Schnaps oder Liebe – die neue Single-Kolumne

Stuttgart hat Liebe und jetzt auch eine Kolumne über Liebe. Oder über Anti-Liebe. Oder über alles dazwischen. Das ändert sich von mal zu mal und auch der Start ist ein wenig holprig. Der Versuch einer Erklärung.

Stuttgart – Während ich diese erste Kolumne schreibe, liege ich auf dem Bett. Mein Laptop balanciert auf meinem Schoß und meine rechte Hand ist im Bund meiner Jogginghose verschwunden. Na, kommst du drauf? Richtig – mein Unterleib krampft, als wollte er die Bewegungen der Kontinentalplatten nachahmen.

Verwirrung, Testosteron und was hier eigentlich passiert

Da liege ich, soll eine Kolumne über Frauen und Liebe und all diese schönen Dinge schreiben und will heute genau eines nicht sein: eine Frau. Und überhaupt Liebe – bleib bloß weg damit!

Es gibt eine Sache, die ich heute liebe und das ist die Embryonalstellung. Und Ashton Kutcher in dem Film mit Natalie Portman, wenn er ihr die Perioden-Mix-CD macht (Leona Lewis – I keep bleeding, ein Klassiker) und eine riesige Packung Donuts vorbeibringt. Wo sind meine Donuts? Alle mögen jetzt schreien: Was, ich würde lieber Ashton nehmen. Guter Deal, denn ich will wirklich einfach nur Donuts.

Wer Rosamunde Pilcher will, ist hier falsch.

Dabei könnte man ja eigentlich denken, es ist die perfekte Zeit, eine Kolumne wie diese zu starten. Der Frühling steht nach einigen Anlaufschwierigkeiten endlich in den Startlöchern. Knospen an den Bäumen erzählen von aufkeimendem Leben und ebenso erwachen langsam die zarten Knospen der Liebe. Wer mehr vom Schlag Rosamunde Pilcher wie im letzten Teil des Satzes will, der ist hier falsch.

Denn eine Kolumne wie diese, ja da ist noch nicht so klar, was daraus eigentlich werden soll. Aber wie kann man das auch schon vorher wissen? Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten. Schon wieder Kalendersprüche, jetzt reicht es wirklich.

Da das mit dem Frausein heute nicht so klappen möchte, ändere ich einfach meine Strategie. Den restlichen Tag bestreite ich als Mann. Los geht’s, ich lass meine rechte Hand direkt an Ort und Stelle. Und anstatt die ganze Zeit über das bisschen Bauchweh zu heulen, packe ich die Dinge lieber direkt an. Heul leise, denke ich, das bisschen Ziepen. Ob du dir schon mal so richtig den Gummihammer auf die eigenen Finger gehauen hast, frage ich.

Gibt nichts, was so ein Schnaps nicht regeln könnte. Oder Donuts.

Wenn ich abends in der Kneipe eine Frau sehe, die mir gefällt, nehme ich ’nen kräftigen Schluck Bier, straffe die Schultern und bahne mir den Weg zum Objekt meiner Begierde. Ich zeige euch, mit welchen kecken Sprüchen ihr weiter kommt bei den Ladies. Regel Nummer 1: Zeig ihr die gestraffte aber kalte Schulter. Leichte Beleidigungen statt Komplimente zeigen immer ihre Wirkung. Ab jetzt muss ich als Frau wieder übernehmen. Denn die einzige Wirkung ist hoffentlich ein Veilchen, das ab jetzt dein Auge ziert.

Ihr seht, wir haben Klärungsbedarf. Idee dieser Kolumne sind Geschichten, die passieren. Und unterhalten. Ziel dieser Kolumne ist das Gefühl von: „Alter! Genau so! Kenn ich!“ Und kleinster gemeinsamer Nenner dieser Kolumne ist: Gibt nichts, was so ein Schnaps nicht regeln könnte. Oder eine große Box mit Donuts.

Über die Autorin

Hing sie früher an Jürgen von der Lippe, hängen ihre heute an Schnaps und schönen Floskeln. Damit ist sie leicht zu ködern, schwer zu ertragen und unmöglich zu halten. Oder doch? Denn verknallen geht schnell, verschwinden aber genauso. Zurück bleibt ein Rattenschwanz – manchmal mit Herzschmerz, manchmal als schöne Erinnerung und manchmal nur mit der Frage, wie das schon wieder passieren konnte?

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