Phyllis-Installation im Stadtbüro

Miriam Köpf hat sich als Designerin auf Pflanzen spezialisiert. Einen Monat lang wird ihre Installation „Spring Flush“ im Büro von Stadtkind, Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten zu sehen sein.

Stuttgart – „Pflanzen zaubern den Menschen ein Lächeln ins Gesicht“, sagt Miriam Köpf. Seit ihrem temporären Gastspiel im Heusteigviertel ist viel passiert – zukünftig will die Designerin nur noch mit den grünen Faser-Freunden arbeiten. Welche Tipps sie für Pflanzen-Fans parat hat, wo man in Stuttgart die schönsten Pflanzen bekommt und warum bei ihrer Installation im Stadtleben-Büro Frühlingsgefühle garantiert sind, hat sie uns bei einem netten Plausch in der Sonne verraten.

Phyllis – eine große Pflanzen-Liebe

Miriam Köpf wuchs am Killesberg auf, machte ihr Abitur im Kessel und blieb Stuttgart – bis auf einen kleinen Ausflug, einem Praktikum in Paris – treu. Als gelernte Schreinerin und aus Liebe zum Handwerk war das Studium an der Akademie der Bildenden Künste für sie nur der nächste logische Schritt. Schließlich tauchte sie als Produkt-Designerin in die Arbeitswelt ein, war kreativer Kopf großer Stuttgarter Agenturen und fand letztendlich immer mehr Gefallen am Interior-Design – und an Pflanzen. „Ich hab’s einfach gemacht – in Räumen mit Pflanzen gearbeitet.“

Pop-Up Phyllis

Bereits vor zwei Jahren hatte sich die Stuttgarterin als Designerin auf diesen Bereich spezialisiert und den Pop-Up-Shop im Heusteigviertel als Showroom und Plattform gewählt, um sich mit Leuten auszutauschen. Die selbsternannte Pflanzenliebhaberin, die immer wieder bei Blooms auf dem Marienplatz mitarbeitet, hat ihre helle Freude an den (hell-)grünen Faser-Freunden. Und das aus mehreren grünen, äh, guten Gründen: „Für die Akustik sind Pflanzen wahnsinnig effektvoll und für die Stimmung sowieso, weil da was lebt und man eine Bindung aufbauen kann.“

Und Miriam mochte Pflanzen schon immer. Trotzdem habe sich die Arbeit mit den grünen Gewächsen eher zufällig ergeben. Mittlerweile betont die 41-Jährige aber ganz bestimmt: „Es ist eine große Freude mit Pflanzen zu arbeiten.“ Zukünftig will sie mehr denn je Pflanzen sprechen und ihr Business über Phyllis laufen lassen. Diesen Schritt zu gehen, hätten ihr zahlreiche Anfragen ermöglicht. Pflanzen im Raum seien gefragt und mehr als nur eine Trend-Erscheinung.

Raum, Temperaturen, Licht

Wenn sie Aufträge bekommt und schließlich Räume betritt, versucht sie abzuklopfen: Sind die Leute viel vor Ort, haben sie wirklich Zeit, um die Pflanzen zu pflegen, haben sie Lieblingspflanzen. „Und dann versuche ich mich intuitiv darauf einzulassen und habe dadurch gemerkt: So will ich arbeiten.“

Special-Tipp: Zuwendung hilft! „Ich rede mit meinen Pflanzen, wenn ich sie gieße“, verrät Miriam. Von einem Pflanzenforscher hätte sie gelernt, dass Pflanzen kommunizieren, tanzen und auch fühlen. „Pflanzen sind intelligent und passen sich  ihrer Umgebung an, aber es hilft ihnen schon, wenn man sie auch mal abstaubt“, sagt die Pflanzen-Freundin lachend.

Nur logisch, dass die Designerin einen grünen Daumen hat. „Aber dafür braucht es viel Erfahrung, man muss ein Grundvertrauen zu Pflanzen entwickeln.“

Deshalb kommen hier ein paar Tipps, worauf man beim Pflanzenkauf und bei der Pflanzen-Pflege achten muss:

  • Weniger ist mehr: Je mehr verschiedene Pflanzen man hat, desto komplizierter wird das Leben mit den Pflanzen!
  • Wenn man keinen Plan von Pflanzen hat, am besten größere Pflanzen kaufen, die verzeihen mehr – z.B. falsch gießen.
  • Darauf achten, dass sie aus einer Pflanzengruppe, aus einer Region stammen und sie so auch zusammenstellen.
  • Pflanzen im Winter eher an kühle Orten stellen, sie wollen ihre Ruhe, machen auch Winterpause – weg von der Heizung!
  • Eine höhere Luftfeuchtigkeit erzielt man mit Wasserschalen, Besprühen, Wäsche im Zimmer trocknen.
  • Alle 14 Tage eine Pflanzenstunde einplanen, danach schauen, brauchen die grünen Faser-Freunde neue Erde etc.

Außerdem hat Miriam auch einen Buch-Tipp parat: House of Plants. Die Mädels beraten vor allem über Pflanzengruppen.

Und welche Pflanzen mag Miriam selbst besonders gern? „Die Pflanzen mit besonderen Blättern haben es mir angetan – Begonien, Fishbone-Kakteen, Monstera.“ Inspirieren lässt sich die Stuttgarterin übrigens am liebsten in Gärtnereien. „Aber klar, ich gucke schon auch bei Instagram, was die Pflanzen-Community so präsentiert.“

Klar, dass bei so viel Inspiration noch einiges von Miriam zu erwarten ist – unter anderem ein Wohnwagen als dauerhafter Showroom, den man immer wieder neu ausstatten und positionieren kann. Außerdem plant die Designerin ein Terrassen-Konzept für das Gardener’s Nosh.

Die besten Blumenläden in Stuttgart sind, wenn es nach Miriam geht, übrigens: Blossfeldt (Calwer Str. 30), der Wochenmarkt und Blooms für saisonale Blumen, die Gärtnerei Schuler (Cottastr. 43) für Zimmerpflanzen. Und der Onlineshop einer ehemaligen Stuttgarterin „The Botanical Room„.

Kein unbedachter Pflanzen-Konsum

Was Miriam Köpf aber besonders am Herzen liegt, neben den Pflanzen, ist das Konsumverhalten der Leute. Ihr Job sei bestimmt auch deshalb so gefragt, weil die Menschen wegwollen vom reinen Konsum, schnell kaufen und dann wieder weg damit, wenn die Pflanzen kaputt sind. „Das tut weh und verhält sich ähnlich im Bereich Mode und Essen.“ Miriam will mit ihrem Job und für den Pflanzenkauf ein Bewusstsein schaffen und betont: „Lieber mal ein bisschen mehr Geld investieren, aber sinnvoll ausgewählt und etwas gescheites kaufen.“ Sie freue sich über das Umdenken, was Stadt- und Bürobegrünung angeht. „Da hat man sich in den letzten Jahren viel mehr Gedanken gemacht, wie man für die Mitarbeiter eine gute Atmosphäre schafft, für gute Luft und beste Vibes.“

Damals: Miriam Köpf in ihrem Phyllis-Pop-Up.

Apropos Büro. Im Büro von Stadtkind, Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten wird Miriam also auch für eine bessere Atmosphäre sorgen – auf Pflanzenbasis versteht sich. „Was ich als erstes gedacht habe als ich das Büro gesehen habe, war: die Fenster sind groß, Farbe ist wichtig. Außerdem ist mir wichtig, dass es auch nach außen hin gut wirkt und sich nicht zu sehr zurücknimmt“, so Miriam. Als Konzept habe sie jedem Fenster eine Frühlingsfarbe gewidmet. Und noch etwas verrät sie: „In jedem Fenster wird eine Art Blüte zu finden sein, es wird hängende Pflanzen geben, ähnlich wie die Installation im Là Pour Là mit Kokedama (Moosball), alles andere passiert vor Ort.“

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

SPRING FLUSH

Event-Beschreibung:

Frühlingsblüte – eine Installation mit viel Farbe und besonderem Grün für die Schaufenster des Stadtbüros von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Opening mit Drinks, zieht euch bunt an!

YELLOW_PINK_RED_WHITE_VIOLET

Invitation! Come by-wear colors

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Phyllis x StZ

Opening

Geißstraße 4
Am Hans-im-Glück-Brunnen
Ab 18 Uhr

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