Kultur-Tipps für den Kessel

Kulturbanausen aufgepasst: Dieser Guide ist für all jene, die sich nicht länger als solche bezeichnen lassen wollen – denn das Stadtkind gibt Tipps wie, wann und wo ihr euren (sub-)kulturellen Horizont in Stuttgart erweitern könnt.

Stuttgart – Kultur spiegelt nicht nur den Zeitgeist einer Epoche wieder, sie setzt sich mit Vergangenem, Aktuellem und Zukünftigem auseinander. Sie beleuchtet, interpretiert und formt die Gesellschaft. Sie ist nicht nur stiller Beobachter, sondern vor allem auch (kritischer) Teilnehmer. Die Bandbreite kultureller Ereignisse ist groß. Wir haben euch einige unserer Favoriten zusammengestellt.

Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg

Wann? 2. November; 4. November, 9. November, 11. November
Wo? Paketpostamt, Ehmannstraße 80 – 82, 70191 Stuttgart

Ein außergewöhnliches Konzept trifft einen außergewöhnlichen Ort. Für „Herzog Blaubarts Burg“ verlasst ihr die gewohnten Spielstätten der Stuttgarter Oper und begebt euch in das ehemalige Paketpostamt an der Ehmannstraße. Die leerstehende Industriehalle wird vom belgischen Regisseur und Künstler Hans Op de Beeck in eine nächtliche, teils geflutete Sumpflandschaft verwandelt. Die Zuschauer selbst können diese – dank von der Oper gestellten Gummistiefeln – begehen und werden somit Teil des Spektakels.

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Video: Oper Stuttgart

Takes Two To Tango

Wann? 23. November bis 25. November
Wo? Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart

Vom 23. bis 25 November veranstalten Studierende der Akademie der Bildenden Künste (ABK) Stuttgart die 7. Studentische Tagung der Kunstvermittlung. Die Tagung beschäftigt sich unter anderem mit der Frage: Was kann die Kunstpädagogik von Design, Architektur oder Szenografie lernen? Sie richtet sich sowohl an externe Besucher von Kunsthochschulen und vergleichbaren Einrichtungen, als auch an Museumspädagogen, Künstler und interessierte Besucher aus ganz Deutschland. Im Abendprogramm stehen unter anderem Filmvorführungen, Diskussionen oder auch kleinere Vorträge im Aktionsraum der Akademie.

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Foto: Staatliche Akademie der Bildenden Künste

Imogen Stidworthy: Dialogues with People

Wann? 27. Oktober 2018 – 13. Januar 2019
Wo? Kunstgebäude Stuttgart, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart

Vom 27. Oktober 2018 bis zum 13. Januar 2019 zeigt der Württembergische Kunstverein Stuttgart die erste große Einzelausstellung der renommierten britischen Künstlerin Imogen Stidworthy in Deutschland. Stidworthys Filme und Installationen gehen der Frage nach, welche Gestalt soziale Beziehungen annehmen, wenn Worte brüchig werden, wenn die Sprache versagt oder abhanden gekommen ist. Die Ausstellung „Dialoges with People“ umfasst neun Videoinstallationen aus den vergangenen zwanzig Jahren sowie eine neue Arbeit. Sie beruhen unter anderem auf sehr persönlichen Begegnungen der Künstlerin mit Menschen wie den autistischen und nicht-autistischen Mitbewohnern einer ländlichen Wohngemeinschaft in Frankreich.

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Foto: Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Frischzelle_25: Benjamin Bronni

Wann? 27. Oktober 2018 bis 29. September 2019
Wo? Kunstmuseum Stuttgart, Kleiner Schloßplatz 1, 70173 Stuttgart

In seinen abstrakt-geometrischen Arbeiten widmet sich Benjamin Bronni der rhythmischen Durchdringung von Form und Raum. Gemälde, Wandobjekte und Reliefs sind die Medien seines Ausdrucks, die einander bedingen und anregen. Bronni studierte an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Birgit Brenner und Andreas Opiolka und war dort in den Jahren 2015/2016 Meisterschüler im Weißenhof-Programm der Bildenden Kunst. Die »Frischzelle_25« ist seine erste museale Einzelausstellung.

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Foto: Benjamin Bronni

#herland Tanzperformance von Eva Baumann & Company

Wann? Premiere: 16. November, 20 Uhr;
Weitere Vorstellungen: 17. + 18. November, 20 Uhr
Wo? Musik der Jahrhunderte, Siemensstr. 13, 70469 Stuttgart

Am 16. November feiert die Tanzperformance #herland von Eva Baumann & Company Premiere bei Musik der Jahrhunderte in Stuttgart. Die Choreografin begibt sich mit dem zweiten Teil der Trilogie herstory auf die Spuren der franko-italienischen Literatin Christine de Pizan, die bereits im Spätmittelalter die erste feministische Debatte ins Rollen brachte. In einer offenen Bühnenlandschaft ohne Zentrum prallen die Erlebniswelten und die Poesie Christines auf gegenwärtige Rollenbilder, Klischees und emotionsgeladene Diskurse von Gender-Gap bis #metoo.

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Ekstase

Wann? 29. September 2018 bis 24. Februar 2019
Wo? Kunstmuseum Stuttgart, Kleiner Schlossplatz 1, 70173 Stuttgart

Die Sonderausstellung »EKSTASE« beleuchtet anhand paradigmatischer Beispiele die unterschiedlichen spirituellen, politischen, psychologischen, sozialen, sexuellen und ästhetischen Implikationen von Euphorie- und Rauschzuständen zwischen Askese und Exzess.

Rund 230 Kunstwerke von der Antike bis in die Gegenwart repräsentieren verschiedene Facetten wie den dionysischen Kult, die religiöse Verzückung, das orgastische Erleben oder die drogeninduzierte Ekstase. Zudem spiegeln sie die Faszination von Jugendkulturen für Entgrenzungen, das ekstatische Potenzial des Tanzes und die kollektiven Ekstasen bei Sportereignissen wider. Mit der Licht- und Soundinstallation »Dream House« von La Monte Young und Marian Zazeela entsteht auf der gesamten dritten Ausstellungsetage ein außergewöhnlicher Erlebnisraum.

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Foto: Musées de Strasbourg, M. Bertola

SOFT POWER PALACE – Festival about Independent Art Spaces in Europe

Wann? OPEN STAGE: 29. Oktober bis 7. November;
FESTIVAL: 8. November
Wo? Kunstgebäude Stuttgart, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart

Welche soziale und politische Kraft haben unabhängige Kunsträume und künstlerische Initiativen? Wie beeinflussen sie eine Stadt, eine Region, wie vielleicht sogar ein europäisches Denken?

Unter dem Titel Soft Power Palace — Festival about Independent Art Spaces in Europe, werden im Herbst 2018 fünf künstlerische Initiativen aus fünf europäischen Städten ins Kunstgebäude Stuttgart eingeladen, zwei Wochen in einem öffentlichen Prozess zu Formaten, Strategien und dem Einfluss von Kulturaustausch zu arbeiten. Jeder Tag schließt mit einer Veranstaltung – in Kooperation mit lokalen und internationalen Kollektiven und Institutionen – auf der Open Stage ab. Anschließend mündet dieses »Laboratorium« in eine dreitägige Abschlussveranstaltung mit Ausstellungen, Präsentationen und Performances der Künstler*innen, Podiumsdiskussion und einem offenem Gespräch mit Stuttgarter Bürger*innen. Ziel des Festivals ist die Akzentuierung der Relevanz selbstorganisierter, unabhängiger Kulturträger, sowie die Stärkung ihrer transnationalen Verbindungen.

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Bild: Kunstgebäude Stuttgart

Filmpremiere A global issue: Female Pleasure

Wann? 3. November
Wo? Atelier am Bollwerk, Hohestr. 26, 70176 Stuttgart

Regisseurin Barbara Miller („Forbidden Voices“) zeigt in ihrem mitreißenden Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ wie universell und alle kulturellen und religiösen Grenzen überschreitend die (vor allem männlichen) Mechanismen sind, die die Situation der Frau – egal in welcher Gesellschaftsform – bis heute bestimmen.

„#Female Pleasure“ ist ein Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung und gegen die Dämonisierung der weiblichen Lust durch Religion und gesellschaftliche Restriktionen. Gleichzeitig zeigen uns fünf großartige Protagonistinnen, wie man mit Mut, Kraft und Lebensfreude jede Struktur verändern kann.

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