Petite France: Alles, was Frankreich ausmacht

Die fabelhafte Welt des Dominique Gueydan: Stuttgarts erster Gastro-Franzose am Platz hat in der Eberhardstraße den Spezialitätenladen Petite France eröffnet. Er sieht es als Krone seiner kulinarischen Karriere.

Stuttgart – Umtriebig war Dominique Gueydan in den letzten Jahrzehnten. Seine Baguette-Kette Vital Lunch hat Generationen von Schülern, Studenten und Büropersonal verköstigt, in seinem Restaurant Coq au Vin und, schräg gegenüber, seinem Bistro Le Tonneau gab es französische Küche und die passenden Weine. Erst vor zwei Jahren erfüllte er sich mit La Boulangerie seinen lang gehegten Traum einer französischen Spezialitätenbäckerei.

Petite France in der Eberhardstraße

Jetzt hat er schon wieder einen neuen Laden eröffnet. Oder anders gesagt: Seine Prioritäten neu ausgerichtet. „Ich glaube, ich hätte mich zur Ruhe gesetzt, wenn ich diesen Laden nicht gefunden hätte“, erzählt er bei einer schönen Tasse Café au Lait. „Le Tonneau und La Boulangerie habe ich in fähige Hände gelegt, um mir in meiner Laufbahn diesen letzten Traum zu erfüllen: Petite France ist ein Querschnitt durch alles, was ich in den 33 Jahren hier in Stuttgart gemacht habe.

Es gibt keine Situation, die nicht von einer Quiche verschönert wird. (Alle Bilder: Björn Springorum)

Ein französisches Märchen

Soll heißen: Bäckerei, Baguetterie, Feinkosthandel und Lieferservice, alles unter einem Dach vereint. Die anderen Läden laufen weiter, hin und wieder noch mit väterlicher Hingabe kontrolliert von Dominique selbst. Ganz loslassen kann und will er dann eben auch nicht. „Ich habe diese Läden selbst aufgebaut und sie zum Wachsen gebracht. Ich weiß, dass sie ohne mich bestehen können, also fiel es mir nicht schwer, sie abzugeben – zumal mir klar ist, dass ich mich in den nächsten Jahren nicht mehr um alles hätte kümmern können. Von der Pacht hätte ich leben können, aber es wäre kein angemessenes Ende gewesen. Das ist wie bei einer guten Geschichte. Die hört ja auch nicht einfach auf.“

Im Petite France gibt es Mittagstisch, hausgebackenes Brot und Patisserie

Mit 60 sieht er sich „alt, aber nicht alt“ und schmunzelt dabei sein verschmitztes Lächeln. Seine ganze Aufmerksamkeit gilt jetzt seinem neuen französischen Spezialitätengeschäft Petite France am Beginn der Eberhardstraße, zwischen Dilayla und Hegelmuseum. Ein ungleich urbanerer Ort als der geruhsame, gesetzte Westen. „Das Publikum ist ein ganz anderes“, nickt er. „Hier gibt es viel Laufkundschaft, wo es im Westen viele Stammkunden gibt. Deswegen ist eine unserer Spezialitäten ein schneller und guter Mittagstisch. Zudem kann man das Essen telefonisch vorbestellen und mitnehmen oder liefern lassen.“

Baguettes, Quiches, Salat, Flammkuchen und Crêpes stehen zur Auswahl, dazu eine gefährlich große Selektion an französischer Patisseriekunst und hausgebackenem Brot. Und seine Feinkost bezieht er von Le Comptoir de Mathilde, einem renommierten französischen Spezialitätengeschäft im Elsass.

Alles, was Frankreich so köstlich macht

Alles, was Frankreich so köstlich macht, präsentiert in einem charmanten kleinen Laden mit französischen Landschaftsmalereien an den Wänden – ein Stück Frankreich in einer Zeit, in der man nicht in die Provence reisen kann. Das letzte Kapitel hat begonnen. Und es wird ziemlich lecker.

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