Mosaik: Noch ein Stuttgarter Gin?!

Nach Applaus, Ginstr und Co. will mit dem Mosaik Dry Gin der nächste Stuttgarter Wacholderschnaps seinen Stammplatz in den Schnapsregalen der Bars ergattern. Aber ist da überhaupt noch Platz?

Stuttgart – Natürlich darf jeder trinken, was er will. Und gut finden eh. Aber beim Wacholderschnaps macht sich doch so langsam aber sicher ein wenig Ernüchterung breit. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn bald jede Agentur, jeder Stadtteil und jede Szene-Nase den eigenen Gin auf den Markt geworfen hat, dann wird aus einer kleinen Liebhaber-Spirituose ganz schnell ein pseudoindividuelles Massenprodukt mit schön gestalteten Etiketten. Oder doch nicht?

Gin süffeln bis zur Rente

Ein besonders schönes Etikett hat auch der neue Mosaik Dry Gin. Nach Applaus und Ginstr ist es der dritte Gin aus downtown Stuttgart und der ungefähr fünfzehnte Wacholderschnaps aus der Region. Da fragt man sich langsam schon, wer das alles saufen soll. „Die Frage für uns war eher, warum es den Gin, den wir uns wünschen, noch nicht gibt?“, kontert Fabian Armbruster ganz geschmeidig.

Gemeinsam mit Tim Grieshammer, Andranik Khodjabagyan und Simon Maisack – allesamt ehemalige Kommilitonen und längst enge Freunde und Ingenieurskollegen – steckt er hinter Stuttgarts neuestem Destillat. „ Für uns war es wichtig“, fährt er fort, „ein hochwertiges Produkt herzustellen, das geschmacklich und qualitativ unseren Ansprüchen genügt. Und wenn wir den einen oder anderen überzeugen können mit uns zu trinken, freuen wir uns sehr. Ansonsten haben wir ausgerechnet, dass wir bis zu unserer Rente mit Schnaps versorgt sind. Gibt Schlimmeres, oder?“

Mehr Aroma, Baby!

Wahrscheinlich schon. Bekanntlich genehmigte sich ja auch Queen Mom ihren täglichen Gin and Tonic und erreichte ein nahezu biblisches Alter. Dennoch hätten die Boys ja auch etwas anderes brennen können als ausgerechnet noch einen Gin. Meint man zumindest. Fabian begründet die Wahl: „Da es sich bei Gin um einen Wacholder-Geist handelt, ist es möglich, auf rein natürlichem Weg ohne künstliche Zusätze oder Zucker nahezu alle denkbaren Aromen einzufangen. Das verleiht dem klassischen Gin Tonic heutzutage eine außergewöhnliche Kreativität.“

Mosaik Gin: Weil’s mit Whisky eben nicht geht.

Im Falle von Mosaik sind das Aromen wie „Blutorange, gepaart mit weichem Zitronengras und der würzigen Nelke.“ Für Fabian ist das ein klarer Vorteil. „In Produkten wie Whisky, Rum oder einem Obstbrand sind diese Aromen nicht realisierbar.“

Trinken für den guten Zweck

Die Stuttgarter Ingenieursbande weiß dennoch, dass ihr am Kaiserstuhl in Baden gebranntes Destillat (Fabian: „ein gelungenes Integrationsprojekt aus Baden und Württemberg“) den Markt nicht revolutionieren wird. „Dennoch möchten wir durch unsere Detailverliebtheit vom Geschmack bis hin zum Design begeistern“, so Fabian. Zudem unterstützen sie mit jeder Flasche den Helfer auf Achse e.V., der Bedürftige in Kriegsgebieten unterstützt. Saufen für den guten Zweck wird echt nicht langweilig. Und wo wir gerade beim Thema sind: Die erste Mosaik-Demonstration wird es am 11. August ab 16 Uhr im Wein-Moment an der Hauptstätter Straße geben. Dann kann sich jeder von der „Apothekerqualität“ überzeugen, wie Fabian sagt.

Mosaik ist nicht allein

Mosaik reiht sich ein in eine nicht gerade kurze Liste aus regionalen Gins. Und während Ginstr (www.stuttgartdrygin.com) sogar international von sich Reden macht und Applaus  (www.applausgin.com) als waschechter Stuttgart-Gin immer wieder an guten Aktionen wie dem CSD beteiligt ist, finden sich auch außerhalb der Innenstadt viele Wacholderbrennereien: In Schlat bei Göppingen fabriziert Jörg Geiger seinen Don‘t Call Me Gin (www.manufaktur-joerg-geiger.de), Jürgen Kohler aus Stuttgart-Heumaden (www.destillerie-kohler.de) brannte schon 2006 seinen ersten Wacholderschnaps.

Dann gibt es noch die Alice in Weinstadt im schönen Remstal (www.kleine-destillerie.de), nicht weit davon entfernt den Fellbach Dry Gin (www.rieger-hofmeister.de). Den Überblick behält da nur, wer unermüdlich trinkt und vergleicht. Oder einfach nach dem schönsten Etikett geht. Denn letzten Endes bleibt der Szene-Drink eben auch, was er ist: Ein Wacholderschnaps.

www.mosaik-gin.com

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