Schnaps und ein bisschen Liebe: „Die Coole“ ist anders, als du dachtest

„Ja, aber die ist cool damit.“ Nee. Sorry. Bin ich nicht und muss ich auch nicht sein. Unsere Schnaps und ein bisschen Liebe-Autorin hat keinen Bock mehr darauf, immer „die Coole“ spielen zu müssen. Was das wirklich bedeutet, erklärt sie in unserer Single-Kolumne.

Stuttgart – Mein Kumpel Andi erzählt mir von seiner neuen privaten Seifenoper: Zu viele Dates, noch mehr Tinder-Matches und dann ist da noch seine Ex-Freundin Lisa, die keinen Bock hat, dass er sich nur nachts nach zwei Uhr (und drölfzig Kurzen) bei ihr meldet. „Mal ehrlich, die soll sich mal entspannen. Am Anfang hat die immer cool reagiert.“ Das heißt übersetzt so viel wie: „Also früher hat sie halt mitgemacht.“ Nur blöd, wenn zwei das Game spielen und die vermeintlich Coole dann plötzlich zur Spielverderberin wird. Warum? Weil sie einfach keinen Bock mehr darauf hat. Und auch wenn das Andi nicht so sieht, aber macht sie nicht genau das viel cooler?

„Die Coole“ gibt es wirklich

Sex mit dem Ex, lockere Freundschaften plus, One Night Stands, Ghosting – all das kann man ja auch einfach mal easy nehmen, ist ja auch nichts dabei. Stimmt, muss man aber nicht. Erst recht nicht, wenn man das Gefühl hat, man ist gezwungen dazu „die Coole“ zu mimen, weil das irgendwann mal in der Bravo stand.

Sagst du als Frau, was dir nicht passt, wirst du ziemlich schnell als anstrengend abgestempelt – „scheiß Feminismus, wo hat der uns nur hingebracht.“ Ja, und gleich fessel ich dich mit meinen Achselhaaren.

„Die Coole“ ist kein Mythos – es gibt sie wirklich. Nur eben anders, als du dachtest. Und zwar sind das Frauen, die ganz einfach dazu stehen, was ihnen gefällt und was nicht. Die wissen, was sie wollen, die für sich einstehen und eben nicht mit allem d’accord sind, nur um weiterhin Instagram-Likes zu bekommen.

Wer das verstanden hat, hat „die Coole“ wirklich verdient.

Über die Autorin

Unsere Autorin schreibt über das Single-Leben, den Alltag, die Liebe, keine Liebe und trinkt dabei viel lieber Schorle als Schnaps. Ihre Geschichten liegen auf den Straßen, fahren in Stuttgarts U-Bahnen, posten Instagram-Storys oder blockieren dich auf Tinder.

Foto: Unsplash

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