Ohne Personality: Das „GNTM“-Finale

Hogwarts für Arme, Tom Kaulitz und Würstchen auf der Bühne: Das waren die unangenehmsten Momente der Finalshow von Germany’s next Topmodel.

Stuttgart – Die 13. Staffel „GNTM“ neigte sich Donnerstagabend dem Ende zu. Und da ja „nur eine Germany’s next Topmodel werden kann“, entschied Toni, 18 Jahre, aus Stuttgart schlussendlich das Rennen für sich. Damit sind wir mehr als d’accord. Jedoch mussten die Zuschauer bis zur Verkündung einiges über sich ergehen lassen.

GNTM-Finale: „Wingardium Leviosa“

Alles begann mit dem Illusionist Hans Klok, der aussieht wie der Bruder von Vincent Raven – nein, Corax war leider nicht dabei. In einem tief ausgeschnittenen weißen Hemd, fuchtelte er wild mit den Armen umher und zauberte eine Final-Kandidatin nach der anderen hervor. Diese waren übrigens ganz dezent, als Discokugel, verkleidet. Der Höhepunkt der „The next Uri Geller“-Show – ah Moment, falsche Sendung – war, als Heidi urplötzlich wie aus dem Nichts auf der verdunkelten Bühne erschien. WOW! IT WAS MAGIC! Gestylt für die Yeti-Jagd ließ Hans Klok die 44-Jährige dann schweben – „Wingardium Leviosa!“

Tom Kaulitz war übrigens auch da

Fast so unangenehm wie Heidis Stimme waren wohl die völlig deplatzierten Kameraschwenker auf Tom Kaulitz, der mit seinem Bruder Bill (Wer ist eigentlich wer?) im Publikum saß. Selbst Sänger Heino musste als Undercover-Sequenz herhalten, damit im Hintergrund noch einmal Heidis (TOTAL JUNGER!1!!!!!1) Lover sichtbar wurde. Man gibt halt der Masse das, was sie sehen will. Die Kandidatinnen selbst kamen dabei leider zu kurz.

Party-Würstchen

Ein kurzer Wortwechsel mit Olivia Jones ist der Aufhänger für die Rückkehr der Drag Queens. Gemeinsam mit Christina, Pia, Julianna und Toni fegen sie über die Bühne. Im Hintergrund Konfettiregen und eine Regenbogenflagge. „Love Wins“ lautet die projizierte Message auf der Bühnenwand. Dieser Moment „mit Message“ findet ganz schnell ein Ende, als Heidi anschließend mit den Drag Queens und Michael Michalsky auf der Bühne sitzt und Würstchen reicht mit den Worten: „Hier ein paar Würstchen, ich dachte ihr mögt sowas.“ Schmecken lassen!

All by herself

Es kam, wie es kommen musste: Die Erste der vier Finalistinnen musste ausscheiden. Christina war es, die aufgrund ihrer perfekt unsympathisch-zusammengeschnittenen Einspieler wohl die Wenigsten als Siegerin auf dem Schirm hatten. Das Highlight dieser eher „traurigen“ Szene: die musikalische Untermalung! Während sich Jurymitglieder und Kandidatinnen verabschiedeten spielte im Hintergrund der Song: „All by myself“. Da hat der Praktikant Humor bewiesen.

Der Personality-Award

Ja, Heidi ist die „Pörsönalaaatieeeee“ ihrer „Meeeeeedels“ besonders wichtig. So durften sowohl Michael Michalsky als auch Thomas Hayo jeweils drei Kandidatinnen aus ihren Teams für den „Personality Award“ nominieren. Heidi zeigte derweil, welch charmante Persönlichkeit sie besitzt und droppte den Satz, dass man manche „Meeedels“ eben mehr mag als andere. Die Nominierten waren übrigens Zoe, Trixi, Abigail, Sally, Klaudia und Gerda. Weil die genannten Kandidatinnen eben etwas ganz besonderes sind, wurde ihr Auftritts-Walk jeweils von Shawn Mendes und Cro musikalisch begleitet. Während Trixi einen Eiffelturm auf dem Kopf trug, zeigte Gerda im kurzen Roten, dass Hans Klok an diesem Abend doch nicht den tiefsten Ausschnitt trug.

Keine Zeit für Selbstliebe

Die Gewinnerin der Herzen (oder die, mit den meisten Likes auf Instagram) war Klaudia Mittka – pardon, „mit K“. Während sie vor einem gigantisch großen roten K stand, versteckte sich der Schildhalter im Ninja-Look „ganz unauffällig“ hinter dem Großbuchstaben. Als die Ex-Kandidatin in ihrer Dankesrede, die sie bereits in der Hosentasche stecken hatte, wohl einen der wenigen, pädagogisch wertvollen Beiträge des Abends hätte leisten können, unterbrach Heidi sie. Sendezeit zu knapp bemessen. Sorry, keine Zeit für Selbstliebe – ist Heidis Show.

Nachdem unkreativ einige Challenges und Shootings aus der Staffel in der Show wiederholt wurden, muss auch Pia die Runde verlassen. Sie ist eben einfach nicht cool genug die Wand heruntergelaufen, findet Heidi. Ein letztes Mal müssen nun also Toni und Julianna vor die Linse. Der Clou: Es ist ein Pärchen-Shooting mit Vincent Weiss, der dabei seinen neuen Song performt. Dafür hat Heidi extra ihren Lieblingsfotograf Rankin eingeladen, der die drei in einer romantisch inszenierten Location ablichtet. Auffällig ist neben Vincent Weiss, der wohl den Abend seines Lebens hat, der semi-professionell wirkende „Lichtmann“ mit Lampenschirm in der Hand. Die Bilder am Ende sehen übrigens aus wie frisch aus dem Fotoautomaten an der Warschauer Straße. Hach, er ist einfach einer der weltbesten Fotografen, findet Heidi.

Nun müssen die beiden Finalistinnen noch als Victoria’s-Secret-Engel über den Bühnencatwalk gleiten und danach schlüpfen sie auch schon in die letzten Outfits der Nacht: zwei orange-pinke Roben. Nach einem letzten 15-sekündigen Shampoo-Spot reißt Heidi dann endlich Tonis Arm nach oben und verkündet dann endlich das, worauf wir alle gewartet haben: „Toni ist Germanyyyys next Topmodeeeeel.“

Es folgen nun echte Tränen, echte Freude und eine Dankesrede, in der die 18-Jährige Toni unter anderem Gott dankt. Denn anders als diese Show es vermuten lässt, steckt in Heidis „Meeeedels“ eben doch Personality. Und die hat nichts mit Likes, Followern und Shampoo zu tun.

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