Online-Petition fordert Upskirting-Verbot in Deutschland

In Großbritannien wurde es bereits durchgesetzt: „Upskirting“ steht unter Strafe. In Deutschland gilt der voyeuristische Trend, unter die Röcke von Frauen zu fotografieren, noch nicht als sexuelle Belästigung. Das wollen TV-Redakteurin Ida Marie Sassenberg und Regiestudentin Hanna Seidel von der Filmakademie mit ihrer Petition ändern.

Stuttgart – In einem Kommentar berichtete Stadtkind-Autorin Lea Weinmann über die Aktivisitin Gina Martin, die sich wehrte, als ihr von einem fremden Mann unter den Rock gefilmt wurde und die Polizei sie abstrafte mit den Worten: „Da können wir nicht viel machen.“ Im Sommer 2017 startete die 27-Jährige gemeinsam mit einem befreundeten Anwalt eine groß angelegte Kampagne, sammelte in einer Online-Petition mehr als 111.000 unterstützende Stimmen und setzte sich nach jahrelangem Engagement durch. Seit dem 12. April 2019 wird Upskirting nun in England und Wales unter Strafe gestellt. Die Konsequenzen: Es drohen den Tätern bis zu zwei Jahren Gefängnisaufenthalt, Verurteilte werden zusätzlich als Sexualstraftäter registriert.

Upskirting: Unter den Rock zu fotografieren ist in Deutschland legal

Auch in Deutschland stellen sich nun zwei junge Frauen gegen das ungefragte, voyeuristische Fotografieren unter den Röcken von Frauen.

Mit ihrer Online-Petition wollen TV-Redakteurin Ida Marie Sassenberg und Regiestudentin Hanna Seidel von der Filmakademie öffentlichen Druck ausüben und damit erreichen, dass auch hierzulande Upskirting gesetzlich verboten wird.

Denn strafbar ist derzeit lediglich die Verbreitung der Aufnahmen – das Unter-den-Rock-Fotografieren bleibt legal.

Häufig landen die entstandenen „Upskirts“ so auf dubiosen Internetseiten oder anderen Onlineplattformen – nicht selten sind die Frauen darauf auch identifizierbar dargestellt.

Betroffene müssen sich in diesem Falle zunächst an den Täter wenden und fordern, dass dieser das Bild- oder Videomaterial löscht – vorausgesetzt natürlich, der Übergriff wurde überhaupt bemerkt und der Belästigende erkannt.

In der Petition schreibt Hanna, die schon sehr früh mit Upskirting konfrontiert wurde, wie sie auf die Idee gekommen ist, sich für das Verbot einzusetzen:

„Einmal, mit 13, auf einer Klassenfahrt, wo Lehrer anderer Schulen unbemerkt den Mädchen unter die Röcke gefilmt haben und ein anderes Mal, mit 16, auf einem Musikfestival, wo mir ein Mann unter den Rock fotografiert hat. Vor kurzem habe ich dann gelesen, dass es diese Gesetzeslücke in Deutschland gibt und habe mich weiter in das Thema eingelesen.“

Endlich: Eine weitere Petition gegen Upskirting

Auf dem Instagram Channel „mypantiesmyprivacy“ sowie unter #stopupskirting und bei twitter @stopupskirting könnt ihr die Petition verfolgen. Die Initiatorinnen schreiben auf change.org:

Wir müssen dafür kämpfen, dass das auch in Deutschland passiert. Bitte gebt uns Eure Stimme, wenn Ihr für eine Gesellschaft kämpft, in der wir keine Angst mehr vor Übergriffen oder Diskriminierung haben müssen!

Momentan konnten bereits mehr als 32.000 Unterschriften gesammelt werden. Doch damit sind Ida und Hanna noch lange nicht am Ziel angekommen. Hier geht’s zur Petition.

Übrigens, da gerade Frühlingsfest-Zeit ist. Vor allem auf dem Wasen haben die Upskirting-Vorfälle zugenommen. Das Pendant zum „Upskirting“ nennt sich übrigens „Down-blousing“ – gleiches Prinzip, nur die Bluse runter statt den Rock hoch. Doch egal, ob „Upskirter“, „Down-Blouser“, „Under-Shirter“ oder „Pussy-Grabber“: „Under-educated“ seid ihr alle.

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