Luca von Antiheld verrät seine Tipps für Cannstatt

Mit seiner Band Antiheld haut Luca Opifanti sein neues Album „Goldener Schuss“ raus. Die meisten seiner Songs entstehen in der Stuttgarter Hood, die er am meisten liebt – ausgerechnet Bad Cannstatt!

Stuttgart – Die Musik von Antiheld ist ehrlich, direkt und roh. Sie tut auch mal weh, wie es die Liebe tut, trägt den Hörer dann wieder in höchste Euphorie, wie… ja, wie es ebenfalls die Liebe tut. Kurzum: Ihr neues Album „Goldener Schuss“ ist wie aus dem Leben geschnitten. Mit Höhen, Tiefen, Sex, Rausch, Kippen und Kater.

Antiheld und der Kiez Stuttgarts

Irgendwie passt es da, dass Frontmann und Komponist Luca Opifanti seit vier Jahren in Bad Cannstatt wohnt und dort seine Songs schreibt: Wie der ungekünstelte Rock-Sound seiner Band, ist auch Cannstatt authentisch, will nichts sein, was es nicht ist. „Cannstatt ist für mich der Kiez Stuttgarts“, bringt es Luca auf den Punkt. „Ich liebe es hier!“ In den vergangenen Jahren verbrachte er viel Zeit in Berlin, lebte auch immer wieder für einige Wochen in der Hauptstadt. „Ich mochte den Vibe und das Leben dort. Doch als ich eines Tages mal wieder aus Berlin nach Cannstatt zurückkam, merkte ich: Die ganzen Sachen, die ich dort so cool fand, gab es hier auch!“

Hier macht keiner die Kehrwoche – und alle halten dicht!

Anfangs sei der Umzug nach Bad Cannstatt es eine rein finanzielle Entscheidung gewesen – das Musikerdasein, es ist eben nicht so glamourös, wie manche denken. Doch er verlor schnell sein Herz an das Quartier. „Hier sitzen an jeder Ecke Südeuropäer und spielen Brettspiele und wenn du fragst, schenken sie dir einen Tee ein und lassen dich mitspielen. Diese Offenheit, dieses Multikulti-Ding imponiert mir. Hier macht keiner die Kehrwoche – und alle halten dicht! Hier verpfeift dich niemand, man hält zusammen. Ich glaube, das gibt es nur in Cannstatt. Meinem Nachbar in Stuttgart-West würde ich nämlich eher nicht vertrauen.“

Leg‘ dich nicht mit Antiheld an!

Luca lebt aber nicht nur in Cannstatt; im Jugendhaus Hallschlag haben Antiheld auch ihren Proberaum, in der Halle des Gebäudes nahmen sie ihr neues Album „Goldener Schuss“ auf. „Dieser Ort ist unser Zuhause. Da gibt es superharte Kerle, die nachts irgendwo rumstehen und sonst was tun, aber zu uns sind sie echt nett. Bevor jemand unseren Proberaum ausräumt, hat er ein Problem mit ziemlich vielen Leuten, die ungemütlich werden können“, lacht er.

Luca Opifanti in seiner Wohnung in Cannstatt. Psst: Der Balkon soll Bombe sein!

Romantisch versifft

Bei allen „ehrlichen und romantisch versifften“ Ecken (O-Ton Luca) gibt es natürlich auch viel Schönheit im Bezirk. „ Der Neckar allein!“, schwärmt er. „Den um die Ecke zu haben, ist Gold wert. Wo kann man sich denn in Stuttgart noch direkt an den Fluss sitzen?“ Zack, der hat gesessen.

Dass Luca irgendwann mal nicht über Stuttgart schreibt oder singt, kann er sich nicht vorstellen: „Ich lebe hier und schreibe Songs darüber. Ich kann gar nicht anders“, zuckt er mit den Schultern. „Wir sind mit Antiheld so viel unterwegs, reißen jeden Monat tausende Kilometer runter. Doch jedes Mal wenn wir von der Autobahn die lange Kurve Richtung Stuttgart-Zentrum nehmen, freue ich mich riesig.“

3 Cannstatt-Tipps von Luca:

Welche Kneipe sollte man besucht haben? Du willst ganz Cannstatt auf einen Blick? Dann das Corner.

Welches Restaurtant kannst du empfehlen? Die Pho vom Viet Long in der Waiblinger Straße ist der Knüller!

Wo gibt’s die besten Brötchen? Meine Backwaren hole ich mir eigentlich nur beim Kardelen Simin Palast am Wilhelmsplatz. Mega geil, was die haben!

 

Bilder: Sarah Betschinger (Titelbild), Luca Opifanti

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