Pois ruft zu Spenden auf

Anfang August vernichteten verheerende Feuer mehr als 27.000 Hektar Wald- und Agrarfläche in Portugal an der Algarve. Unter den Opfern waren auch drei Erzeuger aus der Pois-Familie. Matthias Kästner und sein Team wollen mit einer Spendenaktion Mut machen.

Stuttgart – Es ist ein surreales Bild: Der blaue Himmel strahlt über dem verwüsteten Land von Pois-Bauer José António nach den Waldbränden an der Algarve. José, der einer ihrer ersten Erzeuger war, hat es am schlimmsten getroffen. Neben ihm sind noch zwei weitere Bauern der Pois-Familie betroffen.

Pois-Bauern kämpfen um ihre Existenz

Pois zu Besuch bei Bauer José António nach den Bränden
Nach dem Brand bei Bauer José António Foto: Pois

Die Auswirkung des Feuers bei Pois-Bauer José António
Foto: Pois

„Man schaut aus dem Fenster, und es sieht aus wie Hiroshima“ – so beschrieb José António die Situation unmittelbar nach den Bränden. Der Bauer, der die Zitrusfrucht schon vor Jahren aufgeben wollte, konnte durch die Zusammenarbeit mit Pois wieder nach vorne blicken und verzeichnete einen rentablen Umsatz. Heute sind 3 Hektar seiner Anbaufläche zerstört sowie die Maschinen, das Bewässerungssystem und das Wohnhaus abgebrannt. Auch bei seinem Nachbarn, dem Zitronen- und Kiwibauern José aus Alferce, zerstörten die Brände mehr als 70 Prozent der Anbaufläche. Ähnlich erging es dem Nebenerwerbsbauer Juri, der jährlich zirka 700 kg Kiwis an Pois verkauft. Oder auch Robert, der bei der ersten Pois-Erzeugerreise im Frühjahr 2017 eine Eselwanderung mit ihnen unternahm, verlor bis auf fünf Tiere seine komplette Lebensgrundlage.

Vom betroffenden „Eselflüster“ Robert Nestmann fotografiert
Foto: Robert Nestmann

Pois-Bauern sind mehr als nur Erzeuger

Für Pois-Chef Matthias Kästner ist das nur schwer zu ertragen: „Schaut man sich Bilder und Videos aus den vergangenen Jahren an, wirkt alles total paradiesisch. Genauso hat es sich dort auch angefühlt.“ Von dem Feuer erfuhr Matthias über die Seiten von portugiesischen Wetterdiensten: „Durch die lange Dürreperiode und Südwestwind kündigte sich die Gefahr bereits an. Auf der Karte war alles rot eingefärbt und ich wusste: dort brennt es.“

Als er dann wiederholt keinen telefonischen Kontakt zu den Bauern herstellen konnte, erhärtete sich der Verdacht. Matthias und sein Team fassten sofort einen Entschluss: „Wir müssen etwas tun!“ Denn für Pois sind ihre Bauern nicht nur Geschäftspartner, es verbindet sie mittlerweile auch eine enge Freundschaft. „Es wird Jahre dauern, bis in den Gärten wieder Früchte wachsen“, sagt Matthias. Genau deswegen ruft Pois mit der Unterstützung von Paten wie dem Bürgermeister der Stadt Winnenden Norbert Sailer, der Grünen-Landtagsabgeordnete Brigitte Lösch und dem Kopf der Anstifter Peter Grohmann, zum Spenden auf.

Matthias Kästner in Portugal vor dem Feuer
Foto: Zoya Damaskin

Spendenaktion für Wiederaufbau

Spendenziel sind 50.000 Euro, „für den Wiederaufbau der Infrastruktur und um den wirtschaftlichen Verlust der nächsten drei Jahre aufzufangen“, wie Pois in ihrem Spendenaufruf schreiben. „Eigentlich wollten wir direkt starten, jedoch waren wir an rechtliche Abläufe gebunden und musste die Spendenaktion erst offiziell anmelden.“ Umso mehr Support erhoffen sich Matthias und das Pois-Team nun von den Stuttgartern und über die Landesgrenzen hinaus. „Wir wollen nicht, dass Bauern wie José António aufgeben und aus dem Land flüchten. Uns ist es wichtig, das Land gemeinsam wieder aufzubauen.“

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