Ritzel Cycling Culture: Rennrad-
fahren, Teamspirit und Dolce Vita

Man nehme den Radsport, füge eine gehörige Portion Teamgeist hinzu, addiere ausgiebige Coffee Breaks und garniere das Ganze mit einer Prise Dolce Vita sowie einem ästhetischen Look – et voilà: Ritzel Cycling Culture aus Stuttgart. 

Stuttgart – „Ride as much or as little, as long or as short as you feel. But ride.“ Die Worte von Eddy Merckx, dem ehemaligen belgischen Rennradprofi, sind das Credo der Ritzel-Crew. Hinter dem Kollektiv stecken Fabian, Tamas, Pascal und Milo. Alle zwischen twenty- und thirtysomething. Tagsüber findet man die Sportskanonen als Film-Producer, Copywriter, Kommunikationsdesigner und Kameramänner in Stuttgarter Agenturen. Nach Feierabend schwingen sie sich aufs Rennrad und stellen Gruppenausfahrten für Gleichgesinnte durch den Kessel auf die Beine. 

Gemeinsam in die Pedalen treten

Eine Gruppe Rennradfahrer hält auf der Straße
Egal was für ein Rad oder welche Ausstattung man besitzt: Geh raus und hab eine gute Zeit mit deinen Freunden. Nur den Helm nicht vergessen – das ist der Ritzel Spirit.

Was sie miteinander verbindet? Allen voran die Freundschaft. „Good times only“, lautet die Devise, wenn sie sich treffen. Sei es beim gemeinsamen Radfahren, beim Kochen im Urlaub oder einfach bei einem Vino auf der Bordsteinkante in Stuttgart-West, plaudern sie aus dem Nähkästchen. Das Rennradfahren haben die Jungs 2017 für sich entdeckt. „Da saßen wir alle gerade mal ein, zwei Jahre im Sattel, allerdings meist jeder für sich.“ Schnell war klar: Das Fahren in der Gruppe macht am meisten Spaß, „vor allem wenn untereinander eine gute Dynamik herrscht. Man schafft höhere Anstrengungen und kommt weiter.“ Im Kessel gab es zwar schon ein paar Angebote, aber nichts davon entsprach hundertprozentig ihrem Gusto. 

Mit eigener Kraft von A nach B zu kommen und dabei etwas von seiner Umgebung mitzubekommen, ist ein ziemlich gutes Gefühl. Wichtig ist nur, dass man sich dabei selbst treu bleibt und sich nicht ständig mit anderen vergleicht.

Rennradkultur neu interpretiert

Für die vier Freunde stand anfangs nicht unbedingt die sportliche Leistung, sondern eher das Gruppenerlebnis im Vordergrund. „Also nicht nur das Strampeln an sich, sondern auch das Miteinander vor, während und nach dem Fahren.“ Sie hatten einfach Bock, das mit so vielen Leuten wie möglich zu teilen, erläutern sie. Und wie sieht eine perfekte Rennradtour in bester Ritzel-Manier aus? „Eine schöne Landschaft, ein paar Freunde, eine nette Pause und vor allem eins: ungezwungenes Radfahren.“ Übrigens: „Ritzel“ bezeichnet beim Fahrrad das kleinere Zahnrad einer Zahnradpaarung, das auch meistens das Antriebsrad ist.

Group Rides: Im Pulk ans Ziel 

Ihre Touren wollten sie für alle kostenlos zugänglich machen. Die Strecken sind so geplant, dass jeder sie meistern kann, am Berg wird ohnehin gewartet. „Wir wollen den Leuten zeigen, dass Radfahren das Schönste ist, was man zwischen Arbeit und Schlafen machen kann.“ Mit ihrem Instagram-Kanal erreichten sie ruckzuck eine beachtliche Anzahl motivierter Mitstreiter oder besser gesagt Mitstrampler. Beim ersten „Coffee Ride“ im April 2018 quälten sie sich noch zu acht durch den Regen. Nachdem ihr Projekt im Kessel die Runde machte, waren beim Season-Closing im gleichen Jahr über 45 Leute am Start. „Ich glaube da wurde uns allen erst so richtig bewusst, wie viel wir eigentlich gemacht haben und wie viele tolle neue Leute wir kennengelernt haben.“

Unsere Ausfahrten sind für alle Personen mit einem Rennrad, die gerne tiefer in die Fahrradwelt eintauchen wollen. Radfahrer, die noch keine großen Erfahrungen in der Gruppe sammeln konnten und neue Leute kennenlernen möchten.

Neuer Kreativraum für die Rennrad-Kultur

Anfang des Jahres beschloss die Ritzel-Crew, das Jahr etwas ruhiger angehen zu lassen und das Format „Coffee-Rides“ zu überdenken. Als bekannt wurde, dass die Bright-Zeit aus ihren Räumlichkeiten in der Breitscheidstraße auszieht, fackelten sie nicht lange herum: Der Grundstein für ihr Club-Haus war gelegt. „Mit dem Picobello wollen wir einen Raum schaffen, der sich auf das Thema Rennrad fokussiert, aber dennoch Spielraum für Kreative ist. Eben einen zentralen Anlaufpunkt für die Rennrad-Kultur in Stuttgart.“ Von kleineren Ausstellungen über Workshops bis hin zu Vorträgen – der Raum bietet sämtliche Möglichkeiten, um Ideen auszugestalten und zu präsentieren. Wir müssen uns nur noch ein klein wenig gedulden. Denn: Der Umbau dauert noch eine Weile an, aber wenn alles gut geht, sind sie ab Januar 2020 am Start. 

Noch mehr unvergessliche Momente auf dem Rad

Die klassische Rennradsaison ist für dieses Jahr nun passé. Im neuen Jahr sollen die Group Rides dann wieder öfter stattfinden, wenn auch nicht im gleichen Umfang wie im Startjahr. „Das war logistisch und finanziell neben einem Vollzeit-Job leider kaum machbar. Auch wenn es wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.“ Sie haben aber noch ein paar Ideen für andere Formate in petto, die sie gerne ausprobieren wollen. Man darf also gespannt sein! Eine Sache wollen die Boys noch loswerden: „Danke an alle die sich jemals bei einem Coffee-Ride aufs Rad geschwungen haben, stundenlang für und mit uns in der Küche gebacken haben, die Siebträgermaschine gerockt haben und einfach ihr Herzblut für die Sache gegeben haben!“ Das lassen wir mal so stehen und freuen uns auf alles, was noch kommt.

 

Die berühmt berüchtigte Affalterbach Tour für alle, denen jetzt die Füße kribbeln:

Hier könnt ihr dem Club virtuell beitreten.

Fotos: Ritzel Cycling Culture

Mehr aus dem Web