Kiosk-Kultur im Kessel

Schlecktüte, Weg-Bier oder die Million im Lotto: Beim Kiosk um die Ecke bekommen Großstädter, was sie unterwegs glücklich macht. Wir haben uns gefragt, warum in Stuttgart trotzdem so wenig Kiosk-Liebe herrscht und wo sich dennoch gute Spots verstecken.

Stuttgart – Woher kommt hier eigentlich das Wegbier? Während der Gang zum Späti in anderen Großstädten so selbstverständlich ist wie der Käse auf der Pizza, sucht man in Stuttgart oft vergeblich nach dem nächsten Kiosk. Und wenn man dann endlich einen gefunden hat, ist er – klar – geschlossen. Doch woher kommt diese Kollektiv-Absage an die Kiosk-Kultur?

Mikrokosmos Straßenkiosk

Im Grunde sind sie doch geradezu perfekte, kleine Schachtelwelten. In einem Kiosk liegt jeder Impuls, den wir unterwegs haben, schon in der Auslage. Eben noch schnell Bock auf eine Kippe? Einen Schluck Cola? Einen Kindheits-Flashback in Form einer gut gefüllten Schlecktüte? Kein Ding. Unter den leuchtenden Kiosk-Schildern um die Ecke ist man auf das Gefühlsspektrum des Großstädters bestens vorbereitet.

Denn ein Kioskbesitzer kennt seine Pappenheimer – kaum einer sieht die Menschen schließlich so ungekünstelt wie er. Anders als im Supermarkt, wo man dem Vordermann mit der Billig-Lyoner an der Kasse noch überlegen seinen Bio-Tomaten-Lifestyle unter die Nase reibt, ist der Kiosk eine profilierungsfreie Zone. Wer noch schnell beim Kiosk nebenan vorbeigeht, trägt keine Maske. Hier trägt man Jogginghose und sich selbst.

Das kommt auch in Stuttgart an – wenngleich etwas langsam. Gesetzliche Regelungen zu Öffnungszeiten und teure Immobilien geben dem Lebensgefühl zwar einen ökonomischen Dämpfer. Doch wir haben trotzdem einige Spots für euch entdeckt.

Titelbild: Unsplash/Tiago B

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