Schwäbin revolutioniert sportliche Bademode

Nicht nur für Surfergirls: Linda vom Swimwear-Label „Hi oceanlovinggirls“ will sportliche Bademode revolutionieren. Wir haben mit ihr über Surfen, Nachhaltigkeit und ihren aktuellen Pop-up-Store bei „Stuttgart am Meer“ gequatscht.

Stuttgart – Wer hat eigentlich gesagt, dass sportliche Bademode langweilig sein muss? Das hat sich Linda aus Herrenberg vor sechs Jahren auch gefragt. Ihre Lösung: ein eigenes Surfer-Label, das mit bunten Farben, Mustern und zeitlosen Schnitten überzeugt. Wichtig für die leidenschaftliche Hobbysurferin: Ihre Bikinis und Badeanzüge sind nicht nur für Sportlerinnen!

Für Surfergirls und Badenixen

Was passiert, wenn zwei Frauen shoppen gehen wollen und es das, was sie suchen, nicht gibt? Richtig, sie gründen ihr eigenes Label! So haben es jedenfalls Linda Weiss und ihre Schwester aus Herrenberg gemacht. Die beiden sind Surferinnen aus Leidenschaft und hatten die Nase voll von einfarbigen und öden Sportbikinis oder langweiligen Shirts. Klar, fürs Surfen braucht es optimalen Halt und einen sportiven Schnitt, aber wer hat gesagt, dass man auf ausgefallene Muster und Farben verzichten muss? „Wir nicht!“, dachten sich die beiden und gründeten 2011 ihr eigenes Surfer Label „Hi oceanlovinggirls“.

Zugegeben: Ich hab ja meine ganze Kollektion selbst zu Hause…

Am Anfang produzierten die beiden nur Hoodies und Shirts, dann kam nach zwei Jahren die erste Swimwear-Kollektion raus. „Zu der Zeit habe ich mich auch selbstständig gemacht“, erzählt Linda. „Meine Schwester ist seitdem sozusagen Beraterin.“ Die gelernte Modedesignerin hat sich ihr breites Wissen über Materialien, Schnitte und Muster auf der Modeschule Stuttgart angeeignet. „Ich glaube deswegen lege ich auch so viel Wert auf Qualität und eine gute Verarbeitung“, sagt sie.

Ein Herz für Surfen und Fashion: Seit 2011 verbindet Linda Weiss mit ihrem Shop für Swimwear gekonnt Hobby mit Beruf | Foto: Jana Stäbener

Zwischen Bali und Herrenberg

In Zeiten des „Slow-Fashion-Trend“ beschäftigt sich Linda auch mit der Frage nach ihren eigenen Produktionsbedingungen. Das Thema Recycling von alten Stoffen findet sie zwar klasse, sieht auf der anderen Seite aber auch die Nachteile: „Weil die meisten Altkleider aus Europa kommen, müssen sie wieder tausende Kilometer transportiert werden, um zu neuen Stoffen zu werden.“ Das müsse nicht sein, findet die Herrenbergerin. Sie produziert in Bali bei einem kleinen Familienunternehmen, das sie selbst regelmäßig besucht. „Weil ich so oft dort bin kenne ich meine Produzenten richtig gut“, meint Linda. Ein paar Jahre lang pendelte sie mit ihrem Mann sogar mehrmals im Jahr von Herrenberg nach Bali und blieb über längere Zeit. Das Leben dort: die perfekte Mischung aus Work und Surfing.

Der Pop-Up-Store auf der Surfer-Woche: Impressionen

Fotos: Jana Stäbener

Das Besondere ist der Flow

Wie kommt man eigentlich zum Surfen, wenn man weder in Bali, Australien oder in Laufweite des Münchner Eisbachs aufwächst? Ihre Schwester sei der Grund, warum sie auch unbedingt mal auf ein Brett steigen wollte. Die hatte einen Schnupperkurs auf Hawaii gemacht und war den Wellen seither verfallen. Auch Lindas erster Surfurlaub in Portugal blieb nicht ihr letzter. Seit acht Jahren verlässt sie immer mal wieder ihre schwäbische Heimat, um Surferluft zu schnuppern.

Das Faszinierende ist für sie der Flow beim Surfen, also wie die Natur und die eigene Verfassung zusammenwirken: „An einem Tag geht es mal total locker und ist schön, an einem anderen Tag bist du total fertig und willst nur noch, dass es vorbei ist“, beschreibt sie ihr Hobby ganz ehrlich. „Mal nimmst du jede Welle, mal keine, und das ist ganz normal.“

Fotos: Julia Ochs

Sportlich Schick – geht doch!

Auf die Frage, was „Hi oceanlovinggirls“ besonders macht, weiß Linda sofort eine Antwort: „Bikinis die bequem und sportlich sind, müssen ja nicht gleich so aussehen“. Sie gehe mit all ihren neuen Produkten immer eine Runde surfen, sagt sie. „Wenn es an mir hält, dann passt’s!“ Fast jeder kennt die Situation: Man springt in einen Pool und schwupps fehlt auf einmal das Bikini-Top. Aus genau dem Grund ist Lindas Swimwear auch nicht nur fürs Surfen gedacht.

Auch im Freibad muss der Bikini sitzen!

Classy: Lindas Badeanzüge

Foto: Julia Ochs

Ihre Bademode funktioniert mit dem sogenanntem „Mix & Match“-System. Wer sich schon mal einen Bikini gekauft hat, kann in der neuen Kollektion auch nur ein Top bestellen und dann mit beliebigem Unterteil kombinieren. Neben Bikinis und Badeanzügen hat Linda auch Beach-Bags, Towels und Surfboard-Covers im Sortiment. Auch andere Dinge wie Caps und Shirts verirren sich manchmal in ihren Online-Shop.

„Wenn ich ein Produkt selbst brauche, dann designe ich es einfach.“

Ihr Lieblingsstück aus der neuen Kollektion: der Laguna-Suit mit Karo-Muster. Die Farben erinnern an einen zeitlosen, schicken Jumpsuit.

Swimwear hautnah statt online

Schon das zweite Mal ist Linda nun bei der Surfer-Week von „Stuttgart am Meer“ dabei. Anstatt wie das letzte Jahr im Museumsshop, hat sie ihren Stand dieses Mal draußen unter dem Vordach des Museumsgartens. Die Designerin teilt sich die Fläche mit Fotografin Julia Ochs, die ihre Fotografien zum Thema Meer ausstellt. Sie und Linda kennen sich und waren auch schon gemeinsam auf Bali, um die Bikinis in vollem Surfer-Flow zu shooten.

„Das ist so schön für mich, die Kundinnen mal richtig zu sehen und zu erleben“, sagt Linda. Im Online-Shop sende sie ihre Bikinis zwar um die ganze Welt und bekomme schon manchmal kleine Notizen oder Emails zugeschickt, das sei aber einfach etwas anderes als das persönliche Gespräch am Stand.

Oft hatte sie zu Verkäufen vor Ort noch nicht die Gelegenheit. Messen im Herbst oder Winter beispielsweise würden sich für „Hi oceanlovinggirls“ aber einfach nicht lohnen, da das Label zu sehr mit Sommer, Sonne und Sonnenschein verbunden wird. Für Linda ist das aber kein Problem. „Ich bin halt ein echtes Sommerprodukt.“ Umso mehr hoffe sie, dass sie ihre Swimwear auch im nächsten Sommer wieder in Stuttgart ausstellen kann.

Hi oceanlovinggirls in Stuttgart

Vom 15. bis zum 25. August findet ihr Linda und ihre Swimwear am Stadtpalais. Im Rahmen der Surfer-Woche von Stuttgart am Meer wimmelt es im Museumsgarten hinter dem Gebäude nur so von Bikinis, Badeanzügen und Beach-Accessoires – in allen Farben des Regenbogens. Der Stand hat von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

Hier gehts zum Onlineshop >>>

Stadtpalais: Konrad-Adenauer-Straße 2, Stuttgart Mittte, Haltestelle: Charlottenplatz

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