erhalten: online streamen, per Download oder ganz klassisch über Bluetooth oder USB.

Bei „dem Spiel über Nähe und Distanz“ handelt es sich um ein Veranstaltungskonzept mit Live-Inszenierungen unter Corona-Bedingungen. Um teilzunehmen müsst ihr euch deswegen allein oder in Zweier-Gruppen einfach form- und kostenlos über die Webseite www.stille.ausdrucksreich.de anmelden. Von den Veranstaltern bekommt ihr mitgeteilt, wann es genau für euch losgeht. Startpunkt ist die Fritz-Elsas-Straße 31, direkt an der U-Bahn-Haltestelle Berliner Platz (Hohe Straße).

Die Veranstaltung gibt es mit den Inszenierungen in dieser Art nur an diesem Wochenende, also sichert euch eure Plätze!

Alle Infos im Überblick

Die Aufführungen finden am 8. August 2020 & 9. August 2020 statt
Startpunkt: Fritz-Elsas-Straße 31, Stuttgart
Die Startzeit ist jeweils individuell zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr

Alle Infos zur Veranstaltung und die Anmeldung findet ihr nochmal hier >>>

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