Rapper Marz: Zwischen Cannstatter Kurve und Hip-Hop-Show

Zwei Herzen pochen in seiner Brust: Das des Rappers und das des VfB-Fans. Am kommenden Samstag lässt Marz sie im Mercedes-Benz Museum erstmals so richtig im Takt schlagen.

Stuttgart – Wer am Samstag beim VfB-Spiel gegen Mainz wie immer in die Cannstatter Kurve kommt und sich über die Abwesenheit des Rappers Marz wundert, dem sei schon vorab gesagt: Geht in Ordnung, dass der da heute nicht steht. Er ist quasi entschuldigt und sitzt schräg rechts von euch auf der Haupttribüne. Winkt mal! Natürlich sitzt er da nicht, weil Marz keinen Bock mehr hat auf die Kurve und plötzlich bequem geworden ist. Sondern, weil am Samstag ein ganz besonderer Tag für den Stuttgarter ist.

Erst wird gespielt, dann gerappt

Direkt nach dem Spiel nämlich (sein Tipp: 1:0) wird er sich mit seiner Band, den Jazzern Bixtie Boys, nach nebenan ins Mercedes-Benz-Museum begeben, um ein besonderes Konzert zu spielen. In der VfB-Sonderausstellung im Automobiltempel steigt von 18 bis 21 Uhr der wohl speziellste Gig in der rund fünfjährigen Karriere des Rappers. Die gut 100 Freikarten waren natürlich sofort weg und beinhalten neben dem Auftritt auch Tickets für das Spiel, das man sich dann gemeinsam in großer Runde reinzieht, bevor es rüber ins Museum geht.

Klinsmann ist Schuld!

Marz, der eigentlich Christoph Schwarz heißt, ist durchaus so was wie nervös. „Ich hoffe nur, dass sie gewinnen“, lacht er, als wir ihn wenige Tage vor dem Konzert im Schirmstüble im Stuttgarter Süden treffen. „Sonst könnte es mit der Stimmung bisschen schwierig werden.“ Marz wohnt um die Ecke, in der kleinen Kneipe hat der 36-Jährige schon viele Spiele von seinem VfB gesehen. Marz und die Bixtie Boys live bei einem vom VfB veranstalteten Konzert: Für einen wie ihn ist das ein wahrgewordener Traum. Seit er als kleiner Junge erstmals Jürgen Klinsmann im Trikot des VfB spielen sah, war es um ihn geschehen. „Wie jede Liebe, hat natürlich auch meine Liebe zum VfB Höhen und Tiefen“, meint er. „Aber man sucht sich seinen Verein nicht aus. Der Verein sucht dich aus.“

Wü-Tem Clan

In guten wie in schlechten Zeiten, das gilt auch beim Fußball. Wie Klinsi in der Gegend um Göppingen aufgewachsen, war Marz natürlich auch im örtlichen Fußballverein. „Obwohl ich nicht kicken kann“, lacht er. Heute kreist sein Interesse eher um das Leben als Fan, als Supporter, als Teil einer Gemeinschaft. So oft es geht schaut er sich die Heimspiele an, regelmäßig fährt er zu Auswärtsspielen. Eben so, wie es sein eigener Tourplan zulässt.

Marz im Schirmstüble. Mit dabei: Sein legendärer Schal von 1997.

Meist ist er bei den Ausflügen nicht allein. Einerseits ist er Mitglied im Tippclub seines Vaters, wo er in altehrwürdiger Runde eine sehr gute Figur macht, andererseits hat er vor einem Jahr mit einigen Freunden (darunter auch DJ Diversion) einen eigenen Supporter-Verein gegründet – den Wü-Tem Clan. „Wir sind neun Typen und eine Frau, sehen uns Heimspiele an, fahren zu Auswärtsspielen und gehen auch gemeinsam in Urlaub“, umreißt er das Vereinsleben.

Alles für die Cannstatter Kurve

Marz ist der Vorstand des Vereins und lebt seine Leidenschaft für den Sport auch hier voll aus. „Wenn du in der Kurve stehst, spielt es keine Rolle, wer links und rechts neben dir steht“, schwärmt er. „In den letzten Wochen lag ich schon mal einem 65-Jährigen um den Hals, aber auch einem 15-Jährigen. Niemanden interessiert, woher du kommst oder was du machst.“ Zudem gefällt ihm, dass Fußball nicht vorhersehbar ist. „Der Ausgang des Spiels ist nicht klar. Oft werden Spiele noch in letzter Minute gedreht, das ist der reine Wahnsinn. Alles ist möglich.“

Beats und Brustring

Beats und Brustring, darum dreht sich sein Leben. Diese Woche veröffentlichte er ein Mixtape mit DJ Friction, mit den Jazz-Musikern der Bixtie Boys haut er in diesem Jahr noch ein Album raus. Und im Stadion bekommt er jedes Mal eine Gänsehaut, wenn er die Treppen hochläuft und den Rasen das erste Mal sieht. Rituale gehören bei einem wie ihm natürlich auch dazu. „Mit dem Fanclub treffen wir uns immer ‚am Platz‘“, meint er. „Da weiß jeder, was gemeint ist. Schon davor gibt es zwei, drei Treffpunkte, und es kommen immer mehr zusammen. An diese Stelle einen Gruß an den Pfandsammler Josef, der schon seit Jahren am Stadion steht!“

Bühne, Stadion, Sex

Man kennt sich, man feiert zusammen, man lacht zusammen. Fan-Sein ist für Marz mehr als einen VfB-Schal tragen – obwohl er von denen einen Riesenstapel zuhause hat. Es bedeutet, aufzugehen im Moment und alles andere auszublenden. „Es gibt drei Dinge, bei denen ich nicht an das Leben denke“, sagt er dann. „Auf der Bühne, im Stadion und beim Sex.“ Fehlt am Samstag ja nur noch das Eine zum perfekten Tag, was?

www.wirscheissengold.de/artists/marz

Sonderausstellung im Mercedes-Benz Museum: 125 Jahre VfB Stuttgart

Noch bis zum 2. Apil 2019 bietet sich im Mercedes-Benz Museum die Möglichkeit, die bewegte Geschichte und die bewegenden Geschichten des VfB erleben zu können.

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag: 9 – 18 Uhr
Kassenschluss: 17 Uhr

Tickets
Tageskarte regulär: 10 Euro, ermäßigt: 5 Euro.
Kostenfreier Eintritt für Kinder (bis einschließlich 14 Jahre).

Die Sonderausstellung ist im Ticketpreis enthalten.

Mehr Infos gibt es hier >>>

+++Verlosung+++

Damit ihr am Samstag beim Konzert im Museum dabei sein könnt, verlosen wir 2×2 Tickets. Was ihr tun müsst, ist uns zu verraten, warum ihr unbedingt dabei sein wollt. Schreibt uns einfach eine Mail mit dem Betreff „Marz“ an stadtkind@stadtkind-stuttgart.de. Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich 18.01.2019, 13 Uhr (Teilnahmefrist). Alle Emails nehmen an der Verlosung teil. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Fotos der Ausstellung: Daimler AG

Mehr aus dem Web