PUSS: Stuttgarts erstes Mikro-Festival

Zwischen Alltag und Weltall: Vom 24. bis 26. Mai wird das Fluxus zum Schauplatz der Pop-Up-Stage-Stuttgart. Einem Mikro-Festival im geographischen Zentrum der Stadt.

Stuttgart – Einen Ort des Abtauchens und Aufhorchens im geographischen Mittelpunkt der Stadt. Das wollen die Initiatoren mit der Pop-Up-Stage-Stuttgart (PUSS) schaffen. Und zwar mit einer Reihe von genre- und generationsübergreifenden Performances, die zum Hinhören, Zuhören, aber auch Aufhorchen einladen. Wir haben Franziska Schmitz – eine der Organisatorinnen – getroffen und mit ihr über die Intention der temporären Bühne gesprochen.

Augen zu, Ohren auf!

„Unser Ziel ist es, Sprache, Klangerzeugung und performative Elemente auf interessante Weise miteinander zu verknüpfen“, verrät Franziska, Kuratorin und künstlerische Leiterin des Vormittagsprogramms des Mikro-Festivals. „PUSS ist unser Versuch, den Leuten Berührungsängste zu kulturellen Angeboten wie Konzerten der ‚Neuen Musik‘ zu nehmen.“ Für alle Laien da draußen: „Neue Musik“ begreift jegliche Art von Geräuschen, die uns umgeben, als Musik.

Das Programm solle nicht in einem abgelegenen Konzertsaal gezeigt werden, sondern an einem Ort, den man eigentlich mit etwas anderem verknüpfen würde, so die Schauspielerin. Mit einem entspannten Nachmittagsbummel beispielsweise. Oder einem Besuch im Weinladen des Vertrauens. Denn Franziska weiß: „Damit fahren wir die Hemmschwelle schon mal ein wenig runter. Die Leute sollen stehen bleiben und sagen: Cool, da ist also eine Pianistin mit einem Toy-Piano, die das Weingut zum Klingen bringt, interessant.“

Improvisation statt Perfektion

Besonders wichtig sei den Organisatoren auch, generationsübergreifenden Anklang mit dem kulturellen Angebot zu finden: „Ich fände es großartig, wenn hier so viele Altersgruppen wie möglich vertreten wären“, sagt Franziska und fährt fort: „Eine bunte Mischung aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die offen für diese Form der Kunst sind.“ Ziel des Ganzen sei kein perfekt durchgeplantes Festival, sondern viel Spaß, Improvisation und ein abwechslungsreiches Programm, das sich unterschiedlicher Instrumente bedient und diese auf ungewöhnliche Weise miteinander verbindet.

Hier spielt die Musik

Ebenso wichtig wie die Auswahl der Stücke sei für die Initiatoren der Ort des Geschehens gewesen, so Franziska. „Wir wollten PUSS an einen Ort bringen, an dem wir ein möglichst breites Publikum ansprechen können – ganz ohne diesen elitären ‚Neue Musik/Ü-40-Veranstaltungscharakter‘ irgendwo abseits des Alltags“, erklärt die Schauspielerin. Und welcher Ort wäre da besser geeignet als die Passage am Rotebühlplatz, die sich in den letzten Jahren zu einer Art Wohnzimmer der Stuttgarter Innenstadt entwickelt hat? Eben – keiner! Als Spielstätten dienen dabei das Cape Collins, Mademoiselle Yéyé und das Weingut.

Auf dem Programm

Das Programm des dreitägigen Mikro-Festivals sei alles andere als konventionell, wie uns Franziska verrät. „Wir sehen PUSS als Experimentierfeld und Gelegenheit für Künstler, etwas auszuprobieren, das sie schon immer einmal machen wollten.“ Zuschauer dürfen gespannt sein und sich auf einen Streifzug durch unterschiedliche Genres aus der Theater-, Sprach- und Neuen-Musik-Szene freuen. Jeder Festivaltag besteht dabei aus jeweils drei unterschiedlichen Programmpunkten: vormittags Musiktheater für Kinder, nachmittags performative Lesungen und musikalische Performances, abends Konzerte.

Wer steckt hinter PUSS?

Céline Papion, Martin Storz, Joerg Hildenbrand und Franziska Schmitz gehören zum Organisationsteam des dreitägigen Mikro-Festivals, das sich in den 2018 stattfindenden Programmzyklus “Sssss… Stimme, Sprache, Schrift und Spiel” des Stuttgarter Kollektivs für Aktuelle Musik (S-K-A-M e.V.) einreiht. Für die Gestaltung des Programms sind unterschiedliche Ensembles, Organisationen und Künstler aus der Region Stuttgart verantwortlich: das Duo Marie Muks, Interpreten und Komponisten vom Stuttgarter Kollektiv für Aktuelle Musik (S-K-A-M e.V.) sowie Schauspieler und Sprecher des Citizen Kane Kollektivs. Hinter den Kulissen sorgen Bühnenbildner Valentin Eisele und (Licht-)Techniker Martin Wolter für die richtige Atmosphäre in und um die Spielstätten.

Unterstützt wird das Projekt außerdem vom Jungen Ensemble Stuttgart (JES).

Titelbild: Valentin Eisele

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