Pop-up-Ausstellung im Tatti

Alltag im Ausnahmezustand: Mit ihrem Bildband „Vintage Addis Ababa“ haben die Fotografen Wongel Abebe und Philipp Schütz das Leben im vom Bürgerkrieg gezeichneten Äthiopien eingefangen. Jetzt stellen Sie ihren Fotoband in Stuttgart vor.

Stuttgart – Wie lebt man mitten in einer Katastrophe? Wovon träumt man, wenn um einen herum das Land zerfällt? In Äthiopien toben seit Jahrzehnten Bürgerkriege. Immer wieder wird das Land von Hungersnöten heimgesucht. Die politische Situation schien dank einer Militärdiktatur über Jahre hinweg aussichtslos.

Eine Sammlung vergessener Erinnerungen

Doch inmitten der scheinbaren Dauereskalation richten sich die Einwohner in der feindseligen Umgebung ein: Sie führen Haushalte, gründen Familien, setzen sich Ziele – eine wenig dokumentierte, fast vergessene Seite der Geschichte. Doch wie geht man mit der Krise um? Wo findet man Ruhe, Normalität, Alltag?

Diese Frage trieb auch die äthiopische Fotografin Wongel Abebe und den gebürtigen Schweizer Designer und Fotografen Philipp Schütz an: Aus Wohnzimmerschubladen, Fotoalben und Erinnerungen haben sie die Geschichten der Menschen in Addis Ababa, der Hauptstadt Äthiopiens, zusammengetragen. Das Ergebnis ist ein Bildband mit privaten Fotos aus den 1940er bis 1980er Jahren – vergessen geglaubte Erinnerungen an ein Leben in der Eskalation.

Über 2000 Bilder wurden digitalisiert

Zahlreiche Menschen haben die Autoren für ihr Projekt angesprochen – die meisten mit Erfolg. Via Crowdsourcing konnten sie mehr als 2000 Bilder digitalisieren und holen so die vergessen geglaubte Vergangenheit des Landes ins Jetzt. Am Montag, 20. Mai, werden Wongel Abebe und Philipp Schütz ihren Bildband im Tatti vorstellen, ab 18 Uhr Einblicke in das Projekt geben. Außerdem werden ein paar ausgewählte Bilder an diesem Abend als Pop-up-Ausstellung zu sehen sein.

Mehr Infos findet ihr hier >>>

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