#ontour: Wochenende in Amsterdam

Stadtkind-Autorin Alla gibt Tipps für einen schönen Wochenendtrip nach Amsterdam und verrät, was ihr euch dort auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

Stuttgart – Wer noch nie in Amsterdam war, sollte sich das in der nächsten Zeit unbedingt vornehmen: Diese Stadt bezaubert mit seiner unverwechselbaren Architektur, den einzigartigen Vibes und ist zudem sehr gut von Stuttgart aus zu erreichen. Da ich privat seit vielen Jahren regelmäßig in Amsterdam bin, teile ich nun meine Tipps mit euch – was ihr bei einem ersten Wochenendbesuch unbedingt beachten solltet und wo es sich auf jeden Fall lohnt hinzugehen.

Die Anreise

Von Stuttgart aus hat man einige Möglichkeiten nach Amsterdam zu kommen. Möchte man mit dem Zug reisen, so gibt es zwar keine direkte Verbindung, aber die Bahn verspricht, dass man mit einem Umstieg innerhalb von sechs Stunden in die holländische Hautstadt kommt. Aus eigener Erfahrung kann ich die Fahrt mit der Bahn leider nicht empfehlen. Möglicherweise hatte aber auch nur ich immer Pech und habe aus mir total unerklärlichen Gründen nie den Anschlusszug bekommen…

Viel bessere Erfahrungen hatte ich dafür mit dem Fliegen. Mehrere Fluggesellschaften bieten Direktflüge aus Stuttgart an. Da man bei einem Wochenendtrip auch sehr gut nur mit Handgepäck auskommt, verliert man bei vorherigem Online-Check-In keine wertvolle Zeit am Flughafen und kann seine Reisezeit damit verkürzen. Der Flug dauert circa eine Stunde und angekommen am Flughafen Schiphol ist man super schnell in der Innenstadt.

Die Anreise mit dem Auto kann sich bei vollen Autobahnen etwas in die Länge ziehen, aber preislich ist sie eindeutig der Gewinner, sobald mehr als zwei Personen reisen. In Amsterdam sollte man mit Tagespauschalen von circa 25 Euro fürs Parken rechnen, aber gut, mittlerweile sieht’s in Stuttgart ja auch nicht arg anders aus.

Unterwegs in der City

Will man sich in der Stadt, in der das Fahrrad zum wichtigsten Verkehrsmittel gehört, auch wie die Einheimischen fortbewegen können, sollte man eine gute Stressresistenz mitbringen. Um sich in den überfüllten Gassen zwischen zahlreichen Fußgängern, den bimmelnden Straßenbahnen und Autos wohl zu fühlen, sollte man sich in seiner Fahrweise sehr sicher sein und bei dem Tempo der Einheimischen mithalten können. Ich würde hier eher empfehlen sich die Stadt vom Wasser aus oder zu Fuß anzuschauen.

Vom Wasser aus entgeht man eindeutig dem Stress und erhält eine unglaublich schöne und neuartige Sicht auf die Stadt. Zahlreiche Veranstalter bieten solche Kanalfahrten an, die man auch alle spontan, ohne langes Anstehen machen kann – preislich sollte man hierbei mit circa 14 bis 16 Euro für eine 1 bis 1,5-stündige Fahrt rechnen. Gerne kann auch ein kleines Boot privat gemietet werden – eine spannende Sache, sollte man in einer größeren Gruppe unterwegs sein.

Zu Fuß hat man jedoch eindeutig den Vorteil, schnell mal in ein Geschäft reingehen zu können und sich zum Beispiel durch die zahlreichen Käsesorten durchzuprobieren.

Apropos Käsesorten…

Nicht umsonst sind die Holländer für ihren Käse weltweit bekannt. Wenn die Holländer noch etwas gut können, dann sind es Pommes. Kein Wunder, denn sie hatten ja die Möglichkeit von den Erfindern der Pommes, den Belgiern, zu lernen. Gegessen wird dieser Snack hier übrigens nicht mit Ketchup, sondern mit Majo oder der erdnusshaltigen Satay-Sauce. In der Innenstadt findet man zahlreiche Pommes-Buden, die besten flämischen Pommes gibt es beim Vlaams Friteshuis Vleminckx in der Voetboogstraat 33. Zum Nachtisch dann noch ein paar der typisch holländischen Stoopwaffeln – und die Mahlzeit ist perfekt. Diese findet gibt es in allen Supermärkten, die besten allerdings in den kleinen Manufakturen, die es zahlreich in der Stadt gibt.

Kultur

Kulturell hat Amsterdam einiges zu bieten. Die größten Museen der Stadt befinden sich auf dem Museumsplein, der seit einiger Zeit auch wegen des dreidimensionalen Schriftzugs „I Amsterdam“ bekannt ist und als Lieblingskulisse für Urlaubsbilder vieler Touristen dient.

Im Rijksmuseum wird eine Zeitreise durch die niederländische Geschichte geboten. Wer Werke der unverkennbaren Meister Vermeer oder Rembrandt mal live betrachten möchte, ist hier richtig.

Dem wohl bekanntesten holländischen Maler, der dem Post-Impressionismus zuzuordnen ist, wird ein eigenes Museum gewidmet. Im Van Gogh Museum wird die größte Sammlung des Künstlers weltweit präsentiert. Da die Tickets für das Museum nur online verfügbar sind, sollte man sich auf der Webseite genauer informieren und seinen Besuch vorher planen.

Mein persönlicher Favorit aus dem letzten Trip nach Amsterdam ist das Moco-Museum und die aktuelle Banksy-Ausstellung. Direkt gegenüber dem Rijksmuseum befindet sich in der alten Villa Alsberg das Boutique-Museum, in dem abwechselnd Ausstellungen zeitgenössischer Künstler präsentiert werden. Bis 15. Januar 2019 ist eine ganz besondere Ausstellung des britischen Künstlers Banksy zu sehen, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Vor 11 Uhr und nach 17 Uhr ist hier der Eintritt ermäßigt und bei der doch recht überschaubaren Größe des Museums, kann sich der Schwabe hier den einen oder anderen Euro auch mal sparen.

Der schwimmende Blumenmarkt

Der von den Holländern als Bloemenmarkt bezeichnete schwimmende Blumenmarkt ist nicht nur bei den Touristen, sondern auch den Einheimischen sehr beliebt. Bei Regen und Sonnenschein kann man auf diesem Abschnitt der Singel-Gracht im Stadtzentrum jeden Montag bis Samstag ein Stück Holland genießend und wer ein ein Händchen für Pflanzen hat, kann sich ein paar der weltweit ausgefallensten Tulpenzwiebeln mit nach Deutschland nehmen.

Strandlage

Ein großer Vorteil an Amsterdam ist, dass es viele schöne Orte in der Nähe gibt. So ist innerhalb einer Stunde die Nordsee-Küste zu erreichen. Wer einen halben Tag frei hat, sollte unbedingt einen Ausflug ans Meer einplanen. Hierfür ist das Städtchen Zandvoort bei den Touristen und den Einheimischen sehr beliebt – Zandvoort ist aus Amsterdam nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Zug ganz einfach zu erreichen. Im Sommer kann es zwar recht überlaufen sein, aber in der Nebensaison ist es ein Traum zum Entspannen.

Ein wichtiger Punkt auf der To-Do-Liste in Zandvoort ist das Fischessen am Strand. Kibbeling ist ein holländisches Fischgericht, das auch alle Einheimischen regelmäßig essen. Es sind kleine, mundgerechte Fischwürfel, die mit Backteig überzogen sind und anschließend frittiert werden. Die Holländer verwenden hierfür Kabeljau, Seehecht oder Seelachs. Serviert wird das Gericht mit verschiedenen Saucen und ist ein Muss für jeden Hollandbesuch.

Amsterdam Vibes in Stuttgart

Will man sich auf seine Reise nach Amsterdam erst etwas einstimmen oder seine Sehnsucht nach der Stadt etwas stillen, so findet man auch in Stuttgart Plätzchen dafür. Frische Fischspezialität gibt es in der Fischhalle in der Stuttgarter Markthalle zu kaufen.

Im Juli kommt während des Hamburger Fischmarkts noch mehr Nordsee-Feeling in die Stadt. An zahlreichen Ständen kann man hier niederländische Spezialitäten probieren. Auch etwas ganz Besonderes, das es in Holland eigentlich nur zur Weihnachtszeit gibt, findet man auf dem Hamburger Fischmarkt: Quarkbällchen mit Füllung, die in Holland Oliebollen heißen und einfach mit Puderzucker oder Rosinen an Weihnachten gegessen werden.

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