Kulturpark Open Airs vor dem Aus

Im Sommer 2017 konnten die Jungs um das Label Loveit drei Veranstaltungen im Kulturpark auf die Beine stellen, dieses Jahr wurde nur ein Open Air genehmigt.

Stuttgart – Zufrieden wirkt Tobias Rückle, Veranstalter und Gründer der Initiative „Sociocultural Playground“, nicht gerade, wenn er über die Planung der Open Airs im Kulturpark Berg spricht. Trotz persönlicher Projektvorstellung im Bezirksbeirat Ost und Klinkenputzen beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt sowie dem Amt für öffentliche Ordnung wurden von drei angestrebten Veranstaltungen im Juli und August gerade mal eine genehmigt. „Letztes Jahr hatten wir hier drei Veranstaltungen und hätten sogar eine vierte genehmigt bekommen“, sagt Rückle, den viele sonst vom Houselabel „Loveit“ und den Veranstaltungen der Crew kennen.

Nur ein Termin wurde genehmigt

Gemeinsam mit den Veranstaltern „Quo Vadis“ und „Who the fuck“ wurde im April 2018 die Initiative „Sociocultural Playground“ gegründet. Der Kerngedanke: Durch Fördergelder aus dem Bezirksbeirat kostenlose Veranstaltungen im Kulturpark Berg anzubieten. Dabei geht es selbstverständlich immer um elektronische Musik, die Partys sollten tagsüber stattfinden, zugänglich für alle Altersgruppen, „niedrigschwellig“ im Behördendeutsch.

Die Bewilligung des Formats im Bezirksbeirat sei laut Rückle kein Problem gewesen, eine Förderung von wenigstens 2.800 Euro für Lärmvermeidungsmaßnahmen sei auch noch genehmigt worden. Doch für die drei Termine wurde lediglich für einen die sogenannte Flächenüberlassung vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt erteilt, welche für Genehmigung von Veranstaltungen im Kulturpark Berg zuständig ist. „Für mich ist es das letzte Mal, dass ich das mache“, sagt Rückle. Er gehe ein großes finanzielles Risiko ein, immer mit der Angst im Hinterkopf, dass vielleicht gar alles abgeblasen werden müsse.

Im Anschluss wird im Fluxus weitergefeiert

Und auch die Veranstaltung, die ursprünglich von 15 bis 22 Uhr geplant war, wurde um weitere zwei Stunden verkürzt und fängt nun erst um 17 Uhr an. Zudem müssen stündlich durch einen Tontechniker an drei Messpunkten Lautstärkewerte überprüft werden, um Grenzwerte einzuhalten. Das Problem seien weniger die Behörden selbst, sagt Rückle, sondern die Anwohner, die schon im Voraus Sturm liefen.

Am heutigen Samstag wird deswegen für dieses Jahr zum vorerst letzten Mal im Kulturpark Berg gefeiert. Ab 17 Uhr geht es los, nach 22 Uhr wird dann offiziell bei der Closing Party im Là pour là weitergefeiert.

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