Neu in der Stadt: Schmachtfetzen bekommt Zuwachs

Noch ziert eine Stecktafel das Schaufenster der Ladenfläche an der Rotebühlstraße 51. “BIG THINGS HAPPENING SOON –> 24. OCTOBER”, steht hier weiß auf schwarz. Was genau da vor sich geht? Johanna Hellmich hat uns aufgeklärt!

Stuttgart – Wir lüften das Geheimnis und verraten, was sich hinter der Türschwelle verbirgt. Trommelwirbel-mode-on: Die Vintage inspirierte Modeboutique Schmachtfetzen aus dem Olgaeck bekommt Zuwachs. Trommelwirbel-mode-off. Am Freitag gibt’s ein Soft-Opening von 16 bis 19 Uhr, am Samstag dann die offizielle Eröffnung. Wir haben Inhaberin Johanna getroffen und erste Einblicke für euch!

Schmachtfetzen, Klappe die Zweite

Ganz nach dem Motto, „wenn das Schicksal winkt, winke ich zurück“, fackelte Inhaberin und Burlesque-Tänzerin Johanna nicht lange und sagte „ja“ zum zweiten Schmachtfetzen-Standort. Durch einen Zufall wurde sie bei einem Besuch des Schuhgeschäfts Börd von ihrem zukünftigen Nachbarn auf die Räumlichkeiten aufmerksam gemacht. Geplant sei ein zweiter Laden zwar nicht gewesen, aber „das Angebot war einfach zu gut, um es abzulehnen. Ich sag‘ dann auch nicht ‚Nö‘ zum Schicksal“, sagt Johanna und lacht.

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„Warum gerade jetzt?“, werden sich einige fragen: „Klar ist das erstmal eine unsichere Situation, aber ich wurde schon während der ersten Corona-Welle so toll unterstützt. Viele haben Gutscheine gekauft oder online bestellt“, schwärmt Johanna. „Ich glaube auch wirklich, dass während dieser Krise ein noch größeres Bewusstsein dafür entstanden ist, wie wertvoll diese kleinen Läden sind. Wie wertvoll es ist, dass man sich eben nicht ins Gedränge auf die Königstraße werfen muss, wo die Ansteckungsrate bei weitem höher ist als wenn ich hier im Laden eine Kundin mit Maske, Abstand und Desinfektionsmittel berate“, so die 37-Jährige. Außerdem habe sie einfach Vertrauen und sei sogar weniger aufgeregt als vor ihrer ersten Ladeneröffnung. Immerhin kenne sie jetzt schon ihre Kund*innen und wisse mehr oder weniger, was auf sie zukomme.

Lang lebe der Schmachtfetzen!

Wie auch im Laden am Olgaeck möchte Johanna ihrer Liebe zur Langlebigkeit treu bleiben. Euch erwarten also hochwertige, Vintage inspirierte Eye-Catcher. Die Evergreens der Modeindustrie sozusagen. Während es im „ersten“ Laden mittlerweile neben „ausschließlich in Deutschland produziert“ auch europäische Labels gibt, möchte Johanna im zweiten Laden wieder mehr „back to the roots“ gehen und deutschen Labels die Chance geben, sich breiter aufzustellen. „Ich habe das in den letzten Jahren so ein bisschen aus den Augen verloren, weil es einfach wahnsinnig viele tolle Marken gibt, die genauso hochwertig sind, die nicht ausschließlich aus Deutschland kommen, aber ich finde es immer noch schön, wenn man weiß, dass das Kleidungsstück aus einem Berliner Atelier kommt und möchte das unterstützen.“

Kleiner Blick hinter die abgeklebten Scheiben gefällig? Könnt ihr haben! So sieht das Innenleben des neuen Ladens an der Rotebühlstraße aus:

Das Dilemma der permanenten Verfügbarkeit

Was Johanna nicht unterstützen möchte, ihr ahnt es wahrscheinlich, sind Dinge wie Ausbeutung und Massenproduktion. „Die Kundin, die hier reinkommt, soll offen sein für ein Kleidungsstück und ein Bewusstsein dafür entwickeln, wo es herkommt, wer dahinter steckt und auch eine Langlebigkeit mit einem Kleidungsstück assoziieren.“ In einer Welt, in der man immer alles in greifbarer Nähe hat, sei es für sie wichtig, wieder ein Gefühl für bestimmte Arbeitsschritte, Materialien und Herstellungsprozesse zu bekommen und diese auch wertzuschätzen. Trotz allem, betont sie, wolle sie nicht zur Predigerin werden. „Es soll ja Spaß machen. Ich kaufe ja auch gerne neue Sachen, aber ich behalte sie eben auch einfach gerne und finde es toll, wenn ein Kleidungsstück Jahrzehnte überdauert.“

Boutique-Berührungsängste aus – Spaß an!

Keine Angst vor dem erhobenen Zeigefinger: „Jede*r ist herzlich willkommen hier, um mal etwas Neues auszuprobieren und sich inspirieren zu lassen“, betont Inhaberin Johanna. „Viele haben das Gefühl, etwas kaufen zu müssen, weil sie sich in kleinen Läden beobachtet fühlen“, weiß die 37-Jährige. Davor muss man hier keine Angst haben. Ich bin einfach da und freue mich, wenn man mich besucht. Wenn man etwas findet, umso schöner. Wenn nicht, dann vielleicht beim nächsten Mal.

Na dann, nichts wie hin. Am Freitag gibt’s bereits eine kleine Sneak Preview von 16-19 Uhr mit Goodie Bags und auch am Samstag könnt ihr euch diese zu den regulären Öffnungszeiten sichern. Damit auch alles Corona-konform abläuft, dürfen immer nur fünf Personen gleichzeitig in den Laden und: Maske nicht vergessen, ist ja klar!

Öffnungszeiten:

Rotebühlstraße
Mo-Fr, 11-19 Uhr
Sa, 11-17 Uhr

Olgastraße
Di-Fr, 11-19 Uhr
Sa, 11-17 Uhr

Fotos: Alessandra Coronato & Johanna Hellmich

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