Neu in Stuttgart: The Purple Room serviert Highballs und Hotdogs

Eine neue Bar jagt die nächste. Jüngster Spirituosen-Zuwachs in Stuttgart: Der stylishe kleine Purple Room an der Theo mit seiner Trilogie aus Highballs, Hotdogs und Hip-Hop. Wir waren vor der Eröffnung da.

Stuttgart – Er ist so einer aus der Kategorie Macher: Knud Scheibelt hat die Stuttgarter Barszene in den letzten Jahren entschieden mitgeprägt. Erst hinter der Bar im Ciba Mato, seit 2011 dann mit seinem eigenen Laden Schwarz-Weiß-Bar am Wilhelmsplatz. Die ist ja bekanntlich ein Eldorado für Aficionados hochwertiger Spirituosen, wurde 2014 schon mal für den Glenfiddich Award nominiert. Und so etwas passiert in Stuttgart normalerweise nicht.

Im Auftrag der guten Drinks

Zwischenzeitlich hatte Knud auch einen schicken Ableger seiner Schwarz-Weiß-Bar in Ludwigsburg eingepflanzt. Doch kürzlich hat er ihn an einen seiner Mitarbeiter abgegeben, um sich auf seine Stuttgarter Projekte zu konzentrieren. Da hat er eigentlich auch mehr als genug zu tun: Neben der Schwarz-Weiß-Bar und dem angeschlossenen Bar-Catering, das er mit seiner Frau wuppt, bespielt er ab sofort auch eine weitere Adresse: Gemeinsam mit seinem alten Kumpel Dino Zippe, der seit April auch in der Schwarz-Weiß-Bar mixt und ebenso lang in der Welt der guten Bars unterwegs ist, eröffnet Knud den Purple Room an der Theodor-Heuss-Straße.

Hotdogs und Highballs

Das ist gleich aus mehreren Gründen besonders. Erstens: Der lila Laden konzentriert sich auf Highballs und Hotdogs. Also Drinks, die eng dran sind am klassischen Longdrink, und originelles Bar-Food. „Das Konzept ist ein ganz anderes als in der Schwarz-Weiß-Bar“, so Knud, stilecht im Hawaii-Shirt. „Wir haben hier eine Lage, die auch Laufpublikum erreicht. Deswegen haben wir The Purple Room so konzipiert, dass wir aufwändige und kreative Drinks gut vorbereiten, um sie schnell servieren zu können.“

Zu verschiedenen Spirituosen wie Rye Whiskey, Wodka oder Gin haben sie herrlich kreative Highball-Rezepte entworfen. Künftig wird einer aus dem Team jeden Tag acht Stunden lang Highballs vorbereiten, damit sie abends schnell über die Theke gehen. „Einkochen, dörren, Dekoration schnibbeln, fermentieren, Essenzen ansetzen und so weiter“, führt Dino in seiner wunderbar quirligen Art beispielhaft auf. Hossa, das ist schon mehr, als Tonic in einen Gin zu schütten.

Make Theo great again?!

Ganz ähnlich ist das bei den Hotdogs, die man in Stuttgart mehr oder weniger vergeblich sucht. „Wir wollten einfach keine Nüsschen anbieten“, so Dino weiter. „Wir wollten was, was es sonst nirgendwo gibt.“ Deswegen gibt es jetzt eine ganze Reihe verschiedener Hotdogs, die mit den Highballs kombiniert werden können: „Mit eigenen Brioche-Brötchen und Würsten von einem Metzger aus Möhringen. Zudem haben uns zwei Sterneköche bei der Entwicklung beraten.“

Die Neuen auf der Theo: Knud Scheibelt (links) und Dino Zippe.

Die andere Besonderheit ist die Lage. Denn ein solcher Laden auf der Theo, das hat nicht wenige stutzig gemacht. „Ich finde die Lage super!“, ergreift Knud Partei. „Auch unser Laden wird hier in der Straße sein Publikum finden. Ich freue mich jedenfalls auf die Nachbarschaft mit den anderen Gastronomen.“ Dino sieht das im Grunde genauso: „Die meisten reden die Straße zu Unrecht schlecht. Die Clubbetreiber hier geben Vollgas und tun alles für ihre Läden, das muss man auch mal sehen.“

Hip-Hop oder Jazz

Abgesehen von Gas, Wasser und Elektrik haben die beiden jeden Handgriff an ihrem Baby gemeinsam ausgeführt. Wie sich das eben gehört für gleichberechtigte Partner, die sich eh prima ergänzen. „Außerdem sind wir beide Vater, beide verheiratet, unsere Kids sind gleich alt. Da versteht man den anderen in vielen Dingen gleich besser.“ Fortan wird Dino eher im Purple Room und Knud an seiner alten Wirkungsstätte tätig sein. Die unterscheiden sich noch in einer anderen Sache: Während die Schwarz-Weiß-Bar auf entspannten Jazz setzt, gibt es im Purple Room Hip-Hop der Neunziger und Nullerjahre. „Eben das, worauf wir persönlich Bock haben“, zuckt Knud mit den Schultern und schnappt sich das Werkzeug. Er muss eben noch ein paar Ventilatoren über der Bar anbringen.

The Purple Room eröffnet offiziell am Samstag, den 20. Oktober
Mittwoch+Donnerstag 20-3 Uhr
Freitag+Samstag 20-5 Uhr
Mehr Infos: www.thepurpleroom.de

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