Neu in Stuttgart: Der Future Fashion Store im Gerber

Mit dem neuen Future Fashion Store im Gerber ist Stuttgart um ein nachhaltiges Konsumangebot reicher. Und nicht nur das: Vielmehr soll ein Ort des Austauschs enstehen – ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Stuttgart – Es sind gerade toughe Zeiten für den Einzelhandel und trotzdem lässt man sich von Corona und Co. nicht unterkriegen – und eröffnet auch mal neue Shops wie den Future Fashion Store im Gerber. Dort treffen faire Labels auf Second Hand Mode für Frauen. Das besonders Schöne daran: Der Start war mehr als zufriedenstellend, der Andrang groß. Eine Alternative zum herkömmlichen Konsum anbieten, lautet der Plan – und noch mehr: Der Future Fashion Store möchte die Leute zusammenbringen und über Nachhaltigkeit in der Textilbranche informieren. Jeder könne etwas beitragen und sein Verhalten in Sachen Verbrauch überdenken und ändern. Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg und die Aktion Hoffnung möchten das Bewusstsein dafür stärken und den Mode-Lifestyle von Morgen aufzeigen.

Future Fashion Store: Einkaufserlebnis und Austausch

Betritt man den Laden, strahlen einen bunt gemixte sowie nach Farben sortierte Kleiderständer auf 80 Quadratmeter an. Es wirkt einladend und ästhetisch: Auf den ersten Blick würde man nicht vermuten, dass es sich hierbei um Mode aus zweiter Hand handelt – zumindest wenn man Klischees von typischen Second Hand Läden im Kopf hat: Ramschig, alt und voller Omi-Klamotten. Der Future Fashion Store möchte diese Vorurteile aus dem Weg räumen und zeigen: Auch Second Hand kann ein Einkaufserlebnis bieten. Die Secondique ist eine Mischung aus Second Hand Mode und fairen Brands. Geplant sind auch Veranstaltungen, Workshops, Ausbildungen und Stammtische, die ganz im Zeichen von Fair Fashion stehen sollen.

Foto: Franziska Göttlicher

Das Ziel der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) ist es über ein global verantwortliches Handeln aufzuklären und Bewusstseinsbildung zu betreiben. Bildungsangebote rundum das Thema Fair Fashion und nachhaltige Textilien sollen unter anderem erweitert werden. Der Future Fashion Store ist ein Gemeinschaftsprojekt der SEZ und der Aktion Hoffnung, das sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kleiderspenden einsetzt. Die Intention des Projekts ist es, Kleider bis zum Ende der textilen Kette verantwortungsbewusst zu nutzen.

Konsum, Angebot, Aufklärung

Mit dem Future Fashion Store soll ein konkretes Angebot für nachhaltigen Konsum geschaffen werden. „Wir wollen hier anfangen etwas zu verändern und müssen mit der Denkweise beginnen“ so Philipp Keil, der Geschäftsführende Vorstand der SEZ. „Wir wollen die Leute zum Nachdenken anregen“. In der Textilbranche ist in Sachen Nachhaltigkeit noch viel zu tun. „Fashion ist ja auch etwas Schönes“, findet der Geschäftsführer. „Aber es ist eben eine Frage des Angebots und der Aufklärung“, fügt er hinzu.

„Vor allem junge Menschen sollen dabei angesprochen werden, damit sie von Anfang an für das Thema sensibilisiert werden“, so Shop-Leitung Rebecca Hummel. Zu den geplanten Angeboten gehören beispielsweise Upcycling-Workshops, Kleidertauschpartys, nachhaltige Stadtrundgänge, Workshops und Theateraktionen. Willkommen ist jeder!
Die Secondique ist in einem kommerziellen Ort zu Hause und arbeitet partnerschaftlich mit dem Kaufhaus Gerber zusammen. „Das nicht kommerzielle soll mit dem kommerziellen verknüpft werden“, erklärt Philipp Keil das Konzept.

Second Hand in Kombination mit fairen Labels

Der Großteil ist Second Hand, aber auch faire Mode zum Beispiel von regionalen Labels stehen zum Verkauf. Ebenfalls: Die Solidaritätsshirts, die von drei Stuttgartern ins Leben gerufen wurden: Der Gewinn soll Cafés, Bars, Yoga-, Tattoostudios und anderen Einrichtungen zugute kommen. Auch Fashion, die in Hoffenheim erdacht und in Afrika aufgebaut wird, sind Teil des Stores: Mit der Marke Umoja werden faire uns sichere Arbeitsbedingungen in Uganda geschaffen.

Die frischgebackene Shop-Leitung Rebecca Hummel steht voll und ganz hinter dem Projekt und ist von dem Konzept Second Hand überzeugt: „Ich finde die Idee total toll“. Die 34-Jährige erzählt, dass sie seit Silvester 2017 selbst nur noch Second Hand einkauft:„ Eigentlich wollte ich das nur einen Monat durchziehen, habe aber bis heute durchgehalten und möchte das auch gerne so weiterführen“. Dass man mehr Zeit investieren müsse, sei klar, findet Rebecca: „Mir macht das aber Spaß“. Der Laden bietet eine Alternative zu „Second Hand“-Online-Shopping: „Der Vorteil ist, dass man die Sachen hier anprobieren kann.“

Vintage, modern und zeitlos

„Second Hand ist nicht nur Ramsch: Wir haben wirklich tolle Sachen und wollen das Image ein bisschen aufpolieren“, so Rebecca, die selbst das Einkaufserlebnis liebt, auf das man nicht verzichten muss, wenn man nachhaltig einkauft. Bestes Beispiel: Der Future Fashion Store. Auf die Frage, wie sie den Stil des Shops beschreiben würde, antwortet sie: „Es ist gemischt und deswegen kann hier wirklich jeder etwas finden. Wir haben eine Ecke mit True Vintage Kleidung – da sind echt schöne alte Sachen dabei. In der anderen Ecke gibt es Jeans, wo man unter anderem auch Levis ergattern kann. Das Ganze wird durch aktuelle und zeitlose Mode wie das kleine Schwarze abgerundet.“ Das Coole: Auch jede Preisklasse ist vertreten, die meisten Teile sind aber günstig und stammen von preiswerten Brands.

Der Laden soll in Zukunft von Kleider-Spenden leben: Jeder kann seine Kleidung, die er nicht mehr trägt vorbei bringen und damit gemeinnützige Projekte unterstützen. Der Laden läuft nicht über Ankauf, sondern auf Spenden-Basis. Der Erlös fließt in Projekte der Aktion Hoffnung, zu denen beispielsweise die Entwicklungsarbeit von Verbänden in benachteiligten Ländern des Südens zählt.

Future Fashion Store x Secontique
Das Gerber E1
Sophienstraße 21

Öffnungszeiten:
Montag – Samstag 10 – 19 Uhr

Mehr Infos gibt’s hier >>>

Mehr aus dem Web