Neu: TinTin Bar an der Neuen Weinsteige

Stuttgart hat eine neue Bar: das TinTin an der Neuen Weinsteige. Wir haben uns für euch umgesehen.

Stuttgart – Nach gut acht Monaten Baustelle hat am Mittwochabend ohne großes Tamtam die TinTin Bar an der neuen Weinsteige eröffnet. Mehrere Restaurants hatten in den vergangenen Jahren in dem unscheinbaren Altbau ihr Glück versucht, zuletzt ein Lokal mit rumänischer Küche. Richtig lang hielt keiner der Läden durch. Nun stehen Konstantin Kuld (32), Jonas Hald (29) und Benji Stroheker (32) in den Startlöchern.

Bitte klingeln

Wer in die neue TinTin Bar möchte, muss draußen erst einmal klingeln. Die weiße Tür verrät nicht viel von dem, was dahinter auf einen wartet. Nur ein Zitat aus einem Notorious B.I.G. Track gibt einen Hinweis darauf, dass der Tresen eine große Rolle spielen wird. Nach wenigen Augenblicken öffnet Benji die Türe mit einem freundlichen „Hallo“, schüttelt Hände und kümmert sich um Jacken und Mäntel der Besucher.

Platz für 50 Gäste

Der Innenraum überrascht: die Bar in dunklem Holz zieht sich mit 26 Barstühlen halbrund durch den Raum; drei weitere Tische und eine Sitznische hinter der Bar bieten Platz für insgesamt 50 Gäste. Benji ist der Gastgeber und für den Service verantwortlich. „So kann jeder begrüßt werden und läuft nicht blind in den Raum rein“, sagt Jonas. Zudem werden die Gäste platziert, wie es auch im Restaurant üblich ist. Jonas ist der Barchef, Konstantin kümmert sich um die Happen. Weitere Mitarbeiter gibt es nicht, die drei wollen den Betrieb erst einmal alleine stemmen.

Durch Rückschläge immer stärker zusammengewachsen

Ursprünglich hatten die drei mit Investitionen von 360.000 Euro gerechnet, Stand letzte Woche seien es 720.000. „Das der Bank zu erklären, war ein Kampf“, sagt Benji. Es habe immer neue Rückschläge für die Jungs gegeben, von der Lüftungsanlage, über eine fehlerhafte Abzugshaube in der Küche bis hin zum Schallschutz nach unten und oben. Bei den Vormietern habe es immer wieder Ärger wegen der Lautstärke gegeben, erklärt Benji. Das wollen die drei nun verhindern. Durch die Rückschläge seien sie immer stärker zusammengewachsen und bilden nun ein verlässliches Team.

Jeder soll den Raum selbst erleben

Fotos aus dem Innenraum möchten die drei zunächst nicht veröffentlichen, das soll erst nach und nach passieren. „Jeder soll den Ort selbst erleben“, sagt Benji. Von Gästen gemachte Fotos auf Instagram werden die drei aber kaum vermeiden können. Recht dunkel ist es im Innern, Glühbirnen erhellen paarweise von Decke und Wänden aus den Raum. Die filigranen Barstühle sind mit einem dezenten Türkis bezogen, die Ledersofas an den Tischen mit einem dunklen Orangeton. Die Fenster wurden von innen komplett verkleidet, Tageslicht gibt es in der Bar nicht.

Ein Séparée bietet Platz für weitere acht Personen, geraucht werden darf im kleinen abgetrennten Raucherraum.

Aufwendige Drinks und eine kleine Kochniesche

Die Bar ist ein Versteck für geschmackvolle Drinks. „Wie ein original Speakeasy“, merkt Jonas an, „das war so gewollt“. Die Karte bietet Drinks der „Alten Schule“, „Neuen Schule“, Champagner, Wein und Bier. Empfehlung des Hauses ist etwa ein „Alamagoozlum“, ein Drick mit Angostura Bitters, Rum, Chartreuse, Curacao und Eiweiß. In der kleinen Kochniesche zaubert Konstantin Tacos mit Kabeljau und griechischem Joghurt oder einen Schweinebauch im runden Bun Bao mit Hoisin-Soße und Gurke. Für die Karte hätten die drei Ewigkeiten gebraucht, jetzt seien sie aber zufrieden.

Eine große Eröffnungsfeier ist nicht geplant, die Bar soll langsam anlaufen. „Dadurch wird es schon populärer“, erklärt Konstantin. Es bringe außerdem nichts, wenn auf einmal 200 Leute vor der Tür stünden und sie zwei Drittel davon wieder wegschicken müssten. Willkommen sei aber jeder, Vorgaben wie einen Dresscode wollen die Jungs keine machen.

5 Fragen an Konstantin:

Wie kamt ihr zu dem Namen TinTin?

Wir haben uns überlegt, was muss der Name sein? Wir wollten, dass er einprägsam ist, dass man ihn nicht die ganze Zeit verdrehen kannt. Der heißt so, wie er heißt. Irgendwann ist unser Blick auf den zweiteiligen Metallshaker gefallen. Dann war es ziemlich schnell passiert.

Dein Lieblingsdrink auf der Karte?

Das ist der St. Charles Punch, mit Port, Cognac, Zitrone und Ingwer. Der ist süffig, aber keine klassische Spirituose. Zum Einstieg klasse, weil er viel Frucht hat und viel Süße. Dazu gibt’s getrocknete Himbeeren.

Die größte Hürde, die die TinTin Bar nehmen musste?

Zu erklären, dass es Sinn macht, so eine Art von Gastronomie zu machen. Dass es Sinn macht, mit allem Vollgas zu fahren.

Dein Lieblingsplatz in der Bar?

Es gibt viele gute Plätze, mein Lieblingsplatz ist aber immer hinter der Bar.

Dein größter Wunsch zur TinTin-Eröffnung?

Dass die Leute es geil finden.

TinTin Bar
Neue Weinsteige 8
Mittwoch: 18 bis 1 Uhr
Donnerstag: 18 bis 2 Uhr
Freitag und Samstag: 18 bis 3 Uhr
Sonntag: 18 bis 0 Uhr

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