Schwanger in Zeiten von Corona: Designerin Anna Loges berichtet

Anna Loges, aber vor allem ihr Taschen-Label Kvinna sind über Stuttgarts Hügel hinaus bekannt. Die Designerin ist hochschwanger und das in Zeiten von Corona. Wir haben mal bei ihr nachgefragt, wie es ihr dabei so ergeht.

Stuttgart – Wenn nicht gerade Corona, Quarantäne und Krisenstimmung die Stadt lahmlegen, können wir uns hier im Kessel nicht beklagen. Es gibt coole Coffee-Spots für die geliebte Kaffeepause (hier bekommt ihr aktuell euren Kaffee her >>>), lokale Shops, die handmade Produkte pushen und mutige Kreativköpfe, die was wagen. So wie Anna Loges und ihr Label Kvinna zum Beispiel. Die Designerin fertigt in ihrem Atelier in Stuttgart-West Taschen aller Art an, die nicht nur aus Liebe zum Handwerk entstehen, sondern auch über Stuttgarts Grenzen hinaus heiß begehrt sind. Nun befindet sie sich in der heißen Phase ihrer Schwangerschaft, wie es ihr dabei gerade so ergeht, welche Ängste in ihr aufkommen und wie sich ihr Alltag ohne Besuch, Ablenkung und Unterhaltung so gestaltet, hat sie uns per Mail verraten.

Kurz vor der Geburt: Anna Loges bleibt entspannt!

Erstmal wie geht’s dir beziehungsweise euch?

Uns geht’s super! Glücklicherweise bin ich bisher mit einer sehr entspannten Schwangerschaft beglückt!

Wann ist denn der Geburtstermin?

Der ist jetzt tatsächlich schon so nah gerückt, dass ich langsam doch aufgeregt bin, ich bin in der 39. oder sogar eher 40. Woche. Es kann also jederzeit losgehen…

Wie ist es dir bis jetzt während der Schwangerschaft ergangen und was hat sich seit Corona und der Ausgangssperre verändert?

Bisher kann ich mich nicht beklagen – gesundheitlich hatte ich keine Probleme. Wir haben uns die letzten sechs Wochen natürlich etwas entspannter vorgestellt, wollten auch noch mal die Zeit zu zweit mit einer kleinen Reise beenden… tja, und dann kam Corona.

Aber eigentlich habe ich festgestellt, hat sich für mich durch die Selbst-Isolation nicht so viel geändert. Vieles hätte ich eh nicht mehr geschafft – die letzten zwei bis drei Wochen. Man wird so schnell müde und muss sich viel ausruhen! Natürlich hatte ich auch immer wieder kleinere Ängste, weil in der Öffentlichkeit viel Unruhe verbreitet wird, etwa dass man nur noch alleine ins Krankenhaus kann. Davon habe ich mich bisher eigentlich nicht beeinflussen lassen. Da gehe ich einfach vom Guten aus! Man wird die Frau und die werdenden Papas ja nicht alleine lassen können – das will ich erst selbst erleben, bevor ich es glaube!

Wer steht dir gerade zur Seite?

Für alle weiteren Fragen bin ich sehr froh, meine tolle Hebamme Nine aus der Freya Hebammenpraxis zu haben. Sie ist zwar durch Corona auch mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wird aber trotzdem im Wochenbett für mich da sein können. Mehr braucht man dann ja auch erstmal nicht, um sich kennenzulernen.

Wir konnten uns die letzten Wochen gut zu Hause einrichten. Der werdende Papa ist auch im Homeoffice und jetzt immer da und kann mich verwöhnen! Sehr luxuriös!
Aber man fühlt sich natürlich schon eingeschränkt, weil man auch nichts mehr besorgen kann, was einem vielleicht noch fehlt. So wie einen Kinderwagen zum Beispiel.

Ich bin schon froh, dass ich jetzt so kurz vor der Entbindung bin und als nächstes sowieso das Kennenlernen kommt. Da fühlt man sich gleich nicht mehr so eingesperrt. Das muss für alle anderen werdenden Mamis schon schwerer sein jetzt…

Aber wir sollten einfach vom Besten ausgehen, dass die Maßnahmen bald schon wieder etwas mehr gelockert werden – und dafür bleiben wir jetzt,
in der kritischen Phase, eben alle schön zu Hause!

Die Zeit mit Freunden und der Familie fehlt

Und trotzdem bleibt es nicht ganz aus, dass einem besonders jetzt der Kontakt zu bestimmten Menschen fehlt, dass man Erfahrungen vis-a-vis austauschen und sich unterstützt wissen möchte. Auch Anna vermisst ihre Familie und Freunde gerade sehr…

Hast du bestimmte Ängste, die du vorher nicht hattest beziehungsweise andere Bedenken – vielleicht auch so generell: In was für einer Welt soll mein Kind groß werden?

Das einzige, was ich sehr bedauere, wie alle anderen zur Zeit auch: Ich hatte gehofft, die letzte Zeit mit Freunden und Familie verbringen zu können. Und natürlich auch, nach der Geburt verwöhnt zu werden mit Besuchen.

Aber sonst versuche ich gerade, keine negativen Gedanken zuzulassen. Das Kleine soll die Vorfreude spüren – ich hoffe einfach, es wird eine kleine Kämpferin für eine bessere Welt!

Außerdem bist du ja selbstständig, wie ist die Situation gerade für dich und wie können dich die Leute draußen am besten unterstützen?

Ja, die Pläne für die letzten Wochen wurden da sehr eingeschränkt! Ich hatte eigentlich geplant mein neues Lager plus Showroom nochmal einzuweihen, bevor ich mich dann in die Babypause verabschiede. Außerdem wollte auch nochmal nachproduzieren, damit der Onlineshop gefüllt ist.

Da wir aber entschieden haben den Kontakt zu anderen Leuten und vor allem auch zu meinen Eltern erstmal einzuschränken, konnte ich nicht mehr in mein provisorisches Atelier, dass momentan wieder bei meiner Mama ist.

Wie sah dein Plan eigentlich, vor Corona, aus?

Ursprünglich war der Plan, meine Schwester als Vertretung in der Babypause zu engagieren – was jetzt leider nicht möglich ist. Trotzdem hoffe ich, dass die Leute weiter bestellen und akzeptieren, dass es etwas länger dauern wird.

Außerdem werde ich wohl auch noch eine Weile lang weniger Nachbestellungen durch die kleinen Shops bekommen, die bisher Kvinna in ihrem Sortiment haben.
Das macht mir zwar auch Sorge, aber momentan kann ich leider sowieso wenig tun, dennoch hoffe ich auf einen tollen Sommer mit neuen Events und Bestellungen!

Am wichtigsten ist es jetzt sicherlich, alle kleinen Läden zu unterstützen, damit die alle auch nach dem Lockdown noch da sind!

Glücklicherweise gibt es ja das Internet und für alle die Möglichkeit, sich weiter gut zu präsentieren und zu vernetzen. Der Support ist dort gerade wirklich toll! (Bei diesen lokalen Läden kann jetzt online geshoppt werden >>>)

Hast du Tipps für andere werdende Mütter, was ist jetzt wichtig, wer gibt dir Kraft?

Stark bleiben! Nicht aus der Ruhe bringen lassen! Natürlich wünscht man sich mit dem wachsenden Kleinen eine andere Zeit. Ich hoffe, alle werdenden Mamas haben jetzt eben eine tolle Zeit mit ihren Partnern – das gibt mir Kraft. Videochats mit Freunden und virtuelle Babypartys sind ja kein Problem.

Konzentriert euch auf die schöne Zeit, die bald mit dem Baby bevorsteht! Die schlechten Tage, die jeder gerade hat – am besten wegschlafen. Oder so wie ich: Wegstricken! Ich hab angefangen, Baby-Klamotten zu stricken. Das ist der Ersatz zu meiner sonst so kreativen Arbeit, die ich schon sehr vermisse.

Hier geht’s zum Online-Shop von Kvinna >>>

Noch mehr Tipps und Informationen zum Thema Schwangerschaft in Zeiten von Corona haben die Kollegen der Stuttgarter Zeitung hier und hier.

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