„Tote Mädchen lügen nicht“: Neue Staffel startet am 18. Mai

Über kaum eine Netflix-Produktion wurde so viel diskutiert: Die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ thematisiert den Suizid von Hannah Baker, einer High School-Schülerin. Trotz scharfer Kritik und Verhinderungsversuchen startet die neue Staffel am 18. Mai auf der Streaming-Plattform.

Stuttgart – „Tote Mädchen lügen nicht“ basiert auf dem Buch des US-amerikanischen Schriftstellers Jay Asher aus dem Jahre 2007. Die Story erzählt die Geschichte der Highschool-Schülerin Hannah Baker, die kurz vor ihrem Tod Kassetten aufnimmt, auf denen sie die Gründe für ihren geplanten Selbstmord festhält. Jedes einzelne Tape richtet sich an eine andere Person – Mitschüler oder Lehrer. Genau an diese Handlung schließt die zweite Staffel an. Im neuen Trailer zu sehen, ist der bereits bekannte Cast – umgeben von in der Luft schwebenden Polaroidfotos.

„Tote Mädchen lügen nicht“ in der Kritik

Der Staffelstart am 18. Mai kommt jedoch überraschend: Bereits nach der Ausstrahlung der ersten Folgen wurde die Serie sowohl im Netz, genauso aber auch von Gesundheitsbehörden und Vereinen stark kritisiert. So forderte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nach der Ausstrahlung der ersten Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“ ein Verbot der Netflix-Serie. Man sehe in der Serie eine Gefährdung von Menschen mit psychischen Problemen und Krankheiten. Die Organisation SAVE gab für die Zuschauer der Serie sogar eine Liste mit Tipps heraus. Grund dafür ist unter anderem die detaillierte Darstellung des Suizids von Hannah Baker, die von Schauspielerin Katherine Langford gespielt wird.

Das gesellschaftliche Bewusstsein schärfen

Die Macher der Serie, zu denen unter anderem das Teenie-Idol Selena Gomez gehört, reagierten auf die Vorwürfe und erklärten die bewusste Entscheidung, den Selbstmord in dieser Art und Weise festzuhalten. Ziel sei es nicht nur über Suizid und sexuellen Missbrauch aufzuklären, sondern auch das gesellschaftliche Bewusstsein zu schärfen.

„Diese Dinge passieren jeden Tag“

In einem Interview betonte Selena Gomez, dass es ihr vor allem um die Abbildung der Realität ginge. Denn diese Dinge passieren jeden Tag – und das eben nicht nur in der Promi-Welt.

“This is happening every day”, she said. “Whether or not you wanted to see it, that’s what’s happening. The content is complicated. It’s dark and it has moments that are honestly very hard to swallow, and I understood that we were doing something that is difficult. But these kids today are so exposed to things that I would never even comprehend when I was 8. My cousin teaches third grade and they’re doing things and saying things that I couldn’t even fathom.”

Tote Mädchen lügen nicht: Der Trailer zur neuen Staffel

Auf Suizid und sexuellen Missbrauch aufmerksam machen

Nicht nur Personen des öffentlichen Lebens nutzen ihre Reichweite, um über Depressionen, Suizid und sexuellen Missbrauch aufmerksam zu machen. Auch immer mehr Betroffene fassen den Mut, um offen über ihre persönlichen Erkrankungen und psychischen Probleme zu sprechen. Denn obwohl es immer noch als Tabuthema gilt, gehören für viele genau diese Probleme zum fordernden Alltag dazu.

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Du erreichst diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

Informationen und Hilfe bei Depressionen:
https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116 111 Mo. bis Sa. 14-20 Uhr, anonym & kostenlos!

Kassenärztliche Therapeuten in Deutschland:
http://www.kbv.de/html/arztsuche.php

Kinder- und Jugendtherapeuten in Deutschland: http://www.bptk.de/service/therapeute…

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